Comtesse des Grauens ist ein Horrorfilm der britischen Hammer Film Productions mit Ingrid Pitt in der Titelrolle. Entgegen dem Originaltitel - - erzählt er keine Vampir-Geschichte, sondern verarbeitet Legenden um die ungarische Gräfin Elisabeth Báthory.

Handlung Ungarn im 17. Jahrhundert. Die einst schöne wie auch sadistische Gräfin Elisabeth Nadasdy hat nach dem Tod ihres Gatten die Hälfte seiner Ländereien geerbt, die andere Hälfte ging an ihre Tochter Ilona. Durch ein Missgeschick ihres Dienstmädchens entdeckt die Gräfin, dass das Blut junger Mädchen sie verjüngt. Bald entwickelt sich aus ihrem Wunsch nach ewiger Schönheit ein Wahn. Die Gräfin lässt sich Jungfrauen zuführen, in deren Blut sie badet. Schlossvorsteher Hauptmann Dobi ist Elisabeths Liebhaber und treuer Diener und hilft bei den Bluttaten.

Ihr Drang nach ewiger Jugend wird immer größer, und die Abstände, in denen sie neues Blut braucht, immer kleiner. Elisabeth will damit dem deutlich jüngeren Husarenleutnant Imre Toth gefallen und ihn letztendlich heiraten. Elisabeths lässt Dobi, den sie um den Finger gewickelt und für ihre Machenschaften einspannt hat, Tochter Ilona verstecken und gibt sich selbst als diese aus. Als sie mit Imre den Bund fürs Leben schließen will, altert sie im Zeitraffertempo. In ihrer letzten Hoffnung auf neues Jungfrauenblut will Elisabeth die zurückkehrende Ilona erstechen, doch Imre verhindert den Mord und opfert sich für Ilona.

Elisabeth und Dobi müssen für ihre Untaten ins Gefängnis, wo sie auf ihre Hinrichtung warten. Vor den Gefängnismauern skandiert der Mob „Teufelin“ und „Gräfin Dracula“.

Historischer Hintergrund mini|Die historische Gräfin Elisabeth Báthory

Die Geschichte der Blutgräfin – oder wie der Originaltitel sie nennt: „Gräfin Dracula“ – basiert auf einer Legende um die Gräfin Elisabeth Báthory (1560–1614). Demnach habe sie etwa 600 Mädchen und junge Frauen (angeblich alle Jungfrauen) ermorden und ausbluten lassen, um in deren Blut zu baden und so ewige Jugend zu erlangen. Comtesse des Grauens ist nur einer von zahlreichen historischen oder fantastischen Filmen, die sich darauf beziehen.

Veröffentlichung und deutsche Fassung Comtesse des Grauens wurde am 30. Januar 1971 in London uraufgeführt Die deutsche Erstaufführung fand am 1. Februar 1974 statt. 1995 wurde der Film als VHS im Vereinigten Königreich veröffentlicht. International erschien der Film 2005 auf DVD. 2014 wurde er auf Blu-ray veröffentlicht.

Die deutsche Fassung entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron in München. Dialogbuch und -regie übernahm Til Kiwe.

Gerichtsdiener Hauptmann BaloghPeter JeffreyThomas ReinerHauptmann DobiNigel GreenChristian MarschallGräfin Elisabeth NadasdyIngrid PittMaria Landrock (alt)Eva Kinsky (jung)HarlekinAlbert WilkinsonAlexander MalachowskyIlona Nadasdy, Elisabeths TochterLesley-Anne DownHeidi FischerJulie Szentes, das KindermädchenPatience CollierAlice FranzJungeAndrew BurleighEva MattesLeutnant Imre TothSandor ElèsElmar WepperMädchenhändlerCharles FarrellBruno W. PantelGroßmeister Fabio, der SchlosshistorikerMaurice DenhamOtto PreussOffizierLeon LissekPaul FriedrichsTeri, das ZimmermädchenSusan BrodrickUschi Wolffweissagendes ZigeunermädchenNike ArrighiMonika RaskyZiza, die Hure in der SchenkeAndrea LawrenceAngelika BenderKüchenhilfeMarianne Stoneschwangere FrauAnne Stallybrass

Kritiken Comtesse des Grauens erhielt ein verhaltenes Presseecho. So erfasst der US-amerikanische Aggregator Rotten Tomatoes nur wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Gammelig“ ein.

New-York-Times-Kritiker Howard Thompson befand, dass Comtesse des Grauens als Horrorfilm „besser ist als die meisten in einem Meer trashiger Mitbewerber“The New York Times vom 12. Oktober 1972

Donald Guarisco schrieb bei AllMovie, Comtesse des Grauens sei einer der „unterschätzteren Filme der späteren Jahre der Hammer-Films-Dynastie.“ Außerdem zeige der Streifen eine „gut abgestimmte Mischung aus Schauerszenen und Keckheit bei schnellem Tempo“. Hauptdarstellerin Ingrid Pitt wiederum werfe sich in ihre Rolle mit „melodramatischem Elan und schafft einen Charakter, der verführerisch, schrecklich und erschreckend sein kann – alles in nur einer einzigen Szene.“

Der Movie & Video Guide nannte den Film einen „OK Schocker“.Leonard Maltin: Movie & Video Guide, 1996 edition, S. 267

Halliwell‘s Film Guide sah hier eine „sub-freudianische Ergänzung zur grotesken Hammer-Gallerie der Monster“.Leslie Halliwell: Halliwell‘s Film Guide, Seventh Edition, New York 1989, S. 225

Belege und weiterführende Informationen

Kategorie:Filmtitel 1971 Kategorie:Britischer Film Kategorie:Horrorfilm