Extremadura Unión Deportiva, kurz Extremadura UD war ein spanischer Fußballverein aus der Stadt Almendralejo in der Provinz Badajoz in der autonomen Gemeinschaft Extremadura. Der Verein spielte zuletzt in der Segunda División B, der dritthöchsten spanischen Fußballliga. 2022 wurde er nach finanziellen Schwierigkeiten aufgelöst.

Geschichte Durchmarsch von der Sechst- in die Drittklassigkeit Die Geschichte der Extremadura UD begann etwa um das Jahr 2007, als der ebenfalls aus Almendralejo stammende Club de Fútbol Extremadura bereits mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Bereits zu dieser Zeit überlegte man einen neuen Verein in der Stadt zu gründen oder gegebenenfalls den 1986 gegründeten und im unterklassigen Amateurfußball vertretenen Klub Atlético San José Promesas zu übernehmen. Dennoch entschied man sich für eine komplette Neugründung, wobei der von vielen Seiten geförderte Klub im Sommer 2007 öffentlich vorgestellt wurde. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Als erster Präsident des Klubs, der als Alternative des einstigen Erfolgsklubs der Region gegründet wurde, fungierte Diego Madera, unter dessen Führung der neue Vereins in der Saison 2010/11 erstmals in der dritthöchsten spanischen Spielklasse agierte und der dem Verein bis zu seinem Rückzug aus dem Präsidentenamt im Sommer 2014 treu blieb.Dimite Diego Madera (spanisch), abgerufen am 23. September 2018

Seinen Spielbetrieb nahm der neue Klub noch in der Saison 2007/08 in der regionalen 1ª Categoría, der spanischen Sechstklassigkeit, auf und wurde unter Trainer Juan Francisco Godoy, genannt Pinky, in dieser umgehend Meister. 2008/09 traf Extremadura UD in der fünftklassigen Regional Preferente auf den CF Extremadura und stieg, während der ältere der beiden Klubs die Saison lediglich auf dem 17. Platz abschloss, als abermaliger Meister in die nächsthöhere Tercera División auf. In der Tercera División 2009/10 spielte die Herrenmannschaft in der Gruppe 14, die Vereine aus der Extremadura umfasst. In dieser noch regionalen Gruppe rangierte der Klub im Endklassement der regulären Spielzeit mit 22 Punkten Rückstand auf den Gruppensieger CD Badajoz und zehn Punkten Rückstand auf den Zweitplatzierten Jerez CF auf dem dritten Tabellenplatz. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 In den saisonabschließenden Aufstiegs-Play-offs schaffte es die Extremadura UD nur aufgrund der Auswärtstorregel von der ersten Runde in das Semifinale und von diesem ebenfalls nur aufgrund dieser Regel in die abschließende Finalrunde. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 In dieser setzte sich das Team im Hinspiel mit 4:2 gegen Atlético Mancha Real durch und war nach dem 0:0-Remis im Rückspiel einer der Aufsteiger aus der vierthöchsten spanischen Fußballliga in die dritthöchste des Landes. Am Ende derselben Spielzeit wurde der in der fünften Liga vertretene CF Extremadura, der zuletzt nur mehr von der Gemeinde Almendralejo und somit von der öffentlichen Hand gehalten wurde, endgültig aufgelöst.

Fünf Jahre in der Tercera División und erste Pokalteilnahme Unter Trainer Juan Marrero Roig, der die Mannschaft auch bereits 2009/10 betreute, und dessen Nachfolger José Diego Pastelero, sowie Raúl Procopio, der das Traineramt Anfang März 2011 übernahm, nahm der Verein an der Segunda División B 2010/11 teil. Gleichzeitig hatte es der zweite Klub aus Almendralejo, Atlético San José Promesas, in die Viertklassigkeit geschafft und nahm ab dieser Spielzeit erstmals mit einer Herrenmannschaft in der Gruppe 14 der Tercera División teil. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 In der Segunda División B konnte man sich jedoch nicht halten und stieg als 19. und damit Vorletzter der Gruppe 1 direkt wieder in die Tercera División ab. In den nächsten Spielzeiten spielte der Verein immer vorne mit, hatte er aber auch in dieser Zeit etliche Trainerwechsel zu verzeichnen. Auch Raúl Procopio folgte im Sommer mit Agustín Izquierdo der am längsten amtierende Trainer der Extremadura UD. Unter ihm erreichte der Klub im Endklassement der Gruppe 14 der Tercera División der Saison 2011/12 den dritten Tabellenplatz und qualifizierte sich durch diesen für die meisterschaftsentscheidenden Aufstiegs-Play-offs.TERCERA DIVISIÓN (GRUPO 14) 2011-12 (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Nach einem Gesamtergebnis von 2:1 über Haro Deportivo (2:0 und 0:1) und einem Gesamtscore von 4:2 über Espanyol Barcelona B (2:1 und 2:1) schaffte es die Mannschaft in die über den Aufstieg in die dritte Liga oder den Verbleib in der vierten Liga entscheidende Finalrunde. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 In diesem unterlag Extremadura zuerst im Hinspiel gegen Atlético Sanluqueño mit 0:1 und verlor daraufhin auch das anschließende Rückspiel mit 2:1, was den Verbleib in der Tercera División bedeutete.

2012/13 gelang unter Agustín Izquierdo sogar der erste Platz am Ende der regulären Spielzeit in der Gruppe 14 der Tercera División mit neun Punkten Vorsprung auf den Verfolger Badajoz UD (nicht zu verwechseln mit dem einstigen Profiklub CD Badajoz, der in dieser Saison gerade den Neustart in der spanischen Sechstklassigkeit wagte). (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 In den anschließenden Aufstiegs-Play-offs der Gruppensieger scheiterte Extremadura, nach knappen Ergebnissen gegen den CD Toledo und den FC Utebo, im Halbfinale der normalen Aufstiegs-Play-offs ebenfalls mit einem knappen Gesamtscore von 2:2 aufgrund der Auswärtstorregel gegen die B-Mannschaft des FC Granada und musste abermals in der vierthöchsten spanischen Fußballliga verblieben. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Das Rückspiel gegen Granada, das in einem 2:1-Sieg von Extremadura endete, fand vor einer historischen Kulisse von über 6.000 Zuschauern im heimischen Estadio Francisco de la Hera statt. Nach dem neuerlichen verpassten Aufstieg verließ Izquierdo den Verein; auf den Trainerposten folgte ihm José Luis Diezma, der zuletzt zwei Jahre lang als Trainer bei Real Ávila tätig war und mit dem Klub in der Saison 2012/13 erstmals am spanischen Fußballpokal teilnahm. Diezma wurde jedoch nach etwas mehr als zwei Monaten im Amt wieder beurlaubt und durch Adolfo Muñoz. Während Diezma mit der Mannschaft vier Pflichtspiele in Folge verloren hatte (darunter fiel auch die erstmalige Teilnahme der Extremadura UD am spanischen Fußballpokal, als die Mannschaft in der ersten Runde der Copa del Rey 2013/14 mit 1:2 gegen den Drittligisten Albacete Balompié unterlag)COPA DEL REY 2013-14 (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 agierte Muñoz zwar erfolgreicher, erreichte mit dem Team im Endklassement 2013/14 jedoch auch nur einen sechsten Platz in der abermals um Startplatz erweiterten Gruppe 14 der Tercera División. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018

In der Saison 2014/15, vor Beginn dieser der Präsident Diego Madera zurückgetreten war, übernahm das Traineramt Francisco Javier Diosdado García, genannt Cisqui. Dieser wurde jedoch noch während der laufenden Saison im April 2015 durch den altbekannten Juan Marrero Roig ersetzt. Unter Roig erreichte die Mannschaft in der wieder auf 20 Team reduzierten Gruppe 14 hinter dem Erzrivalen Mérida AD noch einen zweiten Tabellenplatz am Ende der regulären Spielzeit (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 und scheiterte ein weiteres Mal an den Aufstiegs-Play-offs; diesmal bereits im Halbfinale.FASE DE ASCENSO A SEGUNDA DIVISIÓN B 2014-15 (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Der erneute Aufstieg in die dritthöchste Liga gelang allerdings erst 2016 wieder.Extremadura UD: Almendralejo quiere reconciliarse con el fútbol (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Juan Marrero Roig führte seine Mannschaft in der Tercera División 2015/16 zum Gruppensieg in einem dicht gestaffelten obersten Tabellenfünftel. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Als Gruppensieger nahm Extremadura daraufhin am Aufstiegs-Play-off der Gruppensieger teil und bezwang die UB Conquense nach einem 0:0 im Hinspiel mit 2:0 im Rückspiel, was den neuerlichen Aufstieg in die drittklassige spanische Segunda División B bedeutete.

Rückkehr in die Segunda División B und Aufstieg in die Zweitklassigkeit Nach dem Aufstieg trennte sich die Vereinsführung von Juan Marrero Roig als Trainer und engagierte den erst 28-Jährigen Diego Merino als neuen Cheftrainer. Dieser saß in insgesamt zehn Pflichtspielen der Extremadura UD auf der Ersatzbank und musste den Verein Mitte Oktober bereits wieder verlassen. Den Klub hatte er immerhin in die zweite Runde der Copa del Rey 2016/17 geführt, konnte aber ansonsten nur einen weiteren Sieg (1:0-Erfolg über Real Linense zwischen dem Erst- und Zweitrundenspiel im Pokal) verzeichnen und blieb mit dem Team bei den restlichen Partien sieglos. Bereits vor dem Beginn dieser Spielzeit hatte die Vereinsführung mit der Gruppe COINSA eine Vereinbarung getroffen, die den Verein in spätestens drei Jahren in den Profifußball bringen sollte, woraufhin der Verein im Winter 2016/17 von ebendieser aufgekauft wurde.El grupo sarriano Coinsa compra el Extremadura de Segunda División B (spanisch), abgerufen am 23. September 2018 Nachdem auch Merinos Nachfolger auf dem Trainerposten, der 39-jährige einstige spanische Nationalspieler Juan Velasco Damas, kläglich scheiterte und nach zwei Siege, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen aus acht Ligaspielen Ende Dezember wieder seinen Arbeitsplatz räumen musste, erfolgte in besagter Winterpause der Umbruch im Verein. Insgesamt gab es 13 Neuverpflichtungen auf der Spielerseite, auch der Trainer und der Sportdirektor wurden ausgewechselt. Als neuer Trainer wurde der ehemalige Profispieler Juan Sabas, der bereits einige Jahre Erfahrung als Trainer vorzuweisen hatte, engagiert. Sabas blieb bis zum Saisonende und sollte der Mannschaft von den Abstiegsplätzen wegführen, was ihm schlussendlich mit einem 13. Platz im Endklassement auch gelang. (spanisch), abgerufen am 23. September 2018