The Modern Art of Setting Ablaze ist das dritte Studioalbum der deutschen Band Mantar. Es erschien am 24. August 2018 über Nuclear Blast.
Entstehung Entstanden die ersten beiden Alben von Mantar noch durch zahlreiche Jamsessions so schrieb Sänger und Gitarrist Hanno Klänhardt den Großteil des neuen Materials in seiner neuen Heimat Gainesville im US-amerikanischen Bundesstaat Florida. Dabei ließ sich Klänhardt viel Zeit und schrieb Lieder, die häufig um die sechs Minuten lang waren. Danach mieteten sich beide Musiker Anfang 2018 einen Proberaum in ihrer Heimatstadt Bremen. Mit dem Schlagzeuger Erinç Sakarya sichtete Klänhardt in den folgenden sechs Wochen das Material und die Lieder wurden auf drei bis vier Minuten Länge gekürzt.Isabell Raddatz: Vier Fäuste für einen Feuersturm. In: Rock Hard, September 2018, S. 40. Für die Band war wichtig, die eigenen Stärken hervorzuheben und überflüssigen Ballast abzuwerfen.
Aufgenommen wurde das Album im Black Bear Studio in Gainesville. Hanno Klänhardt übernahm wie bei den beiden vorangegangenen Alben die Produktion, während als Toningenieur Jonathan Nuñez von der Band Torche half. Erinç Sakarya benötigte nur 48 Stunden, um seine Schlagzeugparts einzuspielen. The Modern Art of Setting Ablaze wurde komplett live aufgenommen. Aus Zeitmangel musste der Gesang in Miami Beach aufgenommen werden. Kländhardt befand sich im Nebenzimmer eines kleinen Appartements. Unzufrieden mit dieser Situation wurde der Gesang in nur sechs Stunden aufgenommen. Normalerweise benötigt Klänhardt hierfür zehn Tage, um seine Stimme zu schonen.Jan Schwarzkamp: Musik zum Mitschiessen. In: Visions, Ausgabe 306, S. 24. Für die Lieder Age of the Absurd und Seek + Forget wurden Musikvideos gedreht.
Das Albumcover mini|Der Lichtbringer von Bernhard Hoetger, 1936 Für das Albumcover verwendete die Band das Bronzerelief Der Lichtbringer von Bernhard Hoetger, dass seit 1936 unter dem Eingang zur Böttcherstraße in Bremen hängt. Das Relief wurde von Hoetger als Geschenk an Adolf Hitler geschaffen, wurde aber als Entartete Kunst gewertet. Hoetger wurde aus der NSDAP ausgeschlossen. Auf Wunsch Hitlers wurde das Werk hängen gelassen „als ein abschreckendes Beispiel dafür, was in der Zeit vor unserer Machtübernahme als Kultur und Baukunst ausgegeben worden sei.“Vertraulicher Bericht an die Senatoren von Oberbürgermeister Heider, 1936, Staatsarchiv Bremen, zit. nach Golücke, S. 98 und 127, Anm. 20
Heute steht das Werk unter Denkmalschutz.
Hintergrund Titelliste The Knowing – 1:50 Age of the Absurd – 3:40 Seek + Forget – 4:05 Taurus – 4:28 Midgard Serpent(Seasons of Failure) – 4:20 Dynasty of Nails – 4:42 Eternal Return – 3:47 Obey the Obscene – 4:18 Anti Eternia – 3:50 The Formation of Night – 4:14 Teeth of the Sea – 3:15 The Funeral – 5:15 Der Albumtitel führt die Feuerthematik der bisherigen Albentitel fort und bezieht sich auf die gegenwärtige Lage der Menschheit. Der Titel stehe für ein leicht entzündliches gesellschaftliches Klima. Dabei will die Band den Menschen den Spiegel vorhalten.
In dem Lied Age of the Absurd beschreibt Hanno Klänhardt die seiner Meinung nach morbide Faszination, den Menschen dabei zuzuschauen, wie sie lachend in eine Kettensäge rennen. Menschen würden sich wie Lemminge verhalten. Das Lied Midgard Serpent (Seasons of Failure) bezieht sich auf die Midgardschlange aus der germanischen Mythologie. Sie ist eine Seeschlange, die die Welt umspannt. Für Hanno Klänhardt symbolisiert die Midgardschlange den „Kreislauf des menschlichen Versagens, aus dem eigenen Zwang und der eigenen Dummheit auszubrechen“.
Anti Eternia ist auch der Titel einer Folge der Action-Figur-Serie He-Man. Als kleinen Scherz baute die Band ein laut Klänhardt „völlig übertriebenes“ Gitarrensolo ein, dass die Tapping-Technik anwendet und von Van Halen inspiriert ist. In dem Lied stellt Kländhardt die Frage, warum ein Mensch auf Erlösung oder ewiges Leben hoffen soll, wenn er stirbt.
Rezeption
Rezensionen Für Arne Helms vom deutschen Magazin Visions wäre das Album „aufgeräumter und kompromißloser“ und hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern „mehr spielerische Finesse zu bieten“. Mantar würden die „pure und streitlustige Boshaftigkeit ihres Sounds noch eindringlicher zu verpacken“. Für Lothar Gerber vom deutschen Magazin Metal Hammer haben Mantar „das Knüppeln nicht verlernt“. Die beiden Musiker haben „ihre Sound weiter verroht und auf das nächste Level getrümmert“. Dass Mantar mit der Wahl des Albumcovers „zum Nachdenken anregen“, wäre der Band „hoch anzurechnen“. Gerber vergab fünf von sieben Punkten.
Chartplatzierungen The Modern Art of Setting Ablaze stieg auf Platz sieben der deutschen Albumcharts ein. Zum ersten Mal erreichten Mantar damit eine Platzierung unter den ersten Zehn. In Österreich belegte das Album Platz 53 und in der Schweiz Platz 54. Für Mantar waren es die ersten Chartplatzierungen in diesen Ländern.
Auszeichnungen Das deutsche Onlinemagazin Metal.de platzierte The Modern Art of Setting Ablaze auf Rang drei der 25 besten Alben des Jahres 2018.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Sludge) Kategorie:Album 2018