Arin Rungjang (* 1975 in Bangkok) ist ein thailändischer Video- und Objektkünstler.

Ausbildung

Seine ersten Einzel- und Gruppenausstellungen begannen 1998. 2000 erhielt er von der französischen Regierung ein Jahresstipendium für die heutige École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. In Paris hatte ihn Christian Boltanski in sein Atelier aufgenommen. Zurück in Thailand schloss er sein Kunststudium 2002 an der Fakultät für Malerei, Bildhauerei und Graphik der Silpakorn-Universität erfolgreich ab. Er vertritt auch Konzepte der Sozialen Plastik.David Teh: Art of domestication. Arin Rungjang. In: contemporary visual art+culture broadsheet, 40.1, 2011, S. 52, 55 (Online). Abgerufen am 6. September 2018 (englisch).

Werk Arin Rungjang erstellt Musik und Textvideos, die persönliche Schicksale beschreiben und Einblicke in die kollektive Geschichte verraten. Er erarbeitet Ereignisse, Dinge, Texte, Musikstücke, „die man leichter und genauer bewerten kann, wenn man deren Entstehungsgeschichte vorgestellt bekommt“. Christian Huter: Leben und Tod als langer Fluss. Der Frankfurter Portikus zeigt ein geschichtsträchtiges Musik- und Textvideo von Arin Rungjang. In: Frankfurter Neue Presse vom 6. Juli 2018.

Als Teilnehmer der documenta 14 stellte er in der alten Hauptpost in Kassel eine skulpturale Installation, einige Bilder und Objekte aus, ergänzt von einem Videofilm über zwei welthistorisch bedeutende Stätten. Er zeigte das Denkmal der Demokratie in BangkokAndreas Montag: Politik gehört dazu, Kunst aber auch – Weltkunstschau – Erst in Athen, nun bis zum 17. September in Kassel. Aber wie kommt sie an? Ein Zwiespalt tut sich auf, der Debattenstoff liefert. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 5. August 2017. und der Nationalen Universität in Athen. An beiden Orten kam es 1973 zu Volks- oder Studentenaufständen gegen die damaligen Militärregierungen. Diese historischen Ereignisse werden gegenwärtig sehr unterschiedlich dargestellt und bewertet. Rungjangs Werk vermittelt diesen Widerspruch, indem er auf mündlichen Berichten und Archivmaterialien basierend eine uneinheitliche Dokumentation erstellt.

Für Rungjang ist Geschichte nicht objektiv. Geschichte wird von Menschen geschrieben, die ebenfalls ihre eigenen Ideale haben. 2018 stellte er im Frankfurter Portikus erstmals in Deutschland in einer Einzelausstellung aus.

Arin Rungjang lebt in Berlin, früher in Bangkok.

Ausstellungen

2013: 55. Biennale di Venezia, Thai-Pavillon 2014: Singapore Biennale 2015: Mongkut, CAPC Musée d’Art Contemporain de Bordeaux 2017: Kunstbiennale Jakarta, Jakarta 2017: documenta 14, Kassel und Athen 2018: Bengawan Solo, Portikus, Frankfurt am Main 2018: From Le Brassus to Bangkok,The Nation (Thailand) vom 12. Juni 2018 Bangkok 2018: Absurdity in Paradise,The Bangkok Post (Thailand) vom 30. August 2018 Kunstverein Kassel, Kassel, kuratiert von Aime Suphavanij

Literatur

David Teh: Art of domestication. Arin Rungjang. In: contemporary visual art+culture broadsheet, 40.1, 2011, S. 50–55 (Online). Daybook Documenta 14. Pestel, München, London New York 2017.

Weblinks

Biographischer Eintrag:

Einzelnachweise

Kategorie:Videokünstler (Thailand) Kategorie:Objektkünstler (Thailand) Kategorie:Installationskünstler (Thailand) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Bildender Künstler (Berlin) Kategorie:Thailänder Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Mann