mini|Henning Kößler (links) beim Colloquium zum 90. Geburtstag von Otto Haupt im Jahre 1977

Henning Kößler (* 27. April 1926 in Braunschweig; † 14. März 2014 in Nürnberg)Lebensdaten nach Traueranzeige Henning Kößler bei trauer.nordbayern.de. war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.

Leben, Bildungsweg und Karriere Henning Kößler, Sohn des promovierten Hans Kößler, studierte von 1946 bis 1952 Philosophie, Germanistik und evangelische Theologie an der Universität Göttingen. 1954 wurde er dort mit der Dissertation Problematik und Schicksal der Schillerschen Freiheitsidee zum Dr. phil. promoviert. Als wissenschaftlicher Assistent von Wilhelm Kamlah war er von 1954 bis 1964 am philosophischen Seminar der Universität Erlangen tätig. Nach der Habilitation mit einer Arbeit über die Anfänge der Geschichtsphilosophie wurde Kößler 1964 zum außerordentlichen, 1969 zum ordentlichen Professor für Philosophie an die Pädagogische Hochschule Nürnberg berufen. Nach deren Eingliederung in die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg war Kößler von 1972 bis 1976 Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und von 1976 bis 1982 Vizepräsident der Universität Erlangen-Nürnberg. In den Jahren von 1972 bis 1976 hatte er zudem als Vizepräsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz fungiert. Die Emeritierung erfolgte 1994.

Henning Kößler war verheiratet mit Ingeborg Kößler, geborener Engert-Kößler, und hatte drei Kinder.

Wirken In Forschung und Lehre befasste sich Kößler insbesondere mit anthropologischen und sprachphilosophischen Aspekten und hat eine Reihe von Publikationen dazu veröffentlicht. Seine letzte große Arbeit war ein Werk zur Moralphilosophie. Über sein engeres Arbeitsfeld hinaus bekannt wurde er durch eine in der Diskussion bis heute immer wieder (meist um den letzten Halbsatz gekürzt) zitierte Definition von Bildung:

Im Zusammenhang mit seinem Bildungskonzept wies Kößler nachdrücklich auf die Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften hin und hinterfragte bei einem 1983 vor der Westdeutschen Rektorenkonferenz gehaltenen Vortrag die vorgeblich zur "Ausbildungsfabrik" mutierte universitäre Bildungsstätte:

Veröffentlichungen (Auswahl) 250 Jahre Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Hrsg. von Henning Kößler (=Erlanger Forschungen Sonderreihe, Band 4). Erlangen 1993, ISBN 978-3-922135-91-3. Selbstbefangenheit – Identität – Bildung. Beiträge zur praktischen Anthropologie. Mit einem Nachwort von Eckard König. Weinheim 1997, ISBN 978-3-89271-721-8. Die Überwindung der Selbstbefangenheit. Eine Religionsanthropologie (=Religionswissenschaftliche Texte und Studien, Band 10). Hildesheim / Zürich / New York 2001, ISBN 978-3-487-11420-0. Moral und Ethik.Die Moralphilosophie eines ungläubigen Christen (=Philosophische Texte und Studien, Band 102). Hildesheim / Zürich / New York 2009, ISBN 978-3-487-14207-4.

Ehrungen Bundesverdienstkreuz erster Klasse (1982) Bayerischer Verdienstorden (1994)

Literatur Kößler, Henning. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 673.

Weblinks . Eintrag Kößler, Henning † bei Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender online. Art. Zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Henning Kößler bei Informationsdienst Wissenschaft. Art. Zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. Kößler bei www.presse.uni-erlangen.de

Einzelnachweise

Kategorie:Philosoph Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2014 Kategorie:Mann