Die Schlacht um Mandalay und Meiktila vom Februar bis März 1945 fand während des Zweiten Weltkrieges in Zentral-Burma statt. Die Britisch-Indische 14. Armee griff die zahlenmäßig schwächere japanische 15. und 33. Armee entlang des Flusses Irrawaddy an und konnte Meiktila und Mandalay besetzen. Vorgeschichte Die Niederlage von Imphal und Kohima kratzte am Nimbus der japanischen Truppen. Mit dem Ende des Monsuns 1944 kam für die Briten der Moment, nach Burma zurückzukehren um Mandalay zu befreien und sich mit den amerikanischen und chinesischen Kämpfern zu verbinden, um die Burmastraße wieder zu öffnen. Die japanischen Verluste in Burma waren 1944 katastrophal, aber hauptsächlich auf Krankheiten zurückzuführen. Im Bezirk Yunnan war die japanische 33. Armee (Generalleutnant Masaki Honda) dem starken Druck der chinesischen Nationalarmee ausgesetzt. Am 1. September 1944 wurde Generalleutnant Kimura Heitarō als Nachfolger von Generalleutnant Kawabe Masakazu zum neuen Befehlshaber der Regionalarmee Burma bestellt. Generalleutnant Tanaka Shin’ichi wurde zum Generalstabschef der Regionalarmee Burma ernannt und hatte die Verantwortung für die Operationen. Die japanische 28. Armee (Generalleutnant Sakurai Shōzō) hatte Befehl, die Alliierten mit nur zwei Division an der Küste von Arakan bis 56 Kilometer nördlich von Kyaukpyu aufzuhalten. Während die 54. Division dem indischen XV. Corps den Weg verlegen sollte, musste die 55. Division verlegt werden, um das Irrawaddy-Delta zu sichern. Es bestand ansonsten die Gefahr, dass die Rückzugslinien der japanischen 15. Armee zwischen Meiktila und Rangun abgeschnitten würden. Die 15. Armee (Generalleutnant Katamura Shihachi) und 33. Armee sollten dann der alliierten Übermacht am östlichen Flussufer des Irrawady gemeinsam standhalten. Die nördlicher eingesetzte 33. Armee sollte die chinesischen Streitkräfte aufhalten, die versuchten den Landweg von Indien nach China zu öffnen. Die japanische 15. Armee erwartete den Angriff in Richtung auf Mandalay oder Minangyang. Die 15. Division konzentrierte bei Madaya, die 31. Division bei Myinmu und die 33. Division bei Mingyan-Pakokku.
Operation Extended Capital mini|General William Slim
Das Alliierte Südostasien-Command plante bereits Juni 1944 die Rückeroberung von Burma. Die Britisch-indische 14. Armee unter Generalleutnant William Slim sollte von Norden her, eine Offensive direkt nach Zentral-Burma führen, um das Land zu erobern. Die Operation, die zuerst Mandalay in Zentral-Burma erreichen sollte, erhielt zunächst den Codenamen Operation Capital, später wurde die weitere Verfolgung nach Rangun erwogen und das Unternehmen in Operation Extended Capital umbenannt. Von den fünf beteiligten Divisionen der 14. Armee bestand nur die 2. Division aus britischen Soldaten, die Masse waren indische Truppen. Die britische Soldaten, die in der Schlacht um Kohima gekämpft hatten und die japanische Armee verfolgten, kämpften jetzt wieder mit voller Zuversicht. Die 14. Armee verfügte auch über viele amerikanische Panzer, die 254. Panzerbrigade hatte zumeist M3 Lee und Grant-Panzer und wurde dem XXXIII. Korps zugeteilt, die 255. Panzerbrigade hatte Sherman-Panzer und wurde dem IV. Korps zugewiesen. Zur Unterstützung der Offensive der 14. Armee, rückte am rechten Flügel auch das XV. Korps (General Christison) in der Küstenprovinz Arakan vor. Das Korps wurde auch befohlen, Flugplätze an der Küste und auf Inseln vor der Küste zu erobern oder neu anzulegen, die auf dem Seeweg versorgt werden, um von dort Slims Truppen versorgen zu können.
Die alliierte Luftüberlegenheit war mit 1200 Flugzeuge erdrückend: das Luftkommando 221 der Royal Air Force unter Air-Vizemarshall S. F. Vincent unterstützte die Bodentruppen beim folgenden Feldzug mit 4360 Flügen von B-25 Mitchell Bomber, Hawker Hurricane und P-47 Thunderbolt Jäger und Bristol Beaufighter Jagdbomber. Auch schwere amerikanische Bomber B-24 Liberator der fernöstlichen strategischen Luftwaffe konnte angefordert werden. Die wichtigste Säule der Luftunterstützung bestand aus der Combat Task Force, zu der sowohl britische als auch amerikanische Staffeln von Transportflugzeugen, insbesondere die Douglas C 47 gehörten. Die 14. Armee zählte jetzt fast 260.000 Mann und benötigte für ihre maximale Einsatzkraft täglich Verpflegung durch Transportflugzeuge. Die Amerikaner unter Stilwell und die nationalchinesische Armee sollten am Fluss Salween nach Süden auf die Linie Taveikin - Mogok – Rashio vorgehen.
Auf der anderen Seite hatten die Japaner nur mehr wenige Flugzeuge, hauptsächlich um Luftaufklärung zu fliegen, sie erhielten nur wenig Informationen von der burmesischen Bevölkerung, die unter japanischer Militärkontrolle ihren Unabhängigkeitsstreben schon aufgegeben hatten. Einige Formationen hatten eigene Geheimdienste gegründet; zum Beispiel hatte die 28. Armee den Geheimdienst Hikari Kikan (Generalmajor Saburo Isoda) geschaffen, dessen Agenten in den Grenzregionen von Burma und in einigen abgelegenen Regionen Südburmas agierten. Allerdings konnten diese Agenten ihre Informationen nicht schnell genug melden, um im schnell bewegenden Kampf taktisch nützlich zu sein.
Beteiligte Einheiten
14. Armee (Generalleutnant William Slim)
IV. Korps (Generalleutnant Frank Messervy) 7. Indische Division (General Geoffrey Charles Evans) Indische 255. Panzerbrigade (Brigadier C. E. Pete) 28. ostafrikanische Brigade (Brigadegeneral W. A. Dimorin) Rusjai-Brigade (Brigadegeneral P. C. Mardin) 17. Indische Infanteriedivision, Generalmajor David Tennant Cowan XXXIII. Korps (Generalleutnant Sir Montagu Stopford) 2. britische Division (General Cameron Gordon Nicholson) 19. Indische Division (Generalmajor Thomas Wynford Rees) 20. Indische Division (Generalmajor Douglas David Gracey) Indische 254. Panzerbrigade (Brigadegeneral R. L. Scone) 268. mot. Brigade Brigade (Brigadegeneral G. M. Dale) Reserve: 5. Indische 5. Division (Generalmajor Robert E. Mansergh)
Regionalarmee Burma (Generalleutnant Kimura Heitarō) mini|Generalleutnant Kimura Heitarō
15. Armee Generalleutnant Shihachi Katamura 15. Division, Generalleutnant Shibata Ryuichi (ab 28. Februar General Yamamoto Kiyoe, nördlich von Mandalay) 31. Division, Generalleutnant Kawada Takutaro (westlich von Mandalay) 33. Division, Generalleutnant Nobuo Tanaka (Myingyan) 53. Division, Generalleutnant Hayashi Yoshihide (südlich von Mandalay)
33. Armee Generalleutnant Masaki Honda 56. Division, Generalleutnant Yuzo Matsuyama 18. Division, Generalleutnant Eitaro Naka (55. und 56. Regiment) 214. Regiment (von der 33. Division) 119. Regiment (von der 53. Division) 4. Regiment (von der 2. Division)
Reserve 49. Division, Generalleutnant Saburo Takehara (106. und 168. Regiment) 24. unabhängige gemischte Brigade (Rückzug nach Moulmein) 2. Division, Generalleutnant Okazaki Seisaburo (im Rückzug nach Französisch-Indochina) Unabhängige gemischte 72. Brigade (Generalmajor Tsunoru Yamamoto im unteren Irrawaddy-Tal)
Vormarsch über den Chindwin zum Irrawaddy mini|hochkant|Frank Messervy, Kommandeur des IV. Korps mini|Vorgehen der britisch-indischen Truppen
Am 19. November 1944 begann die britisch-indische 14. Armee den Vorstoß auf Mandalay. Das IV. Corps unter General Messervy überquerte in der Operation Journalist den Chindwin bei Sittaung und das XXXIII. Corps unter General Stopford bei Mawlaik und Kalewa. Slim plante die japanische 15. Armee durch Umfassung zum Rückzug zu zwingen. Im Norden hatte dann das XXXIII. Korps als Hammer und im Süden das IV. Korps als Art Amboss zu fungieren, beide Einheiten hatten den Vormarsch auf Mandalay und Meiktila zu führen. Messervys Korps (7. und 17. Division) hatte fast 240 Kilometer nach Süden vorzugehen, während das Korps von Stopford (2., 19. und 20. Division) die Masse der japanischen 15. Armee (15., 31. und 53. Division) auf sich ziehen sollte.
Schon im Herbst 1944 hatte die 14. Armee zwei Brückenköpfe über den Chindwin errichtet, wobei vorgefertigte Bailey-Brücken zum Einsatz kamen. Operatives Ziel war es auch, die japanische Verteidigung am Kabo zu durchbrechen, wo die Bewässerung der Shwebo-Ebene erfolgte. Basierend auf vergangene Aktionen nahm Slim an, dass die Japaner in der Shwebo-Ebene, zwischen den Flüssen Chindwin und Irrawaddy kämpfen würden. Am 29. November startete die indische 19. Division des IV. Korps den Angriff aus dem nördlichen Brückenköpfen bei Sittaung und Mawlaik.
Am 4. Dezember griff die indische 20. Division (XXXIII. Korps) aus dem südlichen Brückenkopf bei Kalewa an. Beide Divisionen machten rasche Fortschritte und trafen auf nur wenig Widerstand. Vor allem die indische 19. Division (Generalmajor Rees) stand nach fünf Tagen den Raum 130 km östlich von Sittaung und schnitt die Eisenbahnstadion Indaw ab. General Slim erkannte, das seine frühere Annahme, den Japaner am Irrawaddy entgegentreten zu müssen, falsch war. Da bisher nur eine der Divisionen des IV. Corps eingesetzt war, konnte er seinen ursprünglichen Plan noch verändern. Die indische 19. Division wurde zum XXXIII. Korps umgruppiert, um durch die Shwebo-Ebene nach Mandalay vorzurücken. Die britische 2. Division (General Nicholson) rückte am 16. Dezember 1944 aus dem Chindwin-Brückenkopf vor, ihre Aufgabe war vorrangig, frontnahe Flugplätze für den Nachschub zu gewinnen. General Slim verschob vorausdenkend die Masse des IV. Corps (General Messervy) nach Süden, um den Fluss bei Pakokku zu überschreiten. Die Nachschublinien dehnten sich über Hunderte von Kilometern durch unwegsamen Dschungel, einer Gefahr, der durch ausreichende Luftversorgung begegnet wurde. Um die Masse ihrer Divisionen den Rückzug über den Irrawaddy zu ermöglichen, hatten die Japaner ihrer Nachhut in der Shwebo-Ebene hinhaltenden Widerstand befohlen. Der Rest des IV. Korps, verstärkt durch die Reserve der 14. Armee, wurde jetzt von der linken Flanke nach rechts versetzt. Dessen Aufgabe war es, das Gangaw-Tal westlich des Chindwin zu durchqueren, dann den Irrawaddy bei Pakokku zu überbrücken und das Logistik- und Kommunikationszentrum von Meiktila durch einen schnellen Panzervorstoß einzunehmen. Um die Japaner davon zu überzeugen, dass das ganze IV. Korps weiterhin auf Mandalay vorrückte, wurde in der Nähe von Sittaung ein Schein-Hauptquartier eingerichtet.
Am linken Flügel der 14. Armee Mitte Dezember wurde bei Banmauk die Verbindung mit dem Northern Combat Area Command unter General Joseph Stilwell hergestellt. Slims Truppen erreichten bis Ende Dezember den Irrawaddy zwischen Katha und Shwegu. Im Januar 1945 säuberten die indische 19. Division und die britische 2. Division die Shwebo-Ebene, während sich die indische 20. Division bei Monywa, einen großen Flusshafen am Ostufer des Chindwin vorkämpfte. Die japanische Nachhut nördlich des Irrawaddy wurde weitgehend geschlagen, sie behielten aber weiterhin Positionen in den Sagaing-Bergen. Die indische 19. Division ging am 14. Januar 1945 bei Thabeikkyin, 64 km nördlich von Mandalay und am nächsten Tag bei Singu 50 km nördlich dieser Stadt über den Fluss Irrawaddy.
mini|Übergang über den Irrawaddy
Die britische 2. Division, die von Shwebo nach Süden vorging, rückte aufgrund der schlechten Versorgung nur langsam nach Süden vor und besetzte am 24. Januar Hladaw. Am 22. Januar griff die indische 100. Brigade ostwärts nach Myinmu an. Ein Bataillon des japanischen Regiments 138 schützte Myinmu, gab seine Stellung aber am 21. Februar auf und zog sich zum Südufer zurück. Der Führer der japanischen 31. Division, General Kawada Takutaro, nahm den vorzeitigen Abzug wieder zurück und befahl einen Gegenangriff, der jedoch scheiterte. Das andere Ufer bei Kamlikon besetzte das 213. Regiment und ein Bataillon des 214. Regiments.