Der Schützenverein Lohne e.V. von 1608 ist der größte Schützenverein der Stadt Lohne (Oldenburg). Die Jahresangabe 1608 bezieht sich auf die erste urkundliche Erwähnung eines Vogelschießens in Lohne. Das Einzugsgebiet des Vereins beläuft sich auf alle Stadtteile und eingegliederten Gemeinden der Stadt Lohne.

Das Lohner Schützenfest ist nach dem Schützenfest Hannover das zweitgrößte in Niedersachsen.Lohne feiert Schützenfest Artikel mit Bilderstrecke vom 8. Juli 2012 in der NWZ. Abgerufen am 5. September 2018....und nun zum zweitgrößten Schützenfest nach Lohne Artikel auf Seite des Musikvereins Garrel vom 9. Juli 2013. Abgerufen am 5. September 2018.Wegen Überfüllung geschlossen Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 14. Juli 2014. Abgerufen am 5. September 2018. Es gilt bundesweit als zweitgrößtes Schützenfest, das von einem einzigen Schützenverein organisiert wird und an dem keine anderen Vereine wie z. B. Karnevalsgruppen oder Sportvereine teilnehmen. Nur das Neusser Bürger-Schützenfest ist größer.

Geschichte Vor 1608 Für die Geschichte dieser Zeit existieren nur wenige Belege, weil Quellen durch Kriege und Unglücke verloren gingen. Am 24. August 1623 und Pfingsten 1637 plünderten Tillys Truppen Hopen und Teile von Lohne.C. H. Nieberding: Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster. 2. Aufl. Vechta 1967, Band 2, S. 460. Die Kirchenbücher von Lohne vor 1683 gelten als verschollen. Das Archiv von Vechta, welches bis dahin u. a. die kirchlichen Aufzeichnungen auch aus Lohne enthielt, brannte 1684 aus.Vechta Eintrag auf stadtbuecher.de. Abgerufen am 8. Oktober 2018. Es gibt einen Erlass des Fürstbischofs Johann IV. aus dem Jahre 1571, in dem bestimmt wurde, dass das Vogelschießen nicht länger als einen Nachmittag dauern sollte und dass auf je 20 Personen nicht mehr als eine Tonne (Fass) Bier angeschafft und ausgeschenkt werden durfte. Jeder Teilnehmer sollte vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause gehen.

Die erste Erwähnung einer Schützenfest ähnlichen Veranstaltung soll aus dem Jahre 1524 stammen. Urkundlich ist dies für Lohne nicht belegbar. Es gibt Protokolle der Burgmannen vor 1608, allerdings ohne Erwähnung eines Schießens zur selben Zeit. Es ist davon auszugehen, dass solche Veranstaltungen stattgefunden haben. Es liegen aber keine urkundlichen Erwähnungen vor.

17. Juni 1608 bis 1836 In dem Protokoll der Burgmannen vom 17. Juni 1608, welche an dem Tag Recht sprachen, wird die Zusammenkunft beim „Vogelstaken“ in Loene (alte Form von Lohne) erwähnt.C. H. Nieberding: Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster. 2. Aufl. Vechta 1967, Band 3, S. 111. Das Vogelstaken war ein Übungsschießen auf einen Holzadler, der auf einer Stange (der Vogelstake, Vogelstange) befestigt war. Üblicherweise wurde der Gewinner des Vogelstakens zum König ernannt.

Bei den häufigen Versammlungen der Burgmänner musste der Sekretär das Protokoll aufnehmen und die Protokolle der Reihe nach in das Protokollbuch einzutragen. Im Jahr 1608 fanden insgesamt 20 Versammlungen statt, davon vier in Lohne. Aufgrund dieser Protokolle begründet der Schützenverein Lohne seine über vierhundertjährige Geschichte. Die Protokolle der Burgmannen sind nicht mehr auffindbar. Allerdings hat C.H. Nieberding in seinen Schriften und dem Buch Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster wörtlich die Protokolle zitiert. Deshalb werden die Protokolle als authentisch angesehen und auch in wissenschaftlichen Arbeiten als Quelle akzeptiert.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg legte der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, die Grundlagen für den Schutz der Bevölkerung fest. Er ordnete an, dass jeder dienstfähige Einwohner im Amt Vechta (zu dem auch Lohne gehörte) sich aus eigenen Mitteln mit einem Gewehr versehen musste. Jedem Kirchspiel wurde ein ausgedienter Soldat zugewiesen, der die wehrfähigen Männer des Ortes im Exerzieren und Schießen unterweisen musste.

Im Hochstift Osnabrück, zu dem auch das Lohner Nachbardorf Damme gehörte, wurde im Jahre 1657 das Vogelschießen in einer eigenen Verordnung durch Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg geregelte.

Bis ins 18. Jahrhundert hielt sich das Vogelschießen nahezu unverändert, obwohl es immer mehr seinen militärischen Charakter verlor. In einigen Städten wie z. B. Vechta und Wildeshausen ging das Vogelschießen in Schützengesellschaften oder -gilden über. In den ländlicheren Gebieten erlosch die Tradition des Vogelschießens in den meisten Dörfern nach und nach. Der örtliche Landadel verbot es vielfach in seinen Ländereien, da die Gefahr der Wilderei durch bewaffnete Leibeigene als zu groß angesehen wurde.

1836 bis 1933 Überlieferungen besagen, dass 1836 wieder ein Königsschießen in Lohne stattfand. Über die Durchführung bzw. Könige der ersten Jahre ist keine schriftliche Quelle erhalten geblieben. Belegt kann die Jahreszahl 1886 werden, da dem Schützenverein aufgrund seines fünfzigjährigen Bestehens vom Großherzog von Oldenburg eine neue Fahne geschenkt wurde. Diese Fahne wurde erst 1923 durch eine Neue ersetzt.

Der Flachs- und Garnfabrikant Anton Bramlage (* 1816; † 1913) stellte innerhalb des Schützenvereins einen bis heute ungebrochenen Rekord auf. Er war in den Jahren 1841, 1846, 1847 und 1854 König der Lohner Schützen. Kein anderer Schütze konnte vier Königswürden gewinnen. Jeder König erweiterte die Königskette um einen Orden. Dieser verbleibt an der Kette. Nach seiner Amtszeit trug der Ex-König einen Königsorden an der Jacke.

Im Juni 1887 verpflichteten sich 125 Lohner Bürger durch Unterschrift zur festen Mitgliedschaft in der neu gegründeten Schützengesellschaft. Die im Vorjahr gestiftete neue Fahne wurde am 3. Juli 1887, dem Schützenfestsonntag, feierlich eingeweiht. Diese Einweihung wurde durch einen eigenen Artikel in der Vechtaer Zeitung vom 1. Juli 1887 angekündigt. Der Schützengesellschaft traten hauptsächlich besser betuchte Bürger aus Lohne, wie z. B. Fabrikanten, Kaufleute, Handwerker und eigenständige Bauern bei. Untere Bevölkerungsschichten, wie z. B. Arbeiter, Heuerleute und Dienstboten waren auf die Rolle der Zuschauer und Besucher auf dem Festplatz begrenzt.

1894 betrug der Mitgliedsbeitrag 1 Mark. Eine weitere Mark musste bezahlt werden, wenn man am Königsschießen teilnehmen wollte. Auf dem Festplatz gab es zur Unterhaltung der Gäste mehrere Kuchenbuden, eine Fischbude, einen Schießstand und schon seit 1887 ein Karussell. Ein Glas Bier kostete 10 Pfennige, eine Tasse Kaffee 15 Pfennige, Brause 20 Pfennige, eine Portion Butterbrote 25 Pfennige und Kartoffelsalat mit Würstchen 45 Pfennige.

Im Juni 1894 wurde der Zigarrenfabrikant Friedrich Wilhelm Haller Schützenkönig in Lohne. Seine Regentschaft sollte traditionell ein Jahr dauern. Am 3. Juni 1895 wurde auf der Schützenversammlung im „Schützenhause auf der Heide“ beschlossen, dass das Schützenfest mit Rücksicht auf die stattfindende Tierschau in diesem Jahr nicht gefeiert werden sollte. Mit einem Jahr Pause war das nächste Schützenfest erst im Jahr 1896. Friedrich Wilhelm Haller ist in der Geschichte des Schützenvereins Lohne der erste König mit einer zusammenhängenden Amtszeit von zwei Jahren.

Da es für einfache Arbeiter, Knechte und Lohnempfänger sehr schwierig war, Mitglied in der Schützengesellschaft zu werden, gründete sich 1902 der Volksschützenverein. 1903 wurde aus Mitgliedern der Schützengesellschaft und Mitgliedern des Volksschützenvereins die Lohner Schützengilde gegründet. Bis zur Gleichschaltung 1933 fanden in Lohne somit drei Schützenfeste statt. Diese Dreigleisigkeit bestand bis ins Jahr 1933, als es durch die Gleichschaltung zur Auflösung aller bestehenden Vereine kam.

Die Vereine feierten unabhängig voneinander ihr eigenes Schützenfest, außer in der Zeit des Ersten Weltkriegs, wo keine Schützenfeste abgehalten wurden. Erst 1919 fanden in Lohne wieder Schützenfeste statt. Am 1. Mai 1919 wurde der Musikverein Lohne gegründet. Im Juli 1919 fand das erste Konzert vor der Lohner Schützengesellschaft statt. Aus dem Musikverein wurde später die Stadtkapelle Lohne.

1933 bis 1945 1933 wurde mit der Gleichschaltung und des Führerprinzips auch der Schützenverein Lohne in seinem Bestehen gefährdet. Im Rahmen dieser Gleichschaltung wurden sowohl die Schützengesellschaft, der Volksschützenverein und die Lohner Schützengilde zusammengelegt. Zwangsweise wurde der neue Verein Lohner Schützenverein genannt. Dieser bestand bis zur Zwangsauflösung 1939. Während des Zweiten Weltkriegs wurden keine offiziellen Schützenfeste gefeiert und keine Könige ausgeschossen. Trotz der Zusammenlegung gab es in Lohne vom NS-Regime unabhängige Schützenfeste. Vorladungen und Gerichtsprotokolle aus dieser Zeit belegen ein gelebtes unabhängiges Schützenwesen. Schützenkönige in Lohne von 1933 bis 1939 1933 Bernhard Bunte mit Lissy Heseding 1936 Georg Gerdes mit Mia Buschmann 1938 Erich Hollerbach mit Emmy Hollerbach 1934 Edu Römann mit E. Römann 1937 Franz Buschmann mit Sefi Buschmann 1939 Paul Zumbrägel mit Paula Zumbrägel 1935 Josef Schaland mit Hilde Clodius Kinderkönige in Lohne von 1933 bis 1939 1934 Josef Ostendorf mit L. Hinners 1936 Helmut Burhorst mit Lore Brand 1938 Josef Uchtmann mit Hedwig Aumann 1935 Clemens Backhaus mit Gerlinde Burhorst 1937 Carl Bünker mit Marianne Böckmann 1939 Franz-Josef Buschmann mit Hedwig Wilkens

1945 bis 1964 Das Schützenwesen in Lohne wurde direkt nach dem Krieg weitergeführt. Mehrere „alte“ Kompanien feierten jedes Jahr als Schützen eigene Feste. 1950 wurde von den Alliierten Besatzungsmächten wieder ein Schützenfest erlaubt. Dieses wurde unter dem Vorkriegsnamen „Lohner Schützenverein“ abgehalten. Der erste Nachkriegskönig war 1950 Josef Weghoff mit Königin Lissy Weghoff aus der 6. Kompanie „Brink-Nord“. 1954 stellte das Amtsgericht Vechta in einem Urteil fest, dass der Schützenverein während der Jahre des Nationalsozialismus und der Kriegsjahre nicht aufgehört hat zu bestehen. Schützenkönige in Lohne von 1950 bis 1964 1950 Josef Weghoff mit Lissy Weghoff(6. Kompanie „Brink-Nord“) 1955 Anton Eiken mit Paula Eiken(97. Kompanie „Stadtkapelle Lohne e.V.“) 1960 Walter Burhorst mit Evi Beckmann(14. Kompanie I.Zug „Markt“) 1951 Franz Beckmann mit Lissy Beckmann(1. Kompanie „Obere Lindenstraße“) 1956 Heinrich Dehlwisch mit Therese Dehlwisch(4. Kompanie „Bahnhofstraße“) 1961 Heinrich Willenborg mit Lotti Willenborg(5. Kompanie I.Zug „Dei Danner“) 1952 Franz Deters mit Gertrud Deters(15. Kompanie „Rießeler Jäger“) 1957 Hermann Asbree mit Mimmi Asbree(11. Kompanie I.Zug „Keet-Alt“) 1962 Albert Behrend mit Ida Behrend(20. Kompanie „Blitz“) 1953 Aloys Fangmann mit Resi Fangmann(15. Kompanie „Rießeler Jäger“) 1958 Willy Blömer mit Annemarie Blömer(9. Kompanie „Wichel“) 1963 Clemens Krogmann mit Paula Krogmann(12. Kompanie „Brink-Süd“) 1954 Aloys Diekstall mit Marianne Diekstall(1. Kompanie „Obere Lindenstraße“) 1959 Willi Kreis mit Ilse Kreis(16. Kompanie „Landwehrstraße“) 1964 Heinrich Brockhaus mit Maria Brockhaus(13. Kompanie „Schellohne“) Kinderkönige in Lohne von 1950 bis 1964 1950 Lothar Fischer mit Gisela Römann 1955 Norbert Steffen mit Ludmilla Renner 1960 Lothar Fischer mit Gisela Römann 1951 Richard Hane mit Ursula Brand 1956 Kurt Wilke mit Ingrid Rohe 1961 Clemens Püttmann mit Annegret Schildwächter 1952 Hans Diekmann mit Marlies Christen 1957 Ludger Fischer mit Gertrud Bergmann 1962 Claus-Peter Poppe mit Monika Rosarius 1953 Helmut Buchaly mit Erika Eigenfeld 1958 Willy Arkenau mit Marcella Kordes 1963 Franz-Josef Stromann mit Jutta Kampschulte 1954 Gerd Gerwing mit Christel Schöckemöhle 1959 Konrad von Husen mit Ursula Eckhoff 1964 Alfons Böckmann mit Gabriele Runnebom

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