mini|300px|Südeingang, im Hintergrund das Hauptportal der Pfarrkirche mini|hochkant|Kleiner Westeingang an der Salzburger Straße
Der Friedhof St. Zeno ist der größte Friedhof in Bad Reichenhall und umschließt größtenteils die Kirche St. Zeno. Weitere Friedhöfe im Stadtgebiet befinden sich in den Stadtteilen Karlstein beim Nonner Kirchlein und in Marzoll bei der Pfarrkirche St. Valentin.
Der alte Teil des Friedhofes sowie eine Grabsäule und das Kriegerdenkmal stehen unter Denkmalschutz und sind unter der Nummer D-1-72-114-137 in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.
Beschreibung Der Friedhof von St. Zeno befindet sich an der Salzburger Straße in Bad Reichenhall und schließt direkt an die Kirche St. Zeno und das Kloster St. Zeno an. Die Mauer um den Friedhof wurde im 19. Jahrhundert errichtet, es befinden sich dort viele Grabmäler aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der alte Teil des Friedhofes wird vom neuen Teil durch eine von Nordwesten nach Südosten verlaufende Mauer, die sich etwa 40 Meter hinter der Leichenhalle befindet, abgetrennt.
Einzeldenkmäler mini|hochkant|Inschrift Grabsäule In der Beschreibung der Denkmäler gibt das Landesamt für Denkmalpflege folgende Objekte an: Friedhof, alter Teil; mit Ummauerung aus dem 19. Jahrhundert und Grabmälern aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert; Grabsäule (Grabdenkmal/Grabstele); Grabsäule für Johannes Nepomuk Peter, gotisierend, 1904; Kriegerdenkmal; Obelisk von 1871.
Neben Johannes Nepomuc Peter sind auf der Grabsäule am kleinen Seiteneingang noch dessen Neffe, der Wiener Magistratsrat Georg Holnsteiner, mit seiner Witwe Therese Holnsteiner vermerkt.
Am unteren, dunkleren Teil der Säule ist auf der östlichen Seite – unterhalb der Inschrift des Georg Holnsteiner – auch noch das Fräulein Insa von Helmreichen zu Brunnfeld (* 29. August 1816, † 27. Mai 1902) vermerkt. Virgil von Helmreichen zu Brunnfeld wurde nur wenige Jahre vor Insa von Helmreichen zu Brunnfeld geboren, sein Großvater war der Amtskastner in Kipfenberg Christoph Peter,Helmreichen von Brunnfeld, Virgil auf deutsche-biographie.de, abgerufen am 12. September 2020 der den gleichen Familiennamen trägt wie Johannes Nepumuc Peter.
Gestaltung mini|hochkant|Unbehauener Naturstein als Grabstein mini|links|Hinweis Feld 1 mini|hochkant|Zugang zur Urnenhalle Die Grabstellen auf dem Friedhof St. Zeno sind überwiegend geometrisch in Feldern und Reihen angelegt. Die Wege und Zwischenräume zwischen den Grabstellen sind – mit Ausnahme der Zugänge zur Kirche vom südlichen Friedhofstor – gekiest. Die Felder sind mit quaderförmigen Steinen am Boden gekennzeichnet, die sich jedoch kaum von den gekiesten Wegen abheben. Nördlich der Aussegnungshalle und im neuen Teil des Friedhofs sind die Grabreihen durch niedrige Hecken gegliedert. In den Erdgräbern ist auch eine Urnenbeisetzung möglich, zusätzlich wurden in Teile der Friedhofsmauern Nischen für die Urnenbestattung eingebaut.
Auf dem Friedhof St. Zeno finden sich überwiegend rechteckige Grabsteine, verwendet werden dafür unterschiedlichste Materialien wie z. B. der regionale Untersberger Marmor. Geschmiedete oder geschnitzte Grabkreuze aus Eisen bzw. aus Holz, wie man sie in Bayern oft auf Friedhöfen findet, sind in St. Zeno die Ausnahme. Die Gräber haben in der Regel einen rechteckigen Grundriss und sind mit Kantsteinen eingefasst. Die Gräber wohlhabender Bürger sind meist direkt an den Friedhofsmauern platziert, sind größer und oft auch mit aufwendigen Steinmetzarbeiten verziert. Manche Gräber haben einen großen Findling anstelle eines Grabsteins und andere sind nur mit einer Grabplatte bedeckt.
Urnenhalle Zusätzlich zu den Nischen der Urnen in den Friedhofswänden und im neuen Kolumbarium befinden sich im Untergeschoss der Aussegnungshalle weitere knapp 300 Nischen für Urnenbestattungen.
Neues Kolumbarium Um die Jahrtausendwende wurde an den südwestlichen alten Teil des Friedhofs ein Kolumbarium angebaut. Die Stadtverwaltung und der Architekt haben sich dabei für ein „verwildertes Erscheinungsbild“ entschieden.
Aktuelle Situation mini|Grab Familie Schmidberger mit Grabstein aus Untersberger Marmor Der Friedhof in St. Zeno leidet auch unter dem Trend zu Urnenbestattungen oder anonymen Bestattungen. Laut Friedhofswart kommen Urnen aktuell bei 80 % der Bestattungen zum Einsatz und 100 Auflassungen stehen nur noch 50 neue Gräber gegenüber.Mareike Klappenbach: Erinnerung kaum noch in Stein gemeißelt im Reichenhaller Tagblatt vom 17. Oktober 2020 Dies zeigt sich in den Lücken zwischen den Gräbern, die vor allem im alten Teil des Friedhofs nordöstlich der Kirche immer größer und deutlicher werden. Ein Problem sieht der Friedhofswart in der kurzen Ruhezeit. Anders als z. B. im Friedhof in Marzoll mit 20 Jahren beträgt die Ruhezeit in St. Zeno nur zehn Jahre. Für diese kurze Zeit lohne sich oft auch die Anschaffung eines teuren Grabsteins nicht mehr. Um aufwendige Grabstellen vor der Auflassung zu bewahren, hat der Friedhofswart inzwischen zwei Gräber an der Mauer, die an die Leichenhalle anschließt, für sich selbst gekauft.
Laut dem örtlichen Steinmetz Andreas Zerle gehen die handwerklichen Arbeiten erheblich zurück. Aufwendige Grabgestaltungen, wie sie bereits sein Großvater in St. Zeno hergestellt hat, können heute bis zu 70.000 Euro kosten. Eine Ausgabe, die sich viele Familien nicht leisten können oder wollen. Er habe „noch genug Arbeit bis zur Rente“, sein Sohn wird jedoch das Familienunternehmen nicht mehr weiterführen. Zudem beschränkt sich die bildhauerische Tätigkeit des Steinmetzes heute überwiegend auf die Gravur der Namen. Die meisten Steine werden fertig bearbeitet aus China oder Indien importiert. Zudem seien es überwiegend Zuwanderer aus Osteuropa, die noch aufwendigere Erdbestattungen planen, dabei jedoch auf Grabsteine aus Fernost bestehen. Regionales Material wie der helle Untersberger Marmor – der in der Stadt auch als Baumaterial für die Kirche St. Zeno, die Triftanlagen oder den Grabenbach zum Einsatz kam und auch auf dem Friedhof in St. Zeno noch weit verbreitet ist – wird inzwischen im Schnitt nur noch ein Mal im Jahr für neue Gräber verwendet.
Wichtige Gräber und Gedenktafeln Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über wichtige Grabstellen auf dem Friedhof St. Zeno sowie einige dazugehörige Informationen. Im Einzelnen sind dies: Name: Name des Familiengrabes oder des Verstorbenen. Erläuterung: Zusätzliche Informationen zum Verstorbenen oder der Familie. Lage: Lage der Grabstelle Bild: Bild des Grabes
Grabstellen