mini|hochkant|Vineta Mayer am Zimmersteig auf der Rax, um 1911 Vicentia Antonia „Vineta“ Mayer (* 1. Juli 1865 als Vicentia Antonia Seiller in Triest; † 5. April 1945 in Wien) war eine österreichische Bergsteigerin. Sie war Mitglied im Österreichischen Alpenklub.
Leistungen (Auswahl) Am 9. August 1903 nahm sie an der Erstbegehung der Südostroute der Cima Brenta Alta () im italienischsprachigen Teil Tirols teil.Angelo Elli: Vineta Mayer (ital.). Aufgerufen am 3. September 2018.
Am 11. August 1903 erstieg sie als erste Frau den benachbarten Campanile Basso (Guglia di Brenta) ().DAV Panorama, Magazin des Deutschen Alpenvereins, , München, Nr. 5 / 1999: Campanile Basso – Guglia di Brenta. PDF (1,7 MB) Ihre Besteigung war die insgesamt erst achte Besteigung des Campanile Basso nach dessen Erstbesteigung 1899.Vittorio Emanuele Fabbro: Trent’anni di attività alpinistica sul Campanil Basso (Dolomiti di Brenta). In: Società Alpinisti Tridentini – Sezione del Club Alpino Italiano (Hrsg.): XXV Annuario 1929–30. Scotoni, Trient 1930, S. 53 (PDF). Als Ausgangspunkt für ihre Besteigungen in der Brenta diente die Tosahütte. Im gleichen Jahr hielt sie sich auch an der der Brenta gegenüberliegenden Presanella auf, wie ein Eintrag im Hüttenbuch der Denzahütte belegt.Flavia Caldera, Sabina Tovazzi (Hrsg.): Società degli alpinisti tridentini – SAT. Inventario dell’archivio (1851 - 2015). Provincia autonoma di Trento. Ufficio Beni archivistici, librari e Archivio provinciale, Trient 2020, S. 595, 610 (PDF).
Laut der Monatszeitschrift des Club Alpino Italiano (CAI) vom Juni 1908 erreichte Vineta Mayer am 3. Februar 1908 als erste Skibergsteigerin den Gipfel des Mont Blanc. Für den Aufstieg benötigte sie laut CAI drei Tage. Dabei übernachtete sie im Refuge des Grands Mulets und in der zweiten Nacht im Refuge Vallot bei −20°, bevor sie am dritten Tag den Aufstieg zum Gipfel wagte.Club Alpino Italiano (Hrsg.): Rivista del Club Alpino Italiano. XXVII. Band, Nr. 5 (10. Juni 1908), S. 179 (Digitalisat). Davon abweichend berichtet das Illustrierte Österreichische Sportblatt vom 11. Dezember 1914, dass sie Anfang Februar 1908 als erste Frau im Winter die Berghütte Cabane Vallot () erreichte.Illustriertes Österreichisches Sportblatt, 11. Dezember 1914, S. 3
Privates Mayer war seit 22. November 1890Sterbebuch Wien-Döbling, Bd. 13, S. 45 (Tod von Alfred Gustav Mayer) mit dem Kaufmann Alfred Gustav Mayer (1862–1924Neue Freie Presse, 27. August 1924, S. 12) verheiratet, der ebenfalls Bergsteiger war, sie gingen miteinander zahlreiche Touren.
Vineta und Alfred hatten laut ÖBL zwei Söhne: Max Mayer (* 1890Josef Hasitschka, Ernst Kren, Adolf Mokrejs: Erlesenes Gesäuse. Schall-Verlag, 2012. ISBN 978-3-900533-72-4. S. 515. oder 1893Felix Gundacker: GenTeamAustria Nachrichten, 4/2015: „Duldet nicht, dass die Feuer des Hasses wieder emporlodern!“ (S. 10)) und der Chemiker Guido Mayer (1891–1945Matija Turk: Tragična usoda plezalnega mojstra Guido Mayer (1891–1945?). Planinska Vestnik, Nr. 1/2014, S. 22–26. (kroat.)); beide waren ebenfalls Bergsteiger, führten zivil und während des GebirgskriegsThadeus Tschofenig / Helmut Tributsch: Enzianturm 1916: Erinnerungen eines Kanaltaler Kaiserjägers einige Erstbegehungen durch und publizierten auch.Guido Mayer: Die Langkofelgruppe – ihre turistische Erschließung seit dem Jahre 1895. Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, 1913, S. 244–310. Laut den Informationen der IKGMariborski Vecernik, 26. April 1939, S. 8. PDF (3,5 MB) und der Reformierten StadtkircheTrauungsbuch Reformierte Stadtkirche, Tom. XIII., Fol. 2 waren deren Eltern jedoch Bernard Mayer (1849–1918) und Mathilde Wiener (1866–1942).
Vineta nahm sich beim Herannahen der Roten Armee im April 1945 in ihrer Wohnung in der Wiener Innenstadt das Leben.
Erinnerungen Nach Mayer ist seit 1903 ein Zimmer im Karl-Ludwig-Haus auf der Rax benannt, nachdem sie anlässlich des 25. Jubiläums des Karl-Ludwig-Hauses die Zimmereinrichtung gestiftet hatte.Suche und finde (Tatjana Suchovsky, Rudi Benesch): Österreichische Touristenzeitung, 1916, Nr.10, S. 155 Mayers Name war (ist?) auf einem Stein am Gipfel der Cima della Madonna im Trentino eingraviert.altitudini.it: fotostory | Sulla Cima della Madonna con Guido Rey, 22. Januar 2015 (ital.). Abgerufen am 3. September 2018.Aquile San Martino di Castrozza, Nr. 2, 2015. PDF (15,7 MB). S. 16 und 19 (ital.)
Literatur Christine Kanzler: Mayer Vineta. In: Ilse Korotin (Hrsg.): BiografıA: Lexikon österreichischer Frauen. Band 2: I–O. Böhlau, Wien u. a. 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 2193. PDF (7,4 MB)
Weblinks
Pierre Lafitte (Hrsg.): Femina, Nr. 255, 1. September 1911, S. 470 (franz.). Mayer ist in der Photomontage als Nr. 4 markiert. Frederick Burlingham: How to become an alpinist. S. 96 (mit Photo am Zimmersteig / Rax) und 99. T. Werner Laurie Ltd, London, 1914. (engl.)
Einzelnachweise
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