mini|Junkers L 2 Der Junkers L 2 war ein flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-Flugmotor der Junkers Motorenbau GmbH in Dessau.
Entwicklung Hugo Junkers verwendete für sein ab 1919 gebautes Verkehrsflugzeug F 13 als Antrieb einen BMW-IIIa-Motor, der 1917 noch während des Ersten Weltkriegs entstand und dessen Produktion nach Kriegsende auf Betreiben der Siegermächte eingestellt werden musste, von dem aber noch Restbestände existierten. Als diese 1922 zur Neige zu gehen begannen, entschloss er sich, da BMW an einer Wiederaufnahme der Fertigung nicht interessiert war, das Triebwerk nachzubauen, zumal seine Werkstätten bereits während des Krieges Ersatzteile für BMW-Motoren produziert hatten. BMW erhob keine Einwände und so wiedereröffnete Junkers 1923 seine 1915 stillgelegte Magdeburger Motorenfabrik, diesmal in Dessau, und nahm die Konstruktion und Fertigung von Flugmotoren auf.
Unter der Leitung von Otto Mader zeichnete Junkers-Konstrukteur Kurt Erfurth für die Entwicklung des L 2 verantwortlich und legte ihn aufgrund der Beschränkungen des Versailler Vertrags, der Deutschland anfangs nur Flugmotoren bis maximal gestattete, zu Beginn für eine Leistung von bei einem Hubraum von 19 l aus. Der Typ erhielt 1924 seine Musterzulassung und ging anschließend in die Serienproduktion, wobei wegen der sich immer mehr lockernden Bestimmungen die Leistung allmählich gesteigert werden konnte und der Ausstoß am Ende bei bis zu 60 Stück monatlich lag. Die letzte Ausführung des L 2 besaß eine Startleistung von und als nochmals gesteigerte Ausführung mit erhöhter Drehzahl und einer Startleistung von erschien 1925 der ebenfalls in Serie gebaute L 2a.
Einsatz Am 5. Juli 1924 führte Junkers-Chefpilot Wilhelm Zimmermann in einer mit einem L 2 ausgerüsteten A 25 erstmals auf der Strecke von Berlin nach Ankara einen Postflug durch. Dabei wurde gleichzeitig die Serienausführung des Motors unter Realbedingungen auf einer Langstrecke getestet.Günter Schmitt: Junkers und seine Flugzeuge. 2., unveränderte Auflage, Transpress, Berlin 1986, ISBN 3-344-00192-2, S. 106.
Der L 2 wurde hauptsächlich in verschiedene Versionen der F 13 eingebaut. Weiterhin kam er als mittlerer Antrieb der dreimotorigen G 23 zum Einsatz. Ein weiterer Junkers-Typ, wo er Verwendung fand, war die ebenfalls dreimotorige und bei AB Flygindustri in Limhamn bei Malmö hergestellte G 24. Dort diente er entweder als Hauptantrieb oder neben einem mittig eingesetzten L-5-Triebwerk als beidseitiger Außenmotor. Weiterhin wurden die ursprünglich mit einem Daimler D IIIa oder BMW IIIa motorisierten Junkers A 20 nachträglich auf den stärkeren L 2 umgerüstet und von da an als A 25 bezeichnet.
Technische Daten Kenngröße Daten (L 2) Daten (L 2a) Hersteller Junkers Motorenbau GmbH Entwicklungsland Entwicklungsjahr 1924 1925 Bauform wassergekühlter Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor Bohrung 150 mm Hub 180 mm Hubraum 19,05 l Verdichtungsverhältnis 6 : 1 Länge 1540 mm Breite 555 mm Höhe 1050 mm Masse 290 kg 295 kg Startleistung bei 1650/min bei 1700/min Kampf- und Steigleistung am Boden bei 1650/min bei 1700/min Nennleistung am Boden bei 1550/min bei 1650/min max. Dauerleistung in Bodennähe bei 1380/min bei 1420/min Kraftstoffverbrauch 230 g/PSh Schmierstoffverbrauch 10 g/PSh
Siehe auch Liste von Flugzeugtriebwerken
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Reihenmotor (Luftfahrt) L 2