mini|hochkant|Ernst Reinhold Hofmann Ernst Reinhold Hofmann (; * in Paistu, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † in Dorpat, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich) war ein russischer Geologe, Geograph, Mineraloge und Forschungsreisender.
Leben Ernst Reinhold Hofmann kam als Sohn des deutschbaltischen lutherischen Pastors und Probst Karl Gottlob Hofmann aus Kerzdorf bei Lauban und der aus Leipzig stammenden Jacobina Constantina geb. Hilprich im heute estnischen Dorf Paistu zur Welt. Er studierte ab 1819 zunächst Medizin und, nachdem ihn Moritz von Engelhardt für die Mineralogie gewinnen konnte, bis 1823 Mineralogie an der Kaiserlichen Universität Dorpat.Eintrag Hofmann, Ernst in Deutsche Biographie; abgerufen am 29. August 2018 Anschließend schiffte sich im Sommer 1823 als Expeditionsgeologe auf der Predprijatije ein, die von Kronstadt aus bis 1826 unter dem Kommando von Otto von Kotzebue eine Weltumseglung unternahm. mini|hochkant=1.4|Route der Predprijatije 1823–1826. Nach seiner Rückkehr promovierte er 1827 an der Universität Dorpat. Gemeinsam mit Gregor von Helmersen erforschte er 1828 den Südural, wo er Alexander von Humboldt traf. Seine dort gesammelten Erkenntnisse wurden 1831 in seinem Werk Geognostische Untersuchung der Süd-Uralgebirges in Berlin gedruckt.Biografie Ernst Reinhold Hofmann auf shartashmegaliths.ru; abgerufen am 29. August 2018 (russisch) Nach der Expedition studierte er u. a. bei A. Humboldt und Eilhard Mitscherlich und promovierte 1832 an der Universität Jena zum Dr. phil. In Dorpat heiratete Hofmann am 1. Juni 1833 Emilie Henriette Antonia von Anrep.
Zwischen 1833 und 1836 hielt Hofmann Vorlesungen über Geologie und Mineralogie an der Universität Dorpat und zwischen 1837 und 1842 war er Professor für Mineralogie und Geognosie und von an 1839 auch Dekan der Physikalisch-Mathematischen Abteilung an der St.-Wladimir-Universität in Kiew und initiierte dort die Trennung der Naturwissenschaften und der Mathematik. auf der Webpräsenz der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität; abgerufen am 29. August 2018 (ukrainisch)
1843 reiste er zur Untersuchung von Goldlagerstätten nach Ostsibirien, deren Expeditionsergebnisse er 1847 publizierte. Seit 1844 diente er zudem im Korps der Bergbauingenieure im Rang eines Obersts. Dort wurde er 1869 im Range eines Generalleutnants verabschiedet. Von 1845 bis 1863 war er Professor für Mineralogie und Geologie an der kaiserlichen Universität Sankt Petersburg. Während dieser Zeit leitete er in den Jahren 1847, 1848 und 1850 Expeditionen zur Erforschung des Polarurals und erhielt daran folgend für sein Werk Pai-Khoi oder der nördliche Ural von der Russischen Geographischen Gesellschaft die erste verliehene Große Konstantin-Medaille. mini|Grab auf dem Friedhof Tartu (Raadi kalmistu) Zwischen 1853 und 1859 unternahm er Expeditionen in den mittleren Ural, deren Ergebnisse zur Landkartenerstellung verwendet wurden und von ihm 1870 im Buch Materialien zur Anfertigung geologischen Karten der Kaiserlichen Bergwerks-Distrikte des Ural-Gebirges veröffentlicht wurde. Er verließ 1863 krankheitsbedingt die Universität, blieb noch bis 1865 Direktor der Kaiserlich-Mineralogischen Gesellschaft und ließ sich dann erneut in Dorpat nieder, wo er 70-jährig starb. Seine Sammlung von Mineralien, Kimberlitgesteinen und Diamanten befinden sich im Mineralogischen Museum der Universität St. Petersburg.
Ehrungen Große Konstantin-Medaille der Russischen Geographischen Gesellschaft
Publikationen (Auswahl) Geognostische Untersuchung des Süd-Ural-Gebirges, 1831Einträge im Bibliotheksverbund Bayern, Berlin, Brandenburg Kurze Uebersicht der geognostischen Verhältnisse des mittlerern Uralgebirges, 1835 Geognostische Beobachtungen auf einer Reise von Dorpat bis Åbo, 1837 Über die Entdeckung edler Metalle in Russland und deren Ausbeute, 1846 Beiträge zur Kenntniss des Russischen Reiches und der angränzenden Länder Asiens / Folge 1. / Bdch. 12. Reise nach den Goldwäschen Ostsibiriens / Ernst Hofmann 1969, Neudr. d. Ausg. 1847 Leitfaden für Mineralogie für Gymnasien, 1853 Materialien zur Anfertigung Geologischer Karten der Kaiserlichen Bergwerks-Distrikte des Ural-Gebirges, 1870
Literatur / Weblinks
Eintrag zu Ernst Karlowitsch Gofman im Brockhaus-Efron (russisch) Andreas W. Daum: German Naturalists in the Pacific around 1800: Entanglement, Autonomy, and a Transnational Culture of Expertise. In: Explorations and Entanglements: Germans in Pacific Worlds from the Early Modern Period to World War I, hg. von Hartmut Berghoff et al. Berghahn Books, New York, 2019, S. 70‒102 (englisch).
Einzelnachweise
Kategorie:Geologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Geograph (19. Jahrhundert) Kategorie:Mineraloge Kategorie:Weltumsegler Kategorie:Hochschullehrer (Kaiserliche Universität Dorpat) Kategorie:Hochschullehrer (Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew) Kategorie:Hochschullehrer (Staatliche Universität Sankt Petersburg) Kategorie:Absolvent der Kaiserlichen Universität Dorpat Kategorie:Absolvent der Friedrich-Schiller-Universität Jena Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1801 Kategorie:Gestorben 1871 Kategorie:Mann Kategorie:Generalleutnant (Russisches Kaiserreich)