nineties berlin war eine vom 4. August 2018 bis zum 28. Dezember 2019 in der Alten Münze in Berlin-Mitte veranstaltete multimediale Ausstellung. Auf 1500 Quadratmetern wurde das Jahrzehnt nach dem Fall der Mauer präsentiert und über die Veränderungen der Stadt Berlin informiert. Themen waren Veränderungen im politischen, sozialen, musikalischen, künstlerischen und subkulturellen Raum im Berlin der neunziger Jahre. Am 4. Dezember 2019 wurde nineties berlin vom European Museum Forum für den European Museum of the Year Award 2020 nominiert.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom DDR Museum in Berlin. nineties berlin wird von der DDR Kultur UG betrieben, deren Gesellschafter die Muson GmbH sowie die DDR Museum Berlin GmbH sind.

Ausstellungsaufbau nineties berlin hatte sechs ständige Ausstellungsräume und einen zusätzlichen Raum für Wechselausstellungen.

Heartbeat of Berlin Der Ausstellungsrundgang begann mit einem dunklen Eingangstunnel, der einen Clubeingang darstellen sollte. Tiefe Bässe sollten symbolisch für den Herzschlag Berlins stehen.

Berlin Island Ein 286 Quadratmeter großer Panoramabildschirm gab einen visuellen und thematischen Überblick über das Jahrzehnt. Originale Foto- und Videoaufnahmen zeigten u. a. die Nacht des Mauerfalls, den verhüllten Reichstag und die Loveparade. Ein großes Sitzmöbel in Form eines geteilten Berlin-Modells in der Mitte des Raumes wurde geteilt durch einen „Grenzstreifen“ mit Fotos, die die DDR-Grenztruppen 1988/89 von der Berliner Mauer anfertigten.

Berlin Heads Auf 14 großen Video-Stelen wurden Interviews mit Protagonisten der Stadt Berlin in den 1990ern abgespielt. Jeder der Filme mit den Zeitzeugen war verschiedenen Themen zugeordnet. In Vitrinen hinter den Stelen befanden sich von den interviewten Personen zur Verfügung gestellte historische Gegenstände.Die 90er in Berlin: "bunt, laut und einmalig". 9. August 2018, abgerufen am 25. Oktober 2018

Die Interviewten waren Taner Bahar (Hip-Hoper), Marcus Becker (Bauingenieur), Ben de Biel (Fotograf, Clubbesitzer), Michael S. Cullen (Historiker), Sven Friedrich (ehem. Hooligan), Gregor Gysi (Politiker), Inga Humpe (Musikerin), Andreas Jeromin (ehem. Hausbesetzer), Kai-Uwe Kohlschmidt (Punkrock-Musiker), Danielle de Picciotto (Künstlerin), Andreas Schlüter (Polizist), Stefan Wolle (Historiker), WestBam (DJ) und seit kurzem auch Flake Christian Lorenz (Musiker – Rammstein).

Feel the Wall Der Raum „Feel the Wall“ mit einer begehbaren Installation aus zwölf Original-Mauerteilen thematisierte die Überwindung der SED-Diktatur durch die Friedliche Revolution. Besucher bekamen hier Informationen, wie es zum Mauerbau kam, was mit der Mauer nach 1989 geschah und warum sich heute im Berliner Stadtbild kaum noch Mauerteile finden.

Fear the Wall In diesem Raum wurden die 140 Opfer der Berliner Mauer vorgestellt. Jeder Name ist an einer Wand angebracht. Den Namen stehen 140 Kalaschnikow-Modelle gegenüber als Symbole für die stetige Todesdrohungen bei Fluchtversuchen.

Lost Berlin Die Zentren der Berliner Underground- und Techno-Bewegung werden im Labyrinth „Lost Berlin“ dargestellt. Sie stehen sinnbildlich für die Berliner Musik- und Clubkultur. In insgesamt sechs Sackgassen werden folgende Institutionen/Orte vorgestellt: Tresor, Technoclub Kunsthaus Tacheles, Kunsthaus Eimer, Underground-Club Jugendradio DT64, Radiosender Frontpage, Technomagazin Tekknozid, Tekknozid-Partys

Am Ende des von den Künstlern Stefan Schilling und Gustav Sonntag gestalteten Labyrinths befindet sich ein verspiegelter Raum mit einer interaktiven Sound-Maschine mit allen Hymnen der Loveparade.

Ausstellungselemente Multimediale Elemente Zu den multimedialen Elementen gehörten:

Eine 270 Grad-Leinwandprojektion: 55 Meter Länge, 5,20 Meter Höhe, 286 Quadratmeter Fläche 14 Stelen mit Interviews mit 55 Zoll Bildschirmen, kombiniert mit Soundduschen und alternativ Kopfhörern 6 große Touchscreens in „Lost Berlin“ „Guide Bot“ – die vertiefende Führung auf dem eigenen Smartphone (Leihgeräte an der Kasse)

Audioguide Ein Audioguide (Guide Bot) konnte abgerufen werden.

Die Alte Münze alternativtext= Alte Münze am Molkenmarkt Berlin-Mitte|mini|Alte Münze am Molkenmarkt Berlin-Mitte Die Alte Münze ist ein ehemaliges Münzprägewerk am Ufer der Spree. Der Baukomplex liegt in einem der ältesten historischen Viertel der Hauptstadt und steht seit den 1980er Jahren unter Denkmalschutz. Seit den 1930er Jahren wurden hier Münzen unterschiedlicher Währungen geprägt: von der Reichsmark über die Währung der DDR bis hin zur D-Mark und dem Euro. Die Staatliche Münze gab den Produktionsstandort zum Jahreswechsel 2005/06 auf. Seit 2009 verwaltet die Projekt030 GmbH das historische Gebäude.

Weblinks Website von nineties berlin

Josie Le Blond: ‘So much cooler back then‘: exhibition recreates Berlin techno club culture (The Guardian, 19. August 2018)

Einzelnachweise

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