mini|hochkant=0.7|Wappen derer von Schierstedt / von Schierstaedt. Schierstedt bzw. Schierstaedt ist der Name eines Adelsgeschlechts, das dem obersächsischen Uradel entstammt und sein gleichnamiges Stammhaus bei Aschersleben hatte.
Geschichte Laut Kneschkes Adelslexikon zog Hans von Schierstedt im Jahr 1230 zum heiligen Grabe, 1258 erscheinen die Gebrüder Meinecke, Erbsasse zu Hadmersleben, sowie Heinrich und Johann von Schierstedt.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 8, Friedrich Voigt, Leipzig 1868, S. 159–160.
Urkundlich erscheint das Geschlecht erstmals 1263 mit dem Ritter Bertram von SchierstedtOtto von Heinemann: Codex diplomaticus Anhaltinus. 2 (1212–1300), In Commission bei Emil Barth, Dessau 1875, S. 210. Nr. 286. 1263. Die Gebrüder Hoier der Aeltere und Hoier der Jüngere von Friedeburg bestätigen den Verkauf einer Hufe Landes zu Mehringen an das dortige Kloster seitens des Ritters Bertram von Schierstedt. und beginnt seine ununterbrochene Stammreihe mit dem 1295 urkundlich erwähnten Deritz von Schierstedt, Herr auf Freckleben und Erzbischöflich magdeburgischer Vogt zu Krosigk, Wettin und Friedeburg.Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band XII, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2001. ISBN 3-7980-0825-6. Johann von Schierstedt war 1366 Kriegsoberst des Erzbischofs von Magdeburg.Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 166 (Digitalisat). Im Jahr 1380 verkaufte der Ritter Meinke dem Kloster Gerbstedt eyner huve up deme velde tu Reindorp.Erich Neuß: „Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld“; Band 3, Im Herzen der Grafschaft. Fliegenkopf Verlag, Halle (Saale) 2001. ISBN 978-3-930195-34-3. mini|hochkant|Gutshaus Mahlenzien. mini|hochkant|Patronatskirche Dahlen. mini|hochkant|Patronatskirche Großmachnow. Besitztümer Seit dem 13. Jahrhundert saßen die Schierstedt auf Hohenlobbese. Im Jahr 1411 wurde das Geschlecht mit dem schwarzburgischen Görzke belehnt, wo die Familie bis zum Dreißigjährigen Krieg saß. In der Dorfkirche Görzke erinnern neben den Schlusssteinen noch mehrere Epitaphe an die Familie. Dies trifft f. d. 18. Jh. ebenso f. d. Dorfkirche Paplitz bei Genthin zu. Ab 1583 bis 1945 gehörten das Dorf Mahlenzien mit dem Gutshaus der Familie. Sie hatte das Patronat der Dorfkirche Mahlenzien inne. Mahlenzien ist heute ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel. Von 1837 bis 1945 besaßen die Schierstedt das Gut Dahlen im brandenburgischen Fläming. Mit dem Erwerb von Dahlen hatten sie das Gutshaus von Ludwig Persius neu gestalten lassen. Diese Familienlinie besaß auch anteilig ab 1905 als Miterben Gut Großmachnow. Etwa von der Mitte des 19. Jh. bis um 1945 das Gut Trebichow (zuletzt Trebichow-Ost genannt),Heimatkreis Crossen/Oder-Helmut Pflaum (Hrsg.): Trebichow., Stand 2026. mit Gut Skyren (später Teichwalde) und kleineren Nebengütern, sämtlich im Kreis Crossen.
Wappen Das Wappen zeigt in Blau drei schrägrechts liegende silberne Bolzen (oder Pfeile) übereinander. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken ein natürlicher Baum, von einem silbernen Pfeil schrägrechts durchschossen.
Ein bisher nicht näher beschriebenes Wappen der Familie befindet sich in der Ausführung der Werkstatt Linnemann-Linnemann-Frankfurt/Main, im Original von 1898, im Dom St. Marien Havelberg. Dort war einst ein Vorfahre Domherr. Ursprünglich befanden sich dort 33 Heraldiken adeliger Familien, von denen nur wenige in Einfassungen in zwei Bleiglasfenstern die letzten Kriegstage 1945 überstanden haben und in den 2010er Jahren saniert wurden. Gleichfalls findet sich ein Schierstädt-Wappen auf einer TafelGeorg Krüger: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Band 1, Abt. 2: Das Land Stargard (2): Der Blumenhäger Silberfund (W. Karbe), die Amtsgerichtsbezirke Fürstenberg, Feldberg, Woldegk und Friedland (1. Hälfte). Brünslow (E. Brückner), Neubrandenburg 1925, S. 40. (Digitalisat) in der Dorfkirche Barsdorf bei Fürstenberg (Havel).
Personen Meinhard der Ältere von Schierstedt, königlich ungarischer Hofmarschall Dorothea von Schierstedt, Mutter des Feldherrn Johann T’Serclaes von Tilly, oberster Heerführer der Katholischen Liga August Ludwig von Schierstaedt (1746–1831), deutscher Generalmajor Walter Christoph von Schierstedt (1712–1785), LandratAdres-Calender der sämtlichen Königl. Preuß. Lande und Provinzien, ausser den Residenzien Berlin und dem Königreiche Preussen der darinnen befindlichen hohen und niedern Collegien, Instantzien und Expeditionen, ingleichen Königl. Bediente, Magisträte, Prediger, Universitäten etc. auf das Jahr MDCCLXXV. Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1775, S. 39. (Digitalisat)Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1796. Georg Decker, Berlin 1796, S. 57. (Digitalisat)Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 864–865. des Luckenwaldeschen und Zaucheschen Kreises Franz Friedrich von Schierstedt (1753–1810),Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. Siebenter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1905, S. 686. (Digitalisat) Regierungspräsident, Landrat d. Luckenwaldeschen und Zaucheschen Kreises Luise von Schierstedt (1794–1876), deutsche Äbtissin des Klosters Stift zum Heiligengrabe Dietrich Friedrich Carl von Schierstedt (1714–1789), Landrat im Distrikt I. des Jerichowscher Kreises Viktor von Schierstedt, (* 21. August 1778; † 17. Mai 1818 Bar de Duc),Otto Kusenberg: Geschichte des Rheinischen Ulanen-Regiments Nr. 7. 1815–1890. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1890, S. 19–21. (Digitalisat) kgl. preuß. Oberstleutnant,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1906. Jahrgang 7, Gotha 1905, S. 687. (Digitalisat) von 1817 bis 1818 Kommandeur des Ulanen-Regiments „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 Friedrich von Schierstaedt (1825–1905), deutscher Rittergutsbesitzer, Stiftungskurator u. Parlamentarier Joachim von Schierstaedt (1858–1907), deutscher Rittergutsbesitzer u. Parlamentarier Friedrich von Schierstädt (1843–nach 1914), kgl. preuß. Leutnant a. D., Konvertit, Päpstlicher Geheimer Kämmerer, Generalbevollmächtigter d. Fürsten Karl Heinrich zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg Hans von Schierstedt (1844–1900), kgl. preuß. Generalmajor; 1897/1899 KommandeurEggert Ludwig von Estorff: Militär-Wochenblatt. №. 85, Jahrgang 83, E. S. Mittler und Sohn, Berlin, Mittwoch, den 21. September 1898, S. 2270. (Digitalisat) d. 27. Inf.-Brigade; Enkel d. Viktor von Schierstedt Meinhard von Schierstädt (1906–1944), Gutsbesitzer auf Dahlen, Görzke I mit Börnicke, Mahlenzien, Rotehaus m. Anteil Gräben, Nonnenheide u. Dangelsdorf Hermann von Schierstädt-Dahlen (1913–1945), (Bruder d. Vorgenannten), Zögling der RA Brandenburg, ermordet im KZ Sachsenhausen Maximilian von Schierstädt (* 1973), Ehemann von Barbara Schöneberger, IT-Manager Eintrag auf Companyhouse.de. Barbara von Schierstädt (* 1974), Ehefrau von Maximilian von Schierstädt, deutsche Entertainerin, siehe Barbara Schöneberger
Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, (GHdA), Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn: Christoph Franke, Klaus von Andrian-Werburg: GHdA, Adelslexikon Band XII, Band 125 der Gesamtreihe GHdA, 2001. ISBN 3-7980-0825-6. Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). Band XXIII, 1994. ISBN 978-3-7980-0700-0. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. Band XIV, Band 66 der Gesamtreihe GHdA, 1977. ISBN 3-7980-0766-7. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Justus Perthes, Gotha: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1940. 39. Jahrgang, Gotha 1939-11. Siehe: FamilySearch (Kostenfrei). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel 1923. Jg. 24, Justus Perthes, Gotha 1922, S. 581 ff. Siehe: FamilySearch (Kostenfrei). Übersicht d. vorherigen Genealogien im Gotha: 1914, 1912, 1910, 1908. Stand Januar 1915/Dezember 1914.Zwischenübersicht d. Gothaischen Genealogischen Taschenbücher. Redaktion und Druck jeweils im Vorjahr: Stand November 1914. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. Jg. 7, Gotha 1905-11, S. 685 ff.
Weblinks
Schierstaedt (Schierstedt, Schierstädt), Hans Christoph von. [20. Februar 1739]. Aufschwörungstafel, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 371 Johanniterorden | Archivportal-D
Einzelnachweise
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