mini|St. Jakobus (Heng) Heng ist früheres Kirchdorf und eine der beiden Gemeinden, aus denen Postbauer-Heng, ein Markt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern, gebildet wurde. Der jetzige Hauptort der Gemeinde, Postbauer-Heng, ist aus den früheren Orten Heng und Postbauer zusammengewachsen.

Gemarkung Die Gemarkung Heng hat eine Fläche von 7,631 km². Sie ist in 2435 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3133,95 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Kemnath (zum Teil), Köstlbach und Postbauer-Heng (zum Teil).

Ortsname Nach den Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften basiert der Ortsname auf dem althochdeutschen Personennamen "Hano" (Kurzname). Der Suffix -ing- wird im Ortsnamen auf "g" reduziert und zeigt eine "Zugehörigkeit" an.

Somit ergibt sich als Bedeutung des Ortsnamens "bei den Leuten des Hano".

Geschichte Die Ersterwähnung des Ortes Heng in der Schreibweise "Heingi" erfolgte durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. im sog. Pontifikale Gundekarianum der Jahre 1057–1075. Wohl 1068 wurde die Kirche St. Jakobus in Heng von Bischof Gundekar geweiht. Das heutige Kirchengebäude ist ein Neubau des 15. Jahrhunderts und damit das älteste Gebäude der Marktgemeinde. Sie wurde 1880/81 nach Westen hin im neugotischen Stil sowie um einen Turm erweitert.

Die Henger Reichsdienstmannen In den Jahren 1138–1147 tritt der Landadelige "Adelpreht de Hengen" als Zeuge auf, als die Töchter Burkards von Wolfershofen, im Rahmen ihres Eintritts in den Konvent des Klosters Weihenstephan, diesem Besitz in Daßwang übergaben. Im Jahre 1140 wird ein "Adelbercht den Hengen" in einer Urkunde Heinrichs IV. genannt. Ein weiteres Mal fand dieser "Alberth de Heinge" in einer Urkunde des Klosters Waldsassen im Jahre 1154 Erwähnung.

Ob es sich bei dem Reichsminsterialen von Heng um einen Zweig der Thanner handelt, kann vermutet, aber nicht bewiesen werden. Als Hinweis hierauf ist zu werten, dass auch Heng an das Deutschordens-Pflegamt Postbauer kam, das ja zum großen Teil aus Schenkungen und Verkäufen der Reichsministerialen von Thann entstand.B. Heinloth, Neumarkt, Seite 57 Nachweisbar ist, dass die "Reichsdienstmannen zu Heng" mit den Thannern verschwägert waren.B. Heinloth, Neumarkt, Seite 178

Heng wird deutschordisch Bereits seit dem Jahre 1242 verfügte der Deutsche Orden über Besitz in Heng. Für das Jahr 1283 sind für den Ort 23 Hofstellen nachweisbar. 1341 erwirbt der Deutschorden den "Adams hof", einem der größten Höfe in Heng. Bis zum Jahre 1343 wuchs die Anzahl der Hofstellen um 21 auf 44 an, was in erster Linie auf die Rodungstätigkeit des Deutschorden-Pflegamts Postbauer zurückzuführen ist.

Im Jahre 1354 trennten die beiden Wolfsteiner Linien Sulzbürg und Pyrbaum ihre Besitzungen, wobei die Henger Besitzungen an Albrecht dem Älteren zu Sulzbürg gingen.

Im Zeitraum zwischen 1740 und 1770 bestand Heng aus 38 Anwesen, die dem Hochgericht des Schultheißenamts Neumarkt unterstellt waren und sich auf folgende Grundherren verteilten:B. Heinloth, Neumarkt, Seite 280

Deutschherren Postbauer: 2 Vollhöfe, 4 Halbhöfe, 7 Viertelhöfe, 6 Achtelhöfe, 10 Häuser (29 Anwesen) Reichsstadt Nürnberg: 1 Vollhof, 1 Dreiviertelhof, 1 Haus, Armenhaus (4 Anwesen) Obere Hofmark Berngau: 1 Halbhof, 2 Häuser (3 Anwesen) Kabinettherrschaft Sulzbürg: 1 Vollhof (2 Anwesen) Klosterrichteramt Gnadenberg: 1 Dreiviertelhof (1 Anwesen)

Die Gemeinde Heng Mit dem Gemeindeedikt des Jahres 1808 wurde der Steuerdistrikt Postbauer als Verwaltungseinheit gebildet. Diesem gehörten neben Heng auch die Orte Buch, Dillberg, Kemnath, Köstlbach, Kothmühle, Postbauer und Wurzhof an. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt des Jahres 1818 entstand dann die Ruralgemeinde Heng mit dem Ortsteile Köstlbach.B. Heinloth: Neumarkt Seite 324

Die Gemeinde Postbauer-Heng entstand am 1. April 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Postbauer und Heng. Die 1.452 Bürger von Postbauer und die 1.424 Bürger von Heng hatten zuvor am 13. September 1970 mit 86 % für die Zusammenlegung der beiden Gemeinden gestimmt.40 Jahre Postbauer-Heng 1971 – 2011. Sonderbeilage zum Mitteilungsblatt März 2011, Markt Postbauer-Heng. Da der jetzige Hauptort der Gemeinde Postbauer-Heng aus den früheren Orten Heng und Postbauer zusammengewachsen ist, wird kein amtlicher Gemeindeteil Heng mehr ausgewiesen.

AbGemeindevorsteherAbBürgermeisterAbBürgermeister1835Johann Leonhard Polster1860Joseph Sturm1905Johann Straubmeier1836Leonhard Mayer1870Johann Maier1912Jacob Distler1837Johann Georg Thumann1872Michael Münch1933Josef Sturm1838Johann Georg Maier1876Konrad Polster1945Jacob Distler1846Michael Hunner1882Johann Stadler1946Konrad Gärtner u. Jacob Distler1853Johann Georg Maier1894Karl (Carl) Vieracker1948Josef Sturm (bis 1971)

Da der jetzige Hauptort der Gemeinde Postbauer-Heng aus den früheren Orten Heng und Postbauer zusammengewachsen ist, wird kein amtlicher Gemeindeteil Heng mehr ausgewiesen.

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Postbauer-Heng) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)