mini|Marktplatz von Oberscheinfeld Oberscheinfeld (fränkisch: Ouwa-schafld bzw. Ejba-schafldW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 165. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ouwəšāfļd“ bzw. „eibəšāfļd“.) ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Oberscheinfeld ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld.

Geografie Lage Der Markt liegt in der Mitte des südlichen Steigerwaldes an der Scheine.

Gemeindegliederung Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Wasenmeisterei ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet von Oberscheinfeld. Die Einöde war ein Gemeindeteil von Appenfelden.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Appenfelden, Herper, Herpersdorf, Krettenbach, Mannhofer Forst, Oberscheinfeld, Prühl, Schönaich und Stierhöfstetten. Die Gemarkung Oberscheinfeld hat eine Fläche von 14,416 km². Sie ist in 887 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 16252,84 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Herrnberg, Schloßmühle, Seufertshof, Ziegelhütte und Ziegelmühle.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Geiselwind, Burghaslach, Scheinfeld, Markt Bibart, Iphofen und Castell.

Geschichte Besiedelung (6.–12. Jahrhundert) Das obere Scheinefeld wurde wahrscheinlich bereits während der fränkischen Landnahme im 6. Jahrhundert von ripuarischen Franken besiedelt. Seinen Namen verdankt Oberscheinfeld vermutlich einem fränkischen Edelfreien namens Scego oder Skago, der die Ansiedlung oberhalb des Zusammenflusses der beiden Gebirgsbäche Krettenbach und Prühlbach gegründet hat. Ein in circa eineinhalb Kilometer nordöstlich des Marktfleckens gelegener Bergsporn des Steigerwaldes wurde bald nach 1100 dazu ausersehen, eine neue Burg zu tragen, weil das Gelände am Fuß des Berges von hier aus gut einzusehen und leicht zu verteidigen war. Deshalb bestand an dieser Stelle bereits im frühen Mittelalter eine Art Festung. Hier residierte im 12. Jahrhundert nachweislich das Frankengeschlecht derer von Scheinfeld unter den unterschiedlichen Namen wie Scegevelt (1114), Segefelt (1151), oder Sheigenvelt (um 1186) u. a. m.Hansjoseph Maierhöfer Oberscheinfeld – Erlesenes und Erlebtes. In: Der Steigerwald – Zeitschrift einer fränkischen Landschaft. 4. Jahrgang, Nr. 3, 1984.Hansjoseph und Isolde Maierhöfer Vergangenes und Bewahrtes. In: Der Steigerwald – Zeitschrift einer fränkischen Landschaft. 6. Jahrgang, Nr. 3, 1986. Die Familie der Edelherren von Scheinfeld ist seit 2008 ansatzweise erforscht und über vier Generationen urkundlich von etwa 1117 bis 1258 nachweisbar.W. Stadelmann: Mönchsondheim und die Edelfrein von Scheinfeld (= Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. Band 60). Würzburg 2008, S. 52–76 (mit einer Stammtafel auf S. 74.)

Exklave des Bistums Bamberg (1202–1802) Über die Stammburg Oberscheinfeld existiert aus der Zeit der Gründer nur eine undatierte Urkunde des Burgherren Friedrichs III. Damals verpfändete er vor dem Aufbruch zum Kreuzzug 1197 seinen Stammsitz mit acht Wachtplätzen für ein Darlehen an das Hochstift Bamberg.W. Stadelmann: Mönchsondheim und die Edelfreien von Scheinfeld. S. 65. Nach dem Tod seines Sohnes Friedrichs IV. fiel die Burg und das zugehörige Angerdorf im Tal an das Bistum Bamberg, wobei der genaue Zeitpunkt unklar bleibt. Denn zunächst war seine Witwe mit dem benachbarten Edelherrn Wasmut von Speckfeld verheiratet, der aber bald nach 1263 ebenfalls kinderlos starb.W. Stadelmann: Mönchsondheim und die Edelfreien von Scheinfeld. S. 62. Und wenige Jahre später beanspruchten die Grafen von Castell in ihrer Erbteilung um 1267 Wälder bei Schwarzenberg und Scheinfeld.P. Wittmann: Monumenta Castellna. München 1890, Nr. 152. Von nun an war Oberscheinfeld mit der Veste Scheinfeld, wie Scharfeneck bis ins 16. Jahrhundert genannt wurde, ein Bamberger Lehen. Seine geografische Insellage zwischen Würzburgischen, Schwarzenbergischen, Castellischen, Limpurg-Speckfeldschen und Ritterschaftlichen Gebieten machten den Ort mit seiner Burg zu einer Bambergischen Exklave.Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches-statistisch-topographisches Lexikon von Franken. 6 Bände, Ulm 1799–1804; hier Band IV. Das Oberscheinfelder Amt war kontinuierlich mit Bamberger Dienstleuten besetzt. Bereits im Jahre 1313 wird als erster Amtmann ein Ritter Konrad Zollner genannt. Danach wechselten die Adelsfamilien, die Oberscheinfeld verwalteten: Dachsbach, Muffelger, Eyb, Kappel (1536 ausgestorben – danach fiel Oberscheinfeld an Bamberg zurück ), Wenkheim, Wertheim oder Vestenberg. Erst am Ende des 17. Jahrhunderts gab es in Oberscheinfeld auch bürgerliche Amtmänner aus Bamberg.

Auf die Dimensionen und das Aussehen der Burganlage vor dem 13. Jahrhundert gibt es keine konkreten Hinweise. Auch von der 1504 erwähnten Katharinenkapelle auf dem Schlossberg fehlt jede Spur. Vermutlich wurden nach Auflassung der Burg die Steine von Oberscheinfelder Bauern zur Befestigung ihrer Häuser abgetragen. Nachdem die Burg bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts als baufällig („ein öd schlos trob“) bezeichnet worden war, schritten die Bamberger Amtmänner um das Jahr 1545 zum Abbruch und bauten mit den Steinen unten, nahe der Ortsmitte von Oberscheinfeld, ein neues, bequemeres Schloss. Nur der zwischen 1220 und 1235 errichtete Bergfried blieb als Ausguck auf dem Schlossberg zurück.

Im Jahre 1339 erscheint die Burg im Bamberger Burghutverzeichnis,Constantin Höfler Registrum Burghutariorum Ecclesiae Bambergensis. Bamberg 1855. als Johann von Dachsbach, Vogt und Ritter von Scheinfeld, eine Herdstätte „hinter dem Turm“ samt Weinstöcken verliehen bekam. Das heißt, dass es auch „vor dem Turm“ eine Herdstätte (ein Gebäude) gegeben haben muss.M. B. Schwab Oberscheinfeld und die Burgruine Scharfeneck. In: „Die Dorflinde“. Heimatgeschichtliche und unterhaltende Beilage zum Scheinfelder Kurier. 2. Jahrgang, Nr. 1–5, 1925. Der Amtssitz war mit zwei Türmern, zwei Wächtern, einem Pförtner und dem residenzpflichtigen Amtmann besetzt. Ihm standen Einkünfte wie Naturalien, Geld und Frondienste aus genau bezeichneten Anwesen in der Umgebung zu. Neben den Gerichts- und Verwaltungsaufgaben hatte er für die Verteidigung und die Instandsetzung der Burg zu sorgen.

Vor allem die Baulasten scheinen einen Großteil der Einnahmen aufgezehrt zu haben. Als Bischof Lambrecht von Brunn im Jahre 1393 die Veste Scheinfeld dem Domherrn Graf Albrecht von Wertheim verschrieb, machte er dem neuen Besitzer zur Auflage, in den kommenden sechs Jahren 400 Gulden in die baufällige Anlage zu investieren, dafür aber keinesfalls die „eingehörigen Güter zu schädigen oder die Wälder abzuholzen“. Gleichwohl konnten sich die von den Oberscheinfeldern erwirtschafteten Einkünfte durchaus sehen lassen: Aus dem Rechtsbuch des Bamberger Bischofs Friedrich von Hohenlohe aus dem Jahre 1348 geht hervor, dass Oberscheinfeld reichliche Abgaben nach Bamberg leistete. So bezog allein der Bischof Einkünfte aus zwei Oberscheinfelder Mühlen, zehn Hofreiten (areae), zwei Häusern (domus), einem Wirtshaus (taberna), und einer Badstube (stupa balnearis). Krettenbach brachte Einkünfte aus vier Huben (mansus), Herpersdorf aus sechs und einer Mühle, Oberambach aus neun Huben.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Oberscheinfeld oft überfallen. Allein im Jahre 1631 wurde das Dorf ab dem Herbst des Jahres achtzehn oder einundzwanzigMax Döllner (1950), S. 237. Mal von den Schweden geplündert. Von Oberambach heißt es im Jahr 1644, dass „derzeit niemand (hier) hauset, stehet ganz ödt, seindt die heüßer theyls abgeprant und theyls eingefallen“. Erst ab 1659 konnte der Wiederaufbau beginnen. Das total verwüstete Herper wurde ab 1696 von Grund auf erneuert. Ebenso erging es der Ziegelhütte (1720) und dem während des Krieges vernichteten Herrenberger Hof, der bis 1766 brach lag. Auch im Ortskern von Oberscheinfeld normalisierte sich das Leben nur allmählich. Jedoch wurden sowohl die Schule als auch die Pfarrei, die seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bestanden hatte, rasch wiederbesetzt. Das Kirchengebäude selbst konnte erst nach langwierigen Reparaturarbeiten im Jahre 1691 neu geweiht werden.

In den Kriegswirren verlor Oberscheinfeld sein Marktrecht. Erst mit einer Urkunde vom 9. März 1716 wurde es durch Lothar Franz von Schönborn, den Fürstbischof zu Würzburg und Bamberg, wiederhergestellt. Damit erhielt Oberscheinfeld die Erlaubnis, viermal im Jahr und zwar am ersten Sonntag Oculi, am 3. Pfingsttag, zum Fest Jacobi und am Sonntag Luciae je einen Markt abzuhalten. Ein Markttag kam später noch hinzu. Auch das Handwerk trug jetzt immer mehr zum wachsenden Wohlstand der Gemeinde bei. Deshalb bedurfte es einer Zunftordnung, die Lothar Franz von Schönborn schon im Jahre 1711 erlassen hatte.

Nachdem das Bamberger Bistum im Siebenjährigen Krieg an der Seite Österreichs gegen Preußen kämpfte, wurde die Oberscheinfelder Exklave am 20. Mai 1759 von preußischen Truppen überfallen und geplündert. Nach dem verlorenen Krieg 1763 geriet das Hochstift in eine schwierige Finanzlage, die es durch Hebung der Einnahmen zu beseitigen suchte. Im Zuge dieser Bestrebungen verlieh auch der Bamberger Bischof Adam Friedrich von Seinsheim im Jahre 1777 den Oberscheinfeldern das Recht, einen eigenen Viehmarkt abzuhalten. Jedoch brachten die letzten Jahre des 18. Jahrhunderts keine finanzielle Entlastung seiner Finanzen, da es nach der französischen Revolution in die Koalitionskriege gegen Napoleon hineingezogen wurde.

Unter bayerischer Flagge Im Zuge der Säkularisation musste der Bamberger Fürstbischof abdanken und Oberscheinfeld wurde 1802 kurbairisch. Im Jahre 1804 vom preußischen Fürstentum Bayreuth übernommen, kam der Markt nach dem Tilsiter Frieden 1807 unter französische Militärverwaltung. Am 30. Juni 1810 verkaufte Napoleon das Fürstentum für 15 Millionen Francs an den bayerischen König. Damit wurde Oberscheinfeld endgültig bayerisch.

Als die bayrische Finanzadministration den Oberscheinfelder Wald an einen Bamberger Stadtrat verkaufte, schlossen sich 44 Oberscheinfelder zu einer Waldgesellschaft zusammen, der es gelang, den Wald in den Jahren zwischen 1815 und 1817 zurückzukaufen. Der Gesellschaftervertrag besagte, dass ein Weiterverkauf der Waldgebiete an Externe ausgeschlossen ist. Seit diesem Vertrag befindet sich der Wald in Oberscheinfelder Besitz.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Oberscheinfeld gebildet. Zu diesem gehörten Herpersdorf, Herrnberg, Oberambach, Oefelesmühle, Schloßmühle, Schönaich, Ziegelhütte und Ziegelmühle. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberscheinfeld mit den Orten Herpersdorf, Herrnberg, Krettenbach, Oberambach, Oefelesmühle, Schloßmühle, Schönaich, Schönaichermühle, Ziegelhütte und Ziegelmühle. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Bibart zugeordnet und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Vor 1836 kamen Birklingen und Seufertshof von der Gemeinde Ziegenbach hinzu. Vor 1846 entstanden die Gemeinden Birklingen, Herpersdorf (mit Oberambach und Oefelesmühle) und Krettenbach (mit Schönaich und Schönaichermühle). Die Gemeinde Oberscheinfeld bestand nun aus den Orten Herrnberg, Schloßmühle, Seufertshof, Ziegelhütte und Ziegelmühle. 1852 kam Oberscheinfeld an das Landgericht Scheinfeld. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Scheinfeld, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 14,134 km².