Adolf Heinrich Wilhelm Carl, auch Adolph Carl (* 13. Mai 1814 in KasselNach Wilhelm Schmidt (Allgemeine Deutsche Biographie 3, 1876) wurde Carl 1813 in Altona geboren.; † 29. April 1845 in Rom), war ein deutscher Landschaftsmaler.

Leben mini|Blick auf Hamburg, um 1835, Hamburger Kunsthalle mini|Lüneburger Heide mit Blick auf Hamburg, 1839 mini|Grab auf dem Nichtkatholischen (Protestantischen) Friedhof Rom Carl wuchs in Hamburg auf, wo er zunächst Schüler von Siegfried Detlev Bendixen war. 1832 ging er mit dem Hamburger Landschaftsmaler Heinrich Martens nach Kopenhagen, wo er an der Kunstakademie Schüler von Christoffer Wilhelm Eckersberg war. Studienreisen führten ihn mit dem Landschaftsmaler Louis Gurlitt nach Kullen in Schweden (1833) und mit dem Landschaftsmaler Johann Paul Mohr auf die Insel Møn (1834).Olaf Klose, Lilli Martius: Skandinavische Landschaftsbilder. Deutsche Künstlerreisen von 1780–1864. Neumünster 1975. Im März 1833 wurde er mit Mohr, der ebenfalls die Kopenhagener Akademie besuchte, im Hamburger Künstlerverein von 1832 eingeführt.Ulrich Schulte-Wülwer: Johann Paul Mohr. Ein vergessener Landschaftsmaler aus Bordesholm. In: Berichte aus dem Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum. Heft 43, 2006, S. 35–63.

Im Sommer 1836 malte Carl an der Elbe und in der Lüneburger Heide, anschließend wurde er mit Gurlitt, Martens und Mohr in München ansässig, wo er, wie zuvor schon in Kopenhagen, im Freundeskreis von Louis Gurlitt verkehrte, an dem er sich künstlerisch orientierte.Ulrich Schulte-Wülwer: Louis Gurlitt, Leben und Werk. In: Schulte-Wülwer, Hedinger: Louis Gurlitt – Porträts europäischer Landschaften. München 1997. Weitere Studienreisen führten ihn an den Chiemsee und ins Salzburger Land. 1838 unternahm er mit Gurlitt und Mohr eine Studienreise über Meran und Bozen zum Gardasee. 1841 wohnte er wieder in Hamburg. Eine Zeit lebte er in Düsseldorf. Seit 1833 war er auf Ausstellungen in Kopenhagen, Hamburg, München und Berlin vertreten. 1843 ging er mit seinen Düsseldorfer Malerfreunden Andreas Achenbach und Bernhard Fries nach Italien, wo er sich in einem deutschrömischen Künstlerkreis aufhielt, dem außerdem Louis Gurlitt und Franz Ludwig Catel angehörten.Wolfgang Peiffer: Andreas Achenbach, 1815–1910. Italienreise. Aquensis Verlag, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-9379-7858-1, S. 53 Nach einer Reise nach Sizilien mit Achenbach und Fries malte er italienische Landschaften, die sich erfolgreich verkauften. Carl starb 30-jährig an einer Herzkrankheit in Rom. Seine Gebeine ruhen dort auf dem Protestantischen Friedhof.Unter der Pyramide des Cestius. In: Tagespost (Graz), Nr. 265, Ausgabe vom 9. November 1872 (Google Books)

Werke (Auswahl) Blick auf Hamburg, Hamburger Kunsthalle Elbstrand bei Neumühlen, um 1841, Altonaer Museum, Hamburg Der Wanderer bei Scharbeutz, Jürgen und Maria Elisabeth Rasmus Stiftung, Hamburg Waldpartie bei Hellbæk, Statens Museum, Kopenhagen Schloss Falkenstein im Harz, Statens Museum, Kopenhagen Alpenlandschaft im Salzkammergut um 1842, Jürgen und Maria Elisabeth Rasmus Stiftung, Hamburg Römische Campagna, Hamburger Kunsthalle

Ausstellungen (Auswahl) 2019: Hamburger Schule – Das 19. Jahrhundert neu entdeckt (12. April bis 14. Juli), Hamburger Kunsthalle

Literatur Anonymus: Herinnering aan den schilder Adolph Carl. In: Kunstkronijk, 7 (1846), S. 53 f. Carl, Adolf. In: Hamburgisches Künstler-Lexikon, bearbeitet vom Verein für Hamburgische Geschichte, Hoffmann und Campe 1854, S. 32. Wilhelm Schmidt: Carl, Adolf. In: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 782. Carl, Adolf. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1, Dresden 1891, S. 160 f.

Carl, Adolph. In: Ernst Rump: Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, Otto Bröcker & Co., Hamburg 1912, S. 20. Carl, Adolf. In: Berend Harke Feddersen: Schleswig-Holsteinisches Künstler-Lexikon unter Mitarbeit von Lilianne Grams und Frauke Gloyer, Nordfriisk Instituut, Bredstedt 1984, ISBN 3-88007-124-1, S. 34 – Neuauflage beim Verlag der Kunst, Dresden 2005, ISBN 978-3-86530-062-1 Maike Bruhns: Carl, Adolf. In: Familie Rump (Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump. Ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 75.

Weblinks

Adolf Carl, Auktionsresultate im Portal artnet.de

Einzelnachweise

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