Die Liste linkssozialistischer Zeitungen und Zeitschriften in Westdeutschland umfasst dem Linkssozialismus zugeordnete Periodika aus den westdeutschen Ländern, die vor der Wiedervereinigung (und in wenigen Fällen auch noch danach) erschienen.
Linkssozialistische Formationen sind ihrer immanenten Logik entsprechend jenseits von sozialdemokratischen und kommunistischen Bewegungen angesiedelt, historisch sind sie aber meist zwischen den beiden Hauptströmungen oder an deren Rändern positioniert. Meist war der Linkssozialismus eine Abspaltung vom sozialdemokratischen Milieu, dissidenter Linkskommunismus ist jedoch deren spiegelbildliche Loslösung von der kommunistischen Weltbewegung.Christoph Jünke (Hrsg.), Linkssozialismus in Deutschland. Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus? Hamburg 2010, Begriffliches, Historisches und Aktuelles zur Einleitung, S. 10. Daher wurden in die Liste auch Periodika trotzkistischer und titoistischer Prägung aufgenommen.
Zeitraum Name Personen Erscheinungsweise Auflage 1947–1955 Neues Beginnen Herausgeber:Alfred WeilandWilly Huhn bis 1950 monatlich,danach unregelmäßig ca. 500 seit 1948 Arbeiterpolitik (Arpo) Herausgeber: Gruppe ArbeiterpolitikAutoren (Auswahl):Theodor BergmannHeinrich Brandler vier bis sechs Ausgaben pro Jahr(Stand 2018) 1949–1954 Pro und contra Herausgeber:Otto SchlömerAutoren (Auswahl):Willy HuhnHenry JacobyLeo KoflerErnest Mandel monatlich,zeitweilig zweiwöchentlich 1951–1952 Freie Tribüne Parteizeitung der Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands Chefredakteur: Josef Schappe wöchentlich 10.000 gratis verteilt 1950–1959 Funken Herausgeber:Erna BlomeyerFritz Opel Fritz Lamm monatlich 1.500 1954–1966 Sozialistische Politik (SoPo) Autoren (Auswahl):Wolfgang AbendrothWilly BoeppleErich GerlachGeorg JungclasErnest MandelJakob MonetaPeter von OertzenTheo PirkerJürgen Seifert 1955–1969 Die Andere Zeitung (AZ) Chefredakteure:Gerhard GleißbergRudolf Gottschalk wöchentlich zwischen 18.000 und 80.000 1955–1969 WISO Herausgeber:Viktor Agartz 1960–1970 neue kritik Herausgeber:Wolfgang AbendrothHans-Jürgen KrahlHerbert LedererKlaus MeschkatOskar NegtBernd RabehlHelmut SchauerKlaus VackFrank WolffKarl Dietrich Wolff meist zweimonatlich 1961–1969 sozialistische hefte Herausgeber:Albert Bergim Auftrag des Vorstandes der Vereinigung unabhängiger Sozialisten Gesamtredaktion Karl A. Otto monatlich ca. 2.500 1967–1979 Berliner Extra-DienstDer Extra-Dienst ging aus dem Berliner Extra-Blatt hervor, einer Wochenzeitung, die 1967 in 14 Ausgaben erschienen war. Redaktion:Walter BarthelMartin BuchholzCarl L. GuggomosHannes Schwenger zweimal wöchentlich 4.000 Abonnenten (1969) 1968–1979 was tun ab Mai 1970 offizielles Organ der Gruppe Internationale Marxisten (GIM) monatlich (bis 1974)vierzehntäglich (Mai 1974 bis März 1976, Mai 1979 bis 1986)wöchentlich (März 1976 bis Mai 1979) 2.200 (1982) 9.000 (1974) 1969–1997 linksEine gleichnamige Zeitschrift war schon in den 1950er-Jahren mit dem Untertitel „Zeitschrift der Jungsozialisten Hessen-Süd“ erschienen, für wenige Jahre zudem mit dem Untertitel „Zeitschrift des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes“ eines Teils ihrer Auflage („C-Auflage“). Siehe: Tilman Fichter, SDS und SPD. Parteilichkeit jenseits der Partei. Westdeutscher Verlag, Opladen 1988, ISBN 978-3-531-11882-6, S. 132 ff. Herausgeber:Sozialistisches BüroAutoren (Auswahl):Elmar AltvaterMicha BrumlikAndreas BuroDetlev ClaussenFrank DeppeDan DinerJoachim HirschArno KlönneWolf-Dieter Narr monatlichab Juli/August 1994 zweimonatlich etwa 8.000 (1969)über 12.000 (1974)unter 6.000 (1984) 1972–1977 Der lange MarschBis 1980 erschienen Nachfolgepublikationen mit den Titeln Neuer langer Marsch und Langer Marsch. Redaktion: C.R. LamscheAutoren (Auswahl): Wolf BiermannHeinz BrandtPeter BrücknerRudi DutschkeErich FriedWolf-Dieter NarrTheo PirkerOtto SchilyGünter WallraffPeter-Paul Zahl unregelmäßig 4.000 seit 1972 Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Herausgeber:Sozialistisches Büro (bis 1997)Autoren (Auswahl):Rainer ErdHeiner HalberstadtWalther Müller-JentschEberhard SchmidtEdgar Weick zehnmal jährlich 4.000 Abonnenten (1969) seit 1972 Sozialismus Herausgeber:Heinz BierbaumJoachim BischoffKlaus BullanFrank DeppeMichael WendlSost e. V. monatlich 1.500 1978–1982 Die Neue Herausgeber: Walter BarthelCarl GuggomosAutoren (Auswahl):Martin BuchholzHorst Tomayer täglichab Anfang 1982 wöchentlich seit 1986 SoZ – Sozialistische Zeitung bis 2000 Parteizeitung der Vereinigten Sozialistische Partei zweiwöchentlichab Anfang 2001 monatlich
Siehe auch Liste linkssozialistischer Organisationen in Westdeutschland
Einzelnachweise
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