Ernst Rausch (* 18. Juli 1889 in Budapest; † 23. Oktober 1977 in Göttingen) war ein deutscher Bauingenieur.

Leben Rausch ging in Budapest zur Schule und studierte dort an der Technischen Hochschule Bauingenieurwesen. 1912 war er Gasthörer an der TH Berlin-Charlottenburg, danach kurz in der Baupraxis und danach Assistent an der TH Budapest, an der er 1920 promoviert wurde. Anschließend war er bei Baufirmen für Eisenbeton in Berlin (unter anderem Beton- und Monierbau) tätig.

In Berlin wurde Rausch zum Experten für Baudynamik (mit zahlreichen Veröffentlichungen) und betrachtete dabei als einer der Ersten das Bauwerk samt Boden als Ganzes. Er promovierte erneut in Berlin und habilitierte sich an der TH Berlin-Charlottenburg, an der er von 1927 bis 1945 über Eisenbetonbau Vorlesungen hielt; zunächst als Privat-Dozent, ab 1933 als nichtbeamteter außerordentlicher Professor, ab 1939 als außerplanmäßiger Professor. Zudem war er ab 1932 beratender Ingenieur und Prüfingenieur für Baustatik. 1945 ging er von Berlin nach Essen, wo er 1946 mit dem Aufbau und der Leitung der bautechnischen Prüfanstalt betraut wurde. Außerdem begutachtete er als Prüfingenieur ab 1953 regelmäßig Gruben und Schächte in statischer Hinsicht für das Oberbergamt Dortmund.

Von Rausch stammt eine Monographie über Stahlbetonbau und das damalige Standardwerk über Baudynamik (kurz der „Rausch“ genannt). Auch die Normung auf diesem Gebiet (DIN 4024, DIN 4025, DIN 4150) beeinflusste er stark als Obmann der entsprechenden Ausschüsse. Er gehörte dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit der Mitgliedsnummer 25464 an.

Ernst Rausch war verheiratet mit Charlotte Rausch, geborener Steiff. Der 1922 in Berlin geborene Arzt und Strahlenbiologe Ludwig Rausch war ihr Sohn.Rausch, Ludwig. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 982.

Schriften (Auswahl) Die deutschen Eisenbetonbestimmungen von 1925 zum bequemen Gebrauch für die Entwurfsbearbeitung nach Konstruktionsgliedern geordnet und ausgelegt, Springer 1925 Drillung (Torsion), Schub und Scheren im Stahlbetonbau, Springer 1929, 3. Auflage, Deutscher Ingenieur-Verlag 1953 2. Auflage als: Berechnung des Eisenbetons Gegen Verdrehung (Torsion) und Abscheren, Springer, 1938 Maschinenfundamente und andere dynamische Bauaufgaben, 3 Bände, Berlin, VDI Verlag, 2. Auflage 1943 (zuerst 1936) Das Verhalten von Wohnhauswänden bei Bergschäden, Stuttgart: Franckh 1955

Literatur Klaus Stiglat: Bauingenieure und ihr Werk, Ernst und Sohn 2004, S. 319

Einzelnachweise

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