Monika Bauert (* 31. Dezember 1943 in Posen, Deutsches Reich, heute Polen) ist eine deutsche Bühnenbildnerin, Filmarchitektin und Kostümbildnerin.
Leben und Wirken Bauert wurde bei Kriegsende 1945 von den Polen aus ihrer Heimatstadt Posen vertrieben und wuchs in Wuppertal auf. An der dortigen Werkkunstschule erhielt sie ihre Berufsausbildung. Anschließend begann Monika Bauert als Bühnenbildnerin an bundesdeutschen Spielstätten wie Ulm, Dortmund und Oberhausen. Ihr Spezialgebiet ist das Schauspiel, Bauert entwarf aber auch die Kulissen für Opern und Operetten, Musicals und Ballettaufführungen und steuerte obendrein auch die Kostüme bei. Eine zweijährige Theatertournee führte die Künstlerin durch ganz Südamerika. 1970 stieß Monika Bauert erstmals zum Fernsehen.
In der Folgezeit entwarf sie die Kostüme zu ausgesuchten Produktionen wie die in den Bavaria-Ateliers gedrehten, englischsprachigen Kinofilmen Die Akte Odessa, Verstecktes Ziel und Enemy Mine – Geliebter Feind von Wolfgang Petersen, dessen international wohlwollend aufgenommene Großproduktion Das Boot Bauert wenige Jahre zuvor gleichfalls kostümtechnisch betreut hatte. Mit Beginn der 1990er-Jahre verlegte Bauert ihr Arbeitsfeld mehr und mehr in Richtung Filmarchitektur und wirkte noch im selben Jahrzehnt an einigen sehr erfolgreichen deutschen Kinokomödien wie Der bewegte Mann, Das Superweib und Knockin’ on Heaven’s Door mit. Seit 2010 arbeitet Monika Bauert kaum mehr für Film oder Fernsehen.
Monika Bauert ist Patin und Dozentin an der Internationalen Filmschule Köln beim „Weiterbildungsprogramm Szenenbild“ und engagiert sich für die Ausbildung und Förderung des Nachwuchses. Sie ist im Vorstand der Deutschen Filmakademie.
Filmografie Als Kostümbildnerin 1972: Alexander Zwo (Mehrteiler) 1974: Die Akte Odessa (The Odessa File) 1974: Graf Yoster gibt sich die Ehre (Serie) 1975: Tatort: Die Abrechnung 1975: Tatort: Treffpunkt Friedhof 1977: Die Tochter des Schweigens (Serie) 1978: Jauche und Levkojen 1978: Verstecktes Ziel (Brass Target) 1979: Der Tote bin ich 1981: Das Boot 1982: Tatort: Der unsichtbare Gegner 1982: Egmont 1985: Enemy Mine – Geliebter Feind (Enemy Mine) 1993: Mein Name ist Victor (Je m’appelle Victor)
Als Filmarchitektin 1980: Ein Guru kommt (nur Ausstattung) 1982: Tatort: Das Mädchen auf der Treppe 1984: Tatort: Rechnung ohne Wirt 1991: Manta Manta 1990–1992: Kommissar Klefisch (drei Filme) 1993: Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen 1994: Der bewegte Mann 1995: Stille Nacht – Ein Fest der Liebe 1995: Das Superweib 1996: Knockin’ on Heaven’s Door 1998: Kai Rabe gegen die Vatikankiller 1998: Jimmy the Kid 1999: ’Ne günstige Gelegenheit 2000: Die Einsamkeit der Krokodile 2001: Boran 2003: Die Klasse von ’99 – Schule war gestern, Leben ist jetzt (auch Ausstattung) 2004: Mein Bruder ist ein Hund 2007: Rennschwein Rudi Rüssel 2 – Rudi rennt wieder! 2008: Low Lights 2009: Liebe Mauer
Schrift Der Dreh in Mare, Heft Nr. 172, 10/2025, S. 82–93
Literatur Film and Television Design Annual, 2. Jahrgang 1987, hrsg. vom Verband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner e.V., S. 110 Film and Television Design Annual, 7. Jahrgang 1993/94, hrsg. vom Verband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner e.V., S. 145
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