WikiWarMonitor ist eine Website, die sich um 2010 der Erforschung sogenannter Edit-Wars () der Wikipedia widmete. Sie wurde von einer Gruppe von Forschern des Oxford Internet Institute, der Rutgers University und der Central European University erstellt.Dynamics of Conflicts in Wikipedia PLOS ONE abgerufen am 28. Juli 2014.Conflicts in Wikipedia now modelled by statistical physicists Phys.org, abgerufen am 28. Juli 2014.Wikipedia is editorial warzone, says study (Archiviert) NBCNews.com, abgerufen am 28. Juli 2014.

Hintergrund WikiWarMonitor war Teil eines Projekts namens ICTeCollective (eine Abkürzung für ICT-enabled Collective Social Behaviour) und wurde von 2009 bis 2012 vom Forschungs- und Entwicklungsinformationsdienst CORDIS der Europäischen Kommission im FP7 (7. Forschungsrahmenprogramm), Forschungsbereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), des themenoffenen Programmschwerpunkts für neue und künftige Technologien (FET-Open) gefördert.

CORDIS zufolge war das Anliegen der IKT-Forschungsarbeit – im FP7 (von dem ICTeCollective und WikiWarMonitor ein Teil sind) der Europäischen Union – „die Kompetenz der Europäischen Industrie zu verbessern als auch es Europa zu ermöglichen, die zukünftigen Entwicklungen dieser Technologien zu meistern und zu gestalten, sodass die Anforderungen seiner Gesellschaft und Wirtschaft erfüllt sind.“

Untersuchungsergebnisse WikiWarMonitor veröffentlichte mit Stand 2010 eine Liste der 100 kontroversesten Wikipedia-Artikel in jeweils 13 verschiedenen Sprachversionen der Wikipedia, die mithilfe eines Algorithmus ermittelt wurde.WikiWarMonitor, abgerufen am 28. Juli 2014.Researchers Reveal The World's Most Controversial Wikipedia Articles, Business Insider, abgerufen am 28. Juli 2014. Eines der Forschungsergebnisse war, dass die Bearbeitungskriege in jeder Sprachversion anders gelagert sind. In der spanischsprachigen Wikipedia sind z. B. besonders Fußballthemen umstritten, in der französischsprachigen Wikipedia eher die Themenfelder Wissenschaft und Philosophie.Las guerras de Wikipedia BBC Mundo, abgerufen am 28. Juli 2014. Generell sind es aber religiöse oder politische Themen. Zwar sind die meisten umstrittenen Themen sprachabhängig, doch gibt es auch Artikel, die in allen untersuchten Versionen umstritten sind.Wikipedia: Hitparade der umstrittenen Themen science.ORF.at, abgerufen am 22. August 2018.

Anselm Spoerri von der Rutgers University veranschaulichte zusätzlich – mit dem von ihm entwickelten searchCrystalResearch – Anselm Spoerri, abgerufen am 22. August 2018. – die Edit-Wars in den unterschiedlichen Sprachversionen der Wikipedia.The science of Wikipedia flamewars Washington Post, abgerufen am 22. August 2018.

Die Liste der Top 100 umstrittensten Artikel der deutschsprachigen Wikipedia zusammengestellt durch WikiWarMonitor (zum Zeitpunkt der Untersuchung 2010):

Literatur Edit wars in Wikipedia R. Sumi, T. Yasseri, A. Rung, A. Kornai, and J. Kertész, IEEE Xplore, IEEE Third International Conference on Social Computing (SocialCom) 9–11 Oct. 724–727, Boston, MA, USA (2011). Dynamics of conflicts in Wikipedia T. Yasseri, R. Sumi, A. Rung, A. Kornai, and J. Kertész, PLoS ONE 7(6): e38869 (2012). Opinions, Conflicts and Consensus: Modeling Social Dynamics in a Collaborative Environment J. Török, G. Iñiguez, T. Yasseri, M. San Miguel, K. Kaski and J. Kertész, Physical Review Letters 110(8), 088701 (2013). The Most Controversial Topics in Wikipedia: A Multilingual and Geographical Analysis T. Yasseri, A. Spoerri, M. Graham, and J. Kertész, Scarecrow Press (2014).

Einzelnachweise

Weblinks WikiWarMonitor

Visualisierung der Wikipedia Edit-Wars mit searchCrystal (Flash)

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