Münchhausen ist ein bewohnter Gemeindeteil von Münchhausen-Ossak, einem Ortsteil der Stadt Sonnewalde im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Bis zum 26. Oktober 2003 war Münchhausen eine eigenständige Gemeinde, die vom Amt Sonnewalde verwaltet wurde. Der Ortsteil umfasst die Gemarkungen Münchhausen und Ossak. Er hat entsprechend der brandenburgischen KommunalverfassungBrandenburgische Kommunalverfassung - BbgKVerf; Abschnitt 2, Ortsteile In: bravors.brandenburg.de. und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher. Im Ortsteil Münchhausen-Ossak wurde am 31. Dezember 2024 von 144 Einwohnern bewohnt.Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg am 31. Dezember 2024 Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen im September 2026. (saved in Webarchiv)

Geographische Lage Münchhausen liegt in der Niederlausitz, etwa fünf Kilometer nördlich der Stadt Finsterwalde und drei Kilometer südlich von Sonnewalde. Umliegende Ortschaften sind Sonnewalde im Norden, Pießig im Nordosten, der zur Gemeinde Massen-Niederlausitz gehörende Ortsteil Ponnsdorf im Osten, Finsterwalde im Südosten, die zur Stadt Doberlug-Kirchhain gehörenden Ortsteile Hennersdorf im Südwesten und Frankena im Westen, Ossak ebenfalls im Westen sowie Schönewalde im Nordwesten.

Münchhausen liegt direkt an der Bundesstraße 96 von Luckau nach Finsterwalde. Nördlich des Ortes fließt die Kleine Elster, zudem fließt der Ponnsdorfer Graben durch den Ort, der westlich von Münchhausen in die Kleine Elster mündet.

Geschichte Münchhausen wurde erstmals im Jahr 1229 als „Monichusen“ urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Ort, in dem Mönche leben/hausen“, das Dorf befand sich ursprünglich im Besitz der Mönche des Zisterzienserklosters Dobrilugk.

Nach seiner Ersterwähnung war Münchhausen im Besitz der Burggrafen von Wettin, nachdem der Ritter Dietrich von Torgau im Jahr 1286 einige zu Lehn gehende Hufen an das Kloster Dobrilugk verkaufte. Später gehörte Münchhausen zur Pfandherrschaft Dobrilugk. Der Ort war an die Solms-Sonnenwalde verpfändet und wurde bis 1572 von Rudolf von Gersdorff wieder eingelöst worden. 1819 hatte Münchhausen 350 Stock und 1552⅞ Gulden Schatzung abzugeben. Es wurde zudem eine Kirche erwähnt, die eine Filialkirche zu Frankena war.August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen Bd. 6. Lohmen bis Neudörfchen. Gebr. Schumann, Zwickau 1819 Online bei Google Books, S. 630 Diese Kirche muss jedoch bis spätestens 1895 verschwunden sein, da in diesem Jahr die heutige Dorfkirche Münchhausen geweiht wurde.

1840 hatte Münchhausen laut der Topographisch-statistischen Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a.d.O. 42 Wohngebäude mit 231 Einwohnern und gehörte dem Rentamt Dobrilugk an. Zum Dorf gehörten damals zwei Windmühlen.Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker’s Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844 Online bei Google Books, S. 158. Bis 1864 stieg die Einwohnerzahl in Münchhausen auf 326 an. Zu Münchhausen gehörten damals weiterhin die zwei Windmühlen sowie zwei Ziegeleien.Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., 1867 Online bei Google Books, S. 181.

Bis 1815 gehörte Münchhausen zum Luckauischen Kreis. Nach dem Wiener Kongress musste das Königreich Sachsen Teile seiner Gebiete an Preußen abtreten, danach lag Münchhausen im Landkreis Luckau im Regierungsbezirk Frankfurt in der Provinz Brandenburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Gemeinde zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone und anschließend in der DDR. Bei der am 25. Juli 1952 in der DDR durchgeführten Kreisreform wurde Münchhausen dem Kreis Finsterwalde im Bezirk Cottbus angegliedert. Am 1. Oktober 1973 wurde das benachbarte Ossak nach Münchhausen eingemeindet. Nach der Wende wurde der Kreis Finsterwalde in Landkreis Finsterwalde umbenannt und schließlich aufgelöst, die Gemeinde Münchhausen wurde dem Landkreis Elbe-Elster zugeordnet und schloss sich dem Amt Sonnewalde an. Am 27. September 1998 wurde Schönewalde nach Münchhausen eingemeindet. Zum 26. Oktober 2003 wurde die Gemeinde Münchhausen per Gesetz aufgelöst und in die Stadt Sonnewalde eingemeindet. Sonnewalde wurde daraufhin ein eigenständiger Ortsteil, Münchhausen und Ossak schlossen sich zu dem Doppeldorf Münchhausen-Ossak zusammen. Das Amt Sonnewalde wurde aufgelöst. (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 93

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Münchhausen von 1875 bis 2002Jahr EinwohnerJahr EinwohnerJahr Einwohner187532919393391981422Mit Ossak.189033919464281985433191032019504051989435192529719643221995448193329519713092002642Mit Ossak und Schönewalde.

Persönlichkeiten Max Jühnichen (* 1908), Politiker (DBD)

Weblinks

Ortsteil Münchhausen-Ossak In: Webauftritt der Stadt Sonnewalde. Beitrag zu Münchhausen in der RBB-Sendung „Landschleicher“ vom 1. Juni 2008

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Ort in der Niederlausitz Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Geographie (Sonnewalde) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ersterwähnung 1229 Kategorie:Gemeindeauflösung 2003 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)