Faulenbach-Formel ist ein geschichtsdidaktisches Prinzip zur Bewertung der deutschen Zeitgeschichte, insbesondere im Hinblick auf den Vergleich von Nationalsozialismus und DDR. Sie stammt von dem Historiker Bernd Faulenbach.

Inhalt Die Faulenbach-Formel besagt, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht durch Vergleiche mit der DDR relativiert werden dürfen. Zugleich sollen die Herrschaftsverhältnisse und Menschenrechtsverletzungen in der DDR nicht verharmlost werden.

Bedeutung Die Faulenbach-Formel wird in der geschichtsdidaktischen und zeithistorischen Diskussion häufig als Orientierungsrahmen für den Umgang mit den beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts herangezogen. Sie dient insbesondere dazu, einen analytischen Vergleich zu ermöglichen, ohne dabei in eine Gleichsetzung oder Relativierung der unterschiedlichen historischen Kontexte und Verbrechensdimensionen zu verfallen.

In schulischen und außerschulischen Bildungskontexten wird die Formel vielfach als Leitlinie für eine differenzierte Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und DDR verwendet. Sie trägt dazu bei, sowohl die Singularität der nationalsozialistischen Verbrechen zu betonen als auch die Repressions- und Unrechtserfahrungen in der DDR angemessen zu berücksichtigen.

Rezeption In der geschichtsdidaktischen Diskussion wird die Faulenbach-Formel im Zusammenhang mit Fragen der Erinnerungskultur und des Vergleichs von Diktaturen aufgegriffen.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geschichtsdidaktik