mini|Markt Nordheim von Südosten mit dem Iffigheimer Berg (482 m)
Markt Nordheim (fränkisch: NoadaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 139. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „nōədɒ“.) ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.
Geografie Geografische Lage Der Markt liegt an den südlichen Ausläufern des Steigerwaldes. Durch das Gemeindegebiet zieht die Wasserscheide zwischen der Gollach, die nach Westen zur Tauber abfließt, und dem beim Dorf Herbolzheim entstehenden Ehebach, der ostwärts zur Aisch fließt. Der Geroldsbach oder Gerlesbach entspringt westlich des Hauptorts, durchfließt ihn und entwässert über die Kleine Ehe in den Ehebach.
Nachbargemeinden Nachbarkommunen sind die Marktgemeinde Sugenheim im Norden und Osten, die gemeindefreie Markung Osing im Südosten, die Stadt Bad Windsheim im Südosten, die Gemeinde Ergersheim im Süden, die Stadt Uffenheim im Südwesten und die Gemeinde Weigenheim im Westen, alle ebenfalls im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Herbolzheim (Pfarrdorf) Kottenheim (Dorf) Markt Nordheim (Hauptort) Seehaus (Einöde) Ulsenheim (Pfarrdorf) Wildberghof (Einöde) Wüstphül (Siedlung)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Herbolzheim (nur Gemarkungsteil 0), Markt Nordheim und Ulsenheim. Die Gemarkung Markt Nordheim hat eine Fläche von 15,501 km², die in 1225 Flurstücke aufgeteilt ist. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kottenheim, Seehaus und Wüstphül.
Geschichte Der Ort wurde 1231 als „Northeim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens ist heim (mhd. für Haus, Heimat), das Bestimmungswort ist nort (mhd. für Norden).W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 142. Ortsnamen mit Richtungsangaben finden erst im Spätmittelalter Verwendung. Dass der Ort erst in dieser Zeit gegründet wurde, wird auch durch dessen relativ ungünstige Lage im hügeligen Gelände abseits eines Flusses unterstrichen. Fruchtbare Regionen wurden bereits im Frühmittelalter während der Fränkische Landnahme besiedelt. Ein Ort aus dieser Zeit ist das vier Kilometer weiter südlich am Ehebach gelegene Herbolzheim. Nordheim bedeutet also das nördlich von Herbolzheim gelegene Haus. 1730 wurde Nordheim das Marktrecht verliehen. Seitdem ist auch die Form Markt Nordheim belegt. Die mundartliche Aussprache (nōədɒ) ist eine verschliffene Form von Nordheim.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 139.
Während des Dreißigjährigen Krieges rückte der Heerführer Tilly über Neustadt an der Aisch auf der alten Straße zwischen Schauerheim und Herbolzheim nach Uffenheim vor.
1806 kam Nordheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Nordheim gebildet. Zu diesem gehörten Kottenheim, Krassolzheim und Seehaus. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Markt Nordheim mit den Orten Kottenheim und Seehaus. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Hohenlandsberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Vor 1837 kam Wüstphül von der Gemeinde Herbolzheim hinzu. 1850 kam Nordheim an das Landgericht Markt Bibart. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Bibart, von 1879 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Am 1. Februar 1912 wurde der Name der Gemeinde Nordheim amtlich in Markt Nordheim geändert. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 15,489 km².
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gemeindeteile Ulsenheim und Herbolzheim fast völlig zerstört.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1976 wurden die Gemeinden Herbolzheim und Ulsenheim eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1102 auf 1122 um 20 Einwohner bzw. um 1,8 %.
Gemeinde Markt Nordheim Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2015 2022Einwohner 476 584 539 546 545 551 554 545 534 527 498 516 499 506 485 540 508 486 755 701 519 489 1116 1150 1098 1150 1165HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 108 91 108 108 108 109 112 113 122 305 375 391Quelle Für die Gemeinde Nordheim inklusive Kottenheim (S. 50) und Seehaus (S. 85). Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 542 Einwohner für die Gemeinde angegeben.
Ort Markt Nordheim Jahr 1818 1837 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 338 434 434 546 411 399 395 374 490 344 322 307 293Häuser 80 91 63 80 82 80 80 85 87 Quelle
Politik Marktgemeinderat
Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: +Partei/Liste20202014%SitzeSitze Freie Wähler Markt Nordheim34,944Örtliche Wählergemeinschaft Ulsenheim30,044Freie Wähler Herbolzheim35,144
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.
Wappen
Eine Gemeindeflagge gibt es nicht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler Burgruine Hohenkottenheim auf dem Hohenkottenheim Schloss Seehaus ehemaliger Gutshof der Fürsten Schwarzenberg im Gemeindeteil Wüstphül
Schutzgebiete Das Naturschutzgebiet Gipshöhle Höllern und Gipshügel Sieben Buckel südlich von Markt Nordheim
Museen Osingmuseum in Herbolzheim
Musik Kirchenchor Markt Nordheim Nordheimer Singvögel (Kinderchor) Posaunenchor Markt Nordheim Musikverein Zeitvertreib Ulsenheim Kirchenchor Ulsenheim Männergesangverein Eintracht Herbolzheim
Vereine Wein- und Gartenbauverein Markt Nordheim TSV 1890 Markt Nordheim (Sportverein) Bürgerliche Schützengesellschaft Markt Nordheim Jugendclub Grünes Haus e. V. Soldatenkameradschaft Herbolzheim BJB (bayerische Jungbauernschaft) Herbolzheim Wein- und Gartenbauverein Ulsenheim Schloss Seehaus e.V.
Regelmäßige Veranstaltungen Straßenweinfest, jährlich am letzten Juliwochenende (Freitag bis Sonntag) Kirchweih, jährlich am dritten Oktoberwochenende (Donnerstag bis Montag)
Verkehr Die Kreisstraße NEA 31 führt über Kottenheim, Ingolstadt und Ezelheim nach Sugenheim zur Staatsstraße 2253 (6,5 km östlich) bzw. über Wüstphül zur Staatsstraße 2256 (4 km südwestlich). Die Kreisstraße NEA 33 führt nach Krautostheim zur St 2256 (2,4 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur St 2256 bei Herbolzheim (2,8 km südlich).
Söhne und Töchter der Gemeinde Hermann III. von Kottenheim († 1447), Abt von Kloster Ebrach (1430–1437) (geboren wohl in Kottenheim) Karl Gerhard Steck (1908–1983), evangelischer Pfarrer, Mitglied der Bekennenden Kirche (BK), Hochschullehrer für Systematische Theologie und Autor theologisch-wissenschaftlicher Werke Die Edelfreien von Ulsenheim (1112–1242/70)Walter Stadelmann: Die Herren von Ulsenheim und die Frühgeschichte des Klosters St. Markus zu Würzburg (= Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. 65). Würzburg 2013, S. 11–28.
Sonstiges Im Jahr 2007 konnte Markt Nordheim im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft eine Goldmedaille auf Landesebene (Bayern) erringen, was vor allem durch Eigeninitiative der Bürger und das rege Vereinsleben ermöglicht wurde. Am 19. August gewann der Ort beim Bundesentscheid des gleichen Wettbewerbs eine Bronzemedaille.
Literatur
Weblinks
Website des Marktes Markt Nordheim
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Ersterwähnung 1231
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim