Hans Otto Woellke (* 18. Februar 1911 in Bischofsburg, Ermland, Ostpreußen; † 22. März 1943Der Todestag steht so in der Datenbank SportsReference und im Biographischen Handbuch von Klaus Amrhein, in Volker Kluges Olympiachronik wird der 23. März angeführt.(Volker Kluge: Die Chronik I. S. 884f). bei Chatyn, Nähe Minsk, Weißrussland) war ein deutscher Leichtathlet und Mitglied der Ordnungspolizei in Weißrussland.

Leben Woellke gewann bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin das Kugelstoßen (15,96 - 14,76 - 15,72 - 15,90 - 16,20 m - 14,98). Der Wettkampfverlauf wurde auch im Olympiafilm von Leni Riefenstahl dargestellt.

Der Titel von Hans Woellke war der erste deutsche Leichtathletik-Olympiasieg in Männerwettbewerben. Außerdem gewann Hans Woellke bei den Europameisterschaften 1938 in Paris die Bronzemedaille im Kugelstoßen (15,45 - 15,19 - 15,52 m - 14,94 - 14,32 - 15,03). Bei den Europameisterschaften 1934 in Turin hatte er den achten Platz belegt (14,67 m).

Hans Woellke startete für den Polizei SV Berlin und trainierte bei Wilhelm Landmesser. In seiner Wettkampfzeit war er 1,78 m groß und 105 kg schwer. Hans Woellke war Polizist und wurde für seinen Olympiasieg vom Revieroberwachtmeister zum Polizeileutnant befördert.

Im Zweiten Weltkrieg war er Hauptmann der Schutzpolizei in einem Regiment der Ordnungspolizei in Guba (Weißrussland). Nach seinem Tod, als Folge eines Gefechts bei Chatyn mit Partisanen, wurde er von Adolf Hitler und Heinrich Himmler zum Major der Schutzpolizei befördert.Laut Volker Kluge (Die Chronik I, Seite 885) erfolgte die Beförderung postum. Sein Tod war der Grund für die am selben Tag durchgeführte Strafaktion, bei der 149 Zivilisten von Chatyn, darunter 75 Kinder, bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.

Sein Grab befand sich auf dem Ehrenfriedhof Minsk (Moskauer Str., Grab 28, Reihe 22, Westseite). Auf der Nordseite der heutigen Moskauer Chaussee befindet sich nun ein zu Zeiten der Sowjetunion angelegter Friedhof; auf der Südseite der Chaussee, dem alten Standort des Wehrmachtsfriedhofs, wurden Bäume gepflanzt. Gräber sind dort keine mehr erkennbar.

Literatur Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik I. Athen 1896 – Berlin 1936. Sportverlag Berlin, Berlin 1997, ISBN 3-328-00715-6.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1936 Kategorie:Olympiasieger (Kugelstoßen) Kategorie:Kugelstoßer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Meister (Leichtathletik) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person (Partisanenkrieg im Zweiten Weltkrieg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann