Die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 (IGA 2027) soll vom 23. April bis 17. Oktober 2027 im Ruhrgebiet, der Metropolregion Rhein-Ruhr, stattfinden. Dies ist damit die erste interkommunale Internationale Gartenbauausstellung nach heutiger Form in Nordrhein-Westfalen. Getragen werden soll die „IGA Metropole Ruhr 2027“ vom Regionalverband Ruhr (RVR), den 53 Kommunen und vier Kreisen des Ruhrgebiets, der Emschergenossenschaft sowie dem Land Nordrhein-Westfalen.
Beginn Erste Planungen zur IGA 2027 begannen am 11. Oktober 2013, als man einstimmig die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie in Auftrag gab. Der RVR initiierte zusammen mit der Emschergenossenschaft am 11. März 2016 die Bewerbung, tatsächlich beworben hat man sich dann im September 2016. Ende 2016 erhielt die Metropole Ruhr den Zuschlag der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG). Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen beschloss am 10. Juli 2018, die Veranstaltung politisch zu unterstützen, allerdings nicht finanziell. Am 14. Dezember 2018 stimmte die Verbandsversammlung des RVR einstimmig den Veranstaltungsplänen zu und ein Durchführungsvertrag wurde zwischen dem RVR und der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft geschlossen. Im März 2019 wurde eine Gesellschaft gegründet, die die Gartenausstellung durchführen wird.
Die Resonanz während der Initiierung der Bewerbung war sowohl auf politischer Ebene als auch auf Bürgerebene sehr positiv.
Gründe der Bewerbung Eine Studie der IHK Dortmund aus dem Jahre 2015 stellte fest, dass Menschen außerhalb des Ruhrgebiets den vollzogenen regionalen Strukturwandel kaum wahrgenommen hätten und der ganzen Region eher negativ gegenüberständen. Ein ähnliches Bild zeige sich im Ausland. Dies stehe im Widerspruch zum tatsächlich wahrgenommenen Gefühl der Menschen im Ruhrgebiet, die dort größtenteils gerne lebten. Man erhofft sich eine Verbesserung des Images der Region, und Projekte, die den Strukturwandel nachhaltig unterstützen und stützen.
Thema Das Thema der IGA 2027 lautet: „Wie wollen wir morgen leben?“
Die IGA 2027 hat zum Ziel, die Zukunftsthemen greif-, erleb- und präsentierbar darzustellen.
Konzept Das IGA-Konzept wurde von der Bürogemeinschaft „Sinai“ (in Berlin), „scheuvens + wachten“ (in Dortmund) und „Imorde“ (in Münster und Berlin) entwickelt. Es sieht ein dezentrales Großereignis vor, welches aus vier Komponenten besteht: mini|Hotspot-Zukunftsgärten IGA 2027 (CC Openstreetmap)
Hotspot-Zukunftsgarten mit Gartenausstellung Bei diesen drei geplanten Gärten handelt es sich um die Hauptveranstaltungsstandorte der IGA 2027. Der Zutritt zu diesen Gärten wird daher kostenpflichtig sein. Es handelt sich hierbei um ein Gelände in Dortmund (das Emscher-Gebiet im Stadtteil Huckarde, Deusen, Dorstfeld und Unionviertel), den Rheinpark in Duisburg und den Nordsternpark in Gelsenkirchen.
Alle Gärten sollen umweltbezogene Kernthemen zu Gärten, Umwelt, Klima und Energie begreifbar machen. Sie beinhalten eine Leistungsschau des Gartenbaus. mini|Zukunftsgärten IGA 2027 (CC Openstreetmap)
Zukunftsgarten mit Sonderausstellung Drei weitere kleinere Zukunftsgärten werden im Kreis Recklinghausen, im Kreis Unna und an der Emschermündung im Kreis Wesel zu finden sein. Der Eintritt zu diesen Gärten wird kostenlos sein.
Diese Gärten sollen ebenfalls umweltbezogene Kernthemen zu Gärten, Umwelt, Klima und Energie begreifbar machen, verfügen aber über keine Leistungsschau.
Unsere Gärten Grundidee dieses Teilkonzepts ist die Aufwertung vorhandener Parks, die mit Themenrouten verbunden werden sollen. Die Konzepte reichen von einer Infrastrukturverbesserung bis zu einer kompletten Neugestaltung des Parks. Städte und Kreise konnten hierfür Projekte einreichen, die Zahl war nicht begrenzt. Nicht jedes der eingereichten Projekte wird auch tatsächlich umgesetzt.
Mein Garten Bei diesem Teilkonzept geht es um private Urban-Gardening-Projekte in der Nachbarschaft. Jeder soll die IGA mitgestalten und dabei kleinere öffentliche oder private (aber öffentlich wahrnehmbare oder gar besuchbare) Grünflächen aufwerten oder eigene Projekte initiieren. Es zielt also sowohl auf Privatpersonen als auch auf ganze Quartiere oder Stadtteile ab.
Zukunftsgärten mit Leistungsschau
Dortmund: Emscher nordwärts Thema: Technologisch
Frage: „Wie erleben und gestalten wir die Welt?“
Motto: „Wie wollen wir morgen leben? Ökologisch, vernetzt, inklusiv, lokal, radikal öffentlich.“
Gelände Der Park wird auf dem Emschergelände neben oder in diesen Stadtteilen im westlichen bzw. nordwestlichen Teil Dortmunds errichtet:
Deusen Dorstfeld Hafen Huckarde Nette Unionviertel
Das Gelände zieht sich über ca. 4,5 Kilometer Länge und ist zwischen ca. 100 Metern an der schmalsten und ca. 1000 Metern an der breitesten Stelle breit. Der nächste Punkt liegt ca. 2 Kilometer vom Hauptbahnhof Dortmund entfernt. Zentraler Hauptbestandteil der IGA 2027 ist dabei der Zukunftsgarten „Emscher Nordwärts“ im Stadtteil Huckarde.
Grundidee Das Projekt will die Bereiche Leben, Produzieren und Fortbewegen behandeln. Hierfür sollen beispielsweise neue Mobilitätsformen oder inklusives Wohnen gezeigt werden.
Geländeentwicklung mini|Unionviertel, Rheinische StraßeIm Süden liegt das Unionviertel, welches als Eingangstor unter dem Oberbegriff U-Tor entwickelt werden soll. Auf dem ehemaligen HSP-Areal soll dabei ein neues, urbanes und inklusives Stadtviertel durch den Eigentümer, die Thelen-Gruppe, und die Stadt Dortmund unter dem Namen Smart Rhino entwickelt werden. Hierbei sollen die derzeit im Stadtgebiet verteilten Standorte der Fachhochschule Dortmund an einem zentralen Standort zusammengefasst werden. Dafür werden insbesondere die ehemaligen Industriebauten des HSP-Areals weiterbenutzt, beispielsweise die Feldherrnhalle, das sogenannte Emscherschlösschen (Walzhalle) sowie die alte Dreherei. Im nördlichen Abschnitt soll darüber hinaus die Kranbahn eingebunden werden und der Themenschwerpunkt Produzieren zum Tragen kommen. Dazu sind diverse Achsen nach Dorstfeld oder in die Innenstadt geplant, um die Erreichbarkeit zu verbessern und auch die Benutzung attraktiver zu gestalten.
Im südlicheren Mittelteil finden sich auf Höhe der Mallinckrodtstraße Installationen zum Thema Fortbewegung und angrenzende Grünflächen. Die aktuell dort ansässige Dortmunder Mineralstoffverwertungsgesellschaft soll dafür weichen. Aktuellen Planungen zufolge entsteht auf der Höhe der Haltestelle Insterburger Straße ein gastronomisches Angebot. Weiter nördlich (Höhe Brunshollweg/Allensteiner Straße) folgen Themenschwerpunkte zum Thema Leben und angrenzende Grünanlagen. mini|Kokerei Hansa Dortmund-Huckarde, Blick vom DeusenbergZiemlich genau in der Mitte, auf Höhe der Franziusstraße, soll mit der Kunstinstallation Propeller eine Attraktion innerhalb des neuen Parks entstehen. Der Propeller ist eine Verschachtelung von fünf Brücken, auf denen die Gichtgasleitung der Kokerei Hansa sowie Gleise verlaufen. Diese Brücken überqueren die Emscher und sind zurzeit schwer und offiziell nicht öffentlich zugänglich. Von hier aus soll ein Bootsanleger am Dortmunder Hafen zugänglich sein, von welchem aus man weitere Standorte der IGA erreichen können soll. Des Weiteren ist ein Brückenschlag nach Huckarde geplant.
Der nördliche Mittelteil verläuft weiter östlich um den Güterbahnhof herum. Da dieses Gebiet am Hafen liegt, soll es dort vor allem um den Themenschwerpunkt Produzieren gehen. Gegenüber dem Fuß des Deusenbergs folgt der Themenschwerpunkt Leben. mini|Zukunftsgarten Emscher nordwärts am DeusenbergIm nördlichen Teil sollen vor allem die Kokerei Hansa, das Areal um die Zeche Hansa und der besonders bei Fahrradfahrern, Wanderern und Paraglidern beliebte Deusenberg einen Anziehungspunkt darstellen. Des Weiteren soll ein Haldensprung genannter Auf- bzw. Abstieg neben der Kokerei Hansa über die Gleise der Emschertal-Bahn erbaut werden. Dies soll vor allem die Erschließung des Gebiets als Naherholungsgebiet für das nördliche Huckarde ermöglichen, da der Aufstieg auf den Deusenberg zurzeit nur von der östlichen bzw. südöstlichen Seite Deusens ausgehend möglich ist. Aktuelle Planungen deuten darauf hin, dass der Betriebshof der EDG Entsorgung Dortmund an den südlichen Fuß des Deusenbergs umzieht.
Über das ganze Gelände hinweg wird ein Skywalk gebaut. Dieser soll auf dem aktuellen Weg der Gichtgasleitung der Kokerei verlaufen. Er verläuft bis zum südlichen Ende des Parks. Besonders beachtenswert ist hier Führung im Kreis um den Propeller, um dieses Gelände weiter aufzuwerten. Des Weiteren soll ein musealer Straßenbahnbetrieb vom Nahverkehrsmuseum Dortmund aus verkehren und im Süden an das Stadtbahnnetz anschließen. Es werden für diese Museumsstraßenbahn mehrere provisorische Haltestellen angelegt, es steht aber optional auch zur Debatte, ob mindestens zwei dieser Haltestellen als vollwertige Stadtbahnhaltestellen ausgeführt werden. Es würde sich um Haltestellen namens U-Tor und Huckarde/Alt-Dorstfeld bzw. Dorstfelder Allee handeln. Darüber hinaus ist der Einsatz eines modernen, niederflurigen Straßenbahnwagens vorgesehen, welcher aufgrund der nicht elektrifizierten Museumsstrecke mit solar- oder wasserstoffbasierter Energie betrieben werden soll.
Finanzierung Die Kosten werden mit netto 42 Millionen € veranschlagt, brutto ist mit 50 Millionen € zu rechnen. Am teuersten sind der Skywalk (21,5 Millionen € netto) und der zusätzliche Skywalk um den „Propeller“ (10 Millionen € netto). Auf den Rest entfallen somit 10,5 Millionen € netto. Diese Kosten beinhalten allerdings nur die Baukosten und beispielsweise nicht den Grunderwerb oder Planungskosten.
Die Kosten werden zum Großteil von der Veranstaltung getragen und sollen durch Eintrittspreise refinanziert werden. Nach der IGA soll dieses Gebiet kostenlos zugänglich sein und durch die Stadt Dortmund finanziert werden. Es ist aber nicht mit größeren Folgekosten zu rechnen.
Duisburg: Global Garden Thema: Urban
Frage: „Wie leben wir zusammen?“
Gelände Entwickelt werden soll das Gelände im Stadtteil Hochemmerich auf der Freifläche am Rhein, am östlichen Ende von Friemersheim auf der Freifläche am Rhein, in Hochfeld am Rheinpark, dem Stahldrahtwerk und etwas stadteinwärts auf den Grünflächen und in Wanheimerort an einer kleinen Landzunge am Rhein. Es geht um ca. 15 Hektar. mini|alternativtext=Rheinpark in Duisburg-Hochfeld und Brücke der Solidarität nach Rheinhausen|Rheinpark Duisburg
Grundidee Das Projekt will vor allem Weltoffenheit zeigen und ein Ort des Ankommens für Menschen aller Kulturen werden. Man will dafür Flächen am Rhein, die über ein Jahrhundert lang vor allem industriell genutzt wurden wieder als Freiraum entwickeln.
Geländeentwicklung Das Gelände des Stahldrahtwerks soll mit Wohnbebauung aufgewertet werden und als Knotenpunkt zwischen dem Stadtteil Hochfeld und den Grünanlagen dienen. Hochfeld bekommt dazu ein „grünes Band“, also ein zusammenhängendes Gelände aus Grünanlagen, welches den Zugang zum Park attraktiver gestalten soll. Im Bereich des Kultushafens soll es einen neuen Zugang zum Rhein geben. Dazu soll es einen temporären Pavillon geben, in dem es diverse Veranstaltungen und Ausstellungen zu sehen geben wird.
Finanzierung Die Kosten werden mit netto 19,0 Millionen € veranschlagt, also brutto 22,6 Millionen €. Der Eintritt während der IGA wird kostenpflichtig sein. Ob das Gelände danach kostenfrei zugänglich wird, steht noch nicht fest.
Gelsenkirchen: Nordsternpark+ Thema: Post-Industriell
Frage: „Wie sehen Energie und Mobilität in der Stadt der Zukunft aus?“
Motto: „Wie wollen wir morgen leben? Ökologisch, klimaschonend, am Wasser, vernetzt.“
Gelände Entwickelt werden sollen der Nordsternpark, der 30 Jahre zuvor im Zuge der Bundesgartenschau 1997 auf dem ehemaligen Industriegelände der Zeche Nordstern entstand, sowie das Umland. Es geht um ca. 40 Hektar.
Geländeentwicklung