6. Leichtathletik-Europameisterschaftenzentriert|100pxStadt Stadion OlympiastadionTeilnehmende Länder 26Wettbewerbe 36Weltrekorde 1Weitere Europarekorde 2Eröffnung 19. August 1958Schlussfeier 24. August 1958Eröffnet durch Prinz Bertil von Schweden Chronik ← Bern 1954 Belgrad 1962 → mini|hochkant=1.9|Offizielle Postkarte des Stockholmer Olympiastadionsaus dem Jahr 1912 Medaillenspiegel (Endstand nach 36 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt1 11 15 9352 8 2 2123 7 5 5174 6 5 10165 1 2 366 1 2 147 1 – –1 1 – –19 – 2 –2 Vollständiger Medaillenspiegel Die 6. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 19. bis zum 24. August 1958 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt. Mit Ausnahme des Marathonlaufs und der Gehwettbewerbe wurden die Wettkämpfe im Olympiastadion von 1912 ausgetragen.
Wettbewerbe Im Wettkampfangebot gab es zwei Änderungen gegenüber den Leichtathletik-Europameisterschaften 1954. Bei den Männern kam anstelle des 10.000-Meter-Bahngehens das nun überall übliche 20-km-Straßengehen ins Programm.
Für die Frauen kam mit dem 400-Meter-Lauf eine weitere Laufstrecke hinzu. Diese Disziplin stand bei internationalen Meisterschaften erstmals im Wettkampfprogramm. Immer noch war das Angebot für weibliche Teilnehmerinnen mit jetzt insgesamt zwölf Wettbewerben (Lauf: 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter 80 Meter Hürden, 4-mal-100-Meter-Staffel – Sprung: Hochsprung, Weitsprung – Stoß/Wurf. Kugelstoßen, Diskuswurf, Speerwurf – Mehrkampf: Fünfkampf) ziemlich dünn. Das sollte sich in den kommenden Jahren sukzessive ändern, bis das Frauenprogramm schließlich dem für Männer weitgehend entsprach.
Teilnehmer Die DDR konnte zum ersten Mal innerhalb einer sogenannten gemeinsamen deutschen Mannschaft an Europameisterschaften teilnehmen. Zur Ermittlung der einzelnen Starter wurden auch erstmals Ost-West-Ausscheidungen für eine gesamtdeutsche Mannschaft durchgeführt.Historischer Rückblick III: Große Kulisse bei Ost-West-Ausscheidung 1958. leichtathletik.de 2. Juni 2016, abgerufen am 10. Juli 2022 In zahlreichen Veröffentlichungen werden die beiden deutschen Teams in den Ergebnisübersichten und auch dem Medaillenspiegel als zwei unterschiedliche Nationen gelistet (BR Deutschland/DDR). Dies ist jedoch sachlich nicht korrekt, da es wie zum Beispiel bei den Olympischen Spielen 1960 und 1964 eine gesamtdeutsche Mannschaft gab. Die Sportler werden offiziell und richtigerweise unter der gemeinsamen Landesbezeichnung 'Deutschland' geführt.
Sportliche Leistungen Mit zahlreichen Rekorden und Bestleistungen lagen die Leistungen bei diesen Meisterschaften trotz meist kühler und regnerischer Bedingungen auf einem hohen Niveau. Es wurde eine Weltbestleistung aufgestellt: Marathon, Männer: 2:15:17,0 h – Sergei Popow, Sowjetunion Es gab zwei Europarekorde: Speerwurf, Frauen: 56,02 m – Dana Zátopková, Tschechoslowakei, Finale 110 Meter Hürden, Männer: 13,7 s (egalisiert) – Martin Lauer, Deutschland, Finale In 28 Disziplinen wurde darüber hinaus der bestehende Meisterschaftsrekord 61 Mal verbessert oder egalisiert. Außerdem wurden in vierzehn Disziplinen 31 Landesrekorde gesteigert oder eingestellt. Sehr erfolgreich war mit elf EM-Titeln wieder die Sowjetunion. Allerdings war der Abstand zu den folgenden Nationen nicht so groß wie bei den letzten Europameisterschaften 1954 in Bern. Hinter der UdSSR rangierten Polen (acht Titel) Großbritannien (sieben) und Deutschland (sechs Titel).
Fünf Athleten errangen je zwei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften: Zdzisław Krzyszkowiak (Polen) – 5000 Meter, 10.000 Meter Galina Bystrowa (Sowjetunion) – 80 Meter Hürden, Fünfkampf Armin Hary (Deutschland) – 100 Meter, 4-mal-100-Meter-Staffel Manfred Germar (Deutschland) – 200 Meter, 4-mal-100-Meter-Staffel John Wrighton (Großbritannien) – 400 Meter, 4-mal-400-Meter-Staffel Fünf der Europameister von 1958 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Eeles Landström Schweden – Stabhochsprung, Wiederholung seines Erfolgs von 1954 Janusz Sidło (Polen) – Speerwurf, Wiederholung seines Erfolgs von 1954 Wassili Kusnezow (Sowjetunion) – Zehnkampf, Wiederholung seines Erfolgs von 1954 Marija Itkina (Sowjetunion) – 400 Meter, 1954 Europameisterin über 200 Meter Dana Zátopková (Tschechoslowakei) – Speerwurf, Wiederholung ihres Erfolgs von 1954
Ergebnisübersicht Männer 100 m mini|hochkant=0.6
PlatzAthletLandZeit (s)offiziellelektronisch 1 Armin Hary 10,4 CRe 10,35 CR 2 Manfred Germar 10,4 CRe k. A. 3 Peter Radford 10,4 CRe k. A. 4 Jocelyn Delecour 10,5 k. A. 5 Juri Konowalow 10,7 k. A. 6 Marian Foik 10,9 k. A. Finale: 20. August
Wind: +1,5 m/s
Überraschungseuropameister Armin Hary (Foto rechts)
Offiziell ging für den Sieger Armin Hary damals der handgestoppte Wert von 10,4 s in die Ergebnisliste ein. Damit stellte Hary den von dem Italiener Orazio Mariani und dem Niederländer Wil van Beveren gehaltenen Europameisterschaftsrekord aus dem Jahr 1938 ebenso ein wie die beiden zweit- und drittplatzierten Manfred Germar und Peter Radford. Harys Siegerzeit aus dem Finale, elektronisch gestoppt mit 10,35 s, ist als neuer Meisterschaftsrekord inoffiziell.
200 m mini|hochkant=0.7
PlatzAthletLandZeit (s) 1 Manfred Germar 21,0 2 David Segal 21,3 3 Jocelyn Delecour 21,3 4 Vilém Mandlík 21,4 5 Robbie Brightwell 21,9 6 Juri Konowalow 22,0 Finale: 23. August
Wind: +0,1 m/s
Bei miserablen äußeren Bedingungen wurde Manfred Germar (auf dem Foto rechts als Sieger eines anderen Wettkampfs) seiner Favoritenrolle über 200 Meter gerecht.
400 m
PlatzAthletLandZeit (s) 1 John Wrighton 46,3 CR/ 2 John Salisbury 46,5 3 Karl-Friedrich Haas 47,0 4 Carl Kaufmann 47,0 5 Alf Petersson 47,5 6 Stanisław Swatowski 47,8 Finale: 20. August
800 m
PlatzAthletLandZeit (min) 1 Michael Rawson 1:47,8 2 Audun Boysen 1:47,9 3 Paul Schmidt 1:47,9 4 Zbigniew Makomaski 1:48,0 5 Lajos Szentgáli 1:48,3 6 Herbert Missalla 1:48,5 7 Derek Johnson 1:49,2 8 Christian Wägli 1:52,0 Finale: 21. August
1500 m
mini|hochkant=1.2|Brian Hewson als Zuschauerbei einem Windhundrennen PlatzAthletLandZeit (min) 1 Brian Hewson 3:41,9 2 Dan Waern 3:42,1 3 Ron Delany 3:42,3 4 István Rózsavölgyi 3:42,7 5 Olavi Vuorisalo 3:42,8 6 Siegfried Herrmann 3:43,4 7 Zbigniew Orywal 3:43,7 8 Stanislav Jungwirth 3:44,4 Finale: 24. August
Der im Finale fünftplatzierte Finne Olavi Vuorisalo hatte den EM-Rekord im ersten Vorlauf um drei Sekunden auf 3:40,8 min verbessert.
5000 m
PlatzAthletLandZeit (min) 1 Zdzisław Krzyszkowiak 13:53,4 CR 2 Kazimierz Zimny 13:55,2 3 Gordon Pirie 14:01,6 4 Peter Clark 14:03,8 5 Alexander Artynjuk 14:05,6 6 Sándor Iharos 14:07,2 7 Miroslav Jurek 14:12,0 8 Friedrich Janke 14:17,0 Finale: 23. August
10.000 m
PlatzAthletLandZeit (min) 1 Zdzisław Krzyszkowiak 28:56,0 CR/ 2 Jewgeni Schukow 28:58,6 3 Nikolai Pudow 29:02,2 4 Stanley Eldon 29:02,8 5 Stanisław Ożóg 29:03,2 6 John Merriman 29:03,8 7 Alain Mimoun 29:30,6 8 Antonio Amorós 29:31,4 Datum: 19. August
Marathon
PlatzAthletLandZeit (h) 1 Sergei Popow 2:15:17,0 WBL 2 Iwan Filin 2:20:50,6 3 Fred Norris 2:21:15,0 4 Peter Wilkinson 2:21:40,0 5 Lothar Beckert 2:22:11,2 6 Veikko Karvonen 2:22:45,8 7 Arnold Vaide 2:25:54,2 8 Edoardo Righi 2:26:52,0 Datum: 24. August
110 m Hürden mini|hochkant=0.6
PlatzAthletLandZeit (s) 1 Martin Lauer 13,7 ERe 2 Stanko Lorger 14,1 3 Anatoli Michailow 14,4 4 Peter Hildreth 14,4 5 Giorgio Mazza 14,6 6 Kenneth Johansson 14,7 Finale: 24. August
Wind: +0,8 m/s
Mit vier Zehntelsekunden Vorsprung und eingestelltem Europarekord wurde Martin Lauer (Foto rechts) überlegen Europameister auf der kurzen Hürdendistanz.
400 m Hürden
PlatzAthletLandZeit (s) 1 Juri Litujew 51,1 2 Per-Ove Trollsås 51,6 3 Bruno Galliker 51,8 NRe 4 Tom Farrell 52,0 5 Anatoli Julin 52,3 6 Chris Goudge 53,6 Finale: 21. August
3000 m Hindernis
PlatzAthletLandZeit (min) 1 Jerzy Chromik 8:38,2 CR 2 Semjon Rschischtschin 8:38,8 3 Hans Hüneke 8:43,6 4 Sergej Ponomarjow 8:44,0 5 Vastimil Brlica 8:46,6 6 Gyula Varga 8:48,4 7 Lars Helander 8:50,2 8 Georgios Papavasiliou 8:51,2 Finale: 22. August
4 × 100 m Staffel
PlatzLandAthletenZeit (min) 1 Walter MahlendorfArmin HaryHeinz FüttererManfred Germar 40,2 CR 2 Peter RadfordRoy SandstromDavid SegalAdrian Breacker 40,4 3 Boris TokarewEdwin OsolinJuri KonowalowLeonid Bartenew 40,4 4 Václav JanečekFrantišek MikluščákVilém MandlíkVáclav Kynos 40,7 5 Bernard CahenJoël CapriceConstantin LissenkoJocelyn Delecour 41,0 DSQ Pier Giorgio CazzolaSergio D’AsnaschLivio BerrutiGiorgio Mazza Finale: 24. August
4 × 400 m Staffel
PlatzLandAthletenZeit (min) 1 Ted SampsonJohn MacIsaacJohn WrightonJohn Salisbury 3:07,9 CR 2 Carl KaufmannManfred PoerschkeJohannes KaiserKarl-Friedrich Haas 3:08,2 3 Nils HolmbergHans LindgrenLennart JonssonAlf Petersson 3:10,7 4 Nereo FossatiMario FraschiniGiovanni ScavoRenato Panciera 3:11,1 5 Konstantin GratschowAbram KrywoschejewMichail NikolskiValentin Rachmanow 3:11,4 6 Stanisław SwatowskiJacek JakubowskiTadeusz KazimierskiZbigniew Makomaski 3:13,8 Finale: 24. August
20 km Gehen
PlatzAthletLandZeit (h) 1 Stan Vickers 1:33:09,0 CR 2 Leonid Spirin 1:35:04,2 3 Lennart Back 1:35:22,2 4 Lennart Carlsson 1:35:38,4 5 Louis Marquis 1:35:59,4 6 Giuseppe Dordoni 1:36:16,2 7 Siegfried Lefanczik 1:39:18,6 8 Gabriel Reymond 1:39:18,6 Datum: 24. August
50 km Gehen
PlatzAthletLandZeit (h) 1 Jewgeni Maskinskow 4:17:15,4 CR 2 Abdon Pamich 4:18:00,0 3 Max Weber 4:19:58,6 4 Tom Misson 4:20:31,8 5 Don Thompson 4:25:09,0 6 Michail Korschunow 4:26:02,0 7 Ladislav Moc 4:27:16,6 8 Louis Marquis 4:33:11,0 Datum: 22. August
Hochsprung mini|hochkant=0.8
PlatzAthletLandHöhe (m) 1 Richard Dahl 2,12 CR/ 2 Jiří Lanský 2,10 3 Stig Pettersson 2,10 4 Igor Kaschkarow 2,06 5 Theo Püll 2,06 DR 6 Juri Stepanow 2,06 7 Petr Elbogen 2,02 8 Eero Salminen 1,99 Finale: 24. August
Siegerehrung für die Hochspringer (auf dem Foto v. l. n. r.): Jiří Lanský, Richard Dahl, Stig Pettersson
Stabhochsprung
PlatzAthletLandHöhe (m) 1 Eeles Landström 4,50 CR 2 Manfred Preußger 4,50 CR 3 Wladimir Bulatow 4,50 CR 4 Lennart Lind 4,40 5 Zenon Ważny 4,30 6 Witali Tschernobai 4,30 7 Leon Lukman 4,30 8 Peter Laufer 4,30 Finale: 22. August
Weitsprung mini|hochkant=0.6
PlatzAthletLandWeite (m) 1 Igor Ter-Owanessjan 7,81 CR/ 2 Kazimierz Kropidłowski 7,67 3 Henryk Grabowski 7,51 4 Attilio Bravi 7,51 5 Ali Brakchi 7,50 6 Jorma Valkama 7,45 7 Peter Scharp 7,32 8 Oleg Fjodossejew 7,29 Finale: 20. August
Igor Ter-Owanessjan (Foto rechts) gewann seinen ersten von drei EM-Weitsprung-Titeln
Dreisprung
PlatzAthletLandWeite 1 Józef Szmidt 16,43 CR/ 2 Oleg Rjachowski 16,02 3 Vilhjálmur Einarsson 16,00 4 Ryszard Malcherczyk 15,83 5 Éric Battista 15,48 6 Kari Rahkamo 15,18 7 Hermann Strauß 15,11 8 Hannu Rantala 15,09 Finale: 23. August
Kugelstoßen
PlatzAthletLandWeite (m) 1 Arthur Rowe 17,78 CR/ 2 Wiktor Lipsnis 17,47 3 Jíři Skobla 17,12 4 Hermann Lingnau 17,07 5 Silvano Meconi 16,98 6 Wladimir Loschtschilow 16,96 7 Vilmos Varjú 16,77 8 Alfred Sosgórnik 16,65 Finale: 23. August
Diskuswurf
PlatzAthletLandWeite (m) 1 Edmund Piątkowski 53,92 CR 2 Todor Artarski 53,82 3 Wladimir Trussenjow 53,74 4 Kim Buchanzow 53,44 5 Ferenc Klics 53,08 6 Adolfo Consolini 53,05 7 Carol Lindroos 51,95 8 József Szécsényi 51,43 Finale: 22. August
Hammerwurf mini|hochkant=0.8|Tadeusz Rut – Europameister mit genau einem Meter Vorsprung
PlatzAthletLandWeite (m) 1 Tadeusz Rut 64,78 CR/ 2 Michail Kriwonosow 63,78 3 Gyula Zsivótzky 63,68 4 Olgierd Ciepły 63,37 5 Zvonko Bezjak 62,39 6 Birger Asplund 62,18 7 John Lawlor 61,49 8 József Csermák 61,00 Finale: 21. August
Speerwurf mini|Zweiter EM-Titel im Speerwurf für Janusz Sidło
PlatzAthletLandWeite (m) 1 Janusz Sidło 80,18 CR 2 Egil Danielsen 78,27 3 Gergely Kulcsár 75,26 4 Michel Macquet 75,18 5 Väinö Kuisma 74,90 6 Wladimir Kusnezow 73,89 7 Hans Schenk 73,43 8 Giovanni Lievore 73,38 Finale: 24. August
Zehnkampf