Uehlfeld ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und der Verwaltungsgemeinschaft Uehlfeld.

Geographie Lage Durch das Gemeindegebiet fließt die Aisch und die Weisach, die dort als linker Zufluss in die Aisch mündet, und einige weitere, kleinere Zuflüsse der Aisch und der Weisach, die eine große Zahl von Weihern speisen, die sich vor allem östlich des Hauptortes befinden. Im Nordwesten befinden sich bewaldete Anhöhen, ansonsten steigt das Gelände kaum an und besteht aus Acker- und Grünland.

Gemeindegliederung Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Demantsfürth, Peppenhöchstädt, Schornweisach, Tragelhöchstädt und Uehlfeld. Die Gemarkung Uehlfeld hat eine Fläche von 11,194 km². Sie ist in 2106 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5315,35 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Nonnenmühle.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Lonnerstadt, Höchstadt an der Aisch, Weisendorf, Dachsbach, Gutenstetten, Münchsteinach, Vestenbergsgreuth.

Geschichte Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1806) Uehlfeld entstand vermutlich im 6. Jahrhundert, also in der Zeit, als sich die Franken nach Osten ausbreiteten und auch den Aischgrund in Besitz nahmen. Eine der 14 Slawenkirchen im Aischgrund aus der Zeit der Slawenmission Karls des Großen stand vermutlich in Uehlfeld.

Die erste urkundliche Erwähnung des Hauptortes datiert aus dem Jahr 1123. Der Ort wurde damals mit „Ölenteuelt“ bezeichnet. Später wurde daraus „Ulletenvelt“ (1127), „Uelevelt“ (1154), „Ulfeldium“ (1158) oder „Ulefelt“ (1181). Der Ortsname enthält als Bestimmungswort den Personennamen Ulito, der als Gründer des Ortes angesehen werden kann.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 225.Anders H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 129: Dieser geht vom Personennamen Uodalrich aus.Christoph Beck: Die Ortsnamen des Aischtales und der Nachbartäler nebst Proben von Flurnamen und einem Verzeichnis der Wüstungen. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1926, S. 17 (Uehlfeld, um 1100 „Ultevelt“. Kurzform des Personennamens Uodal-ric = Uldarich).

Die Lehnsherrschaft hatte ursprünglich das Hochstift Würzburg. Im Jahre 1199 gelangten zwei Teile des Zehnten und ein Garten in Uehlfeld durch Tausch an das Bamberger Stift St. Jakob. Es gab einen ortsansässigen Adel gleichen Namens, der wohl ab dem 13. Jahrhundert erloschen war. Im Anschluss gab es in Uehlfeld zwei Rittergüter mit insgesamt 72 Untertanen. 1319 ging Uehlfeld in Flammen auf.

In den Jahren 1361 und 1364 wurde der Ort im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg aufgelistet. Die Burggrafen hatten zu dieser Zeit 27 Gehöfte und die Fraisch über den Ort. Auf dem Schloss residierten die Herren von Seckendorff. Im Jahre 1361 verpflichteten sich Friedrich und Kuno von Seckendorff, ihren Burgstall dem Nürnberger Burggrafen offen zu halten. Im Jahre 1431 wurde Uehlfeld durch die Hussiten verwüstet. Im Jahre 1440 wurde das Kloster Frauenaurach als Besitzer verschiedener Grundstücke genannt.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 129.

Im Bauernkrieg (1524–1525) wurde das bis dahin existierende Schloss vernichtet. Der Zweite Markgrafenkrieg (1552) vernichtete die Ortschaften Nonndorf und Rothenberg, die anschließend nicht mehr aufgebaut wurden. Ein Brand im Jahr 1583 vernichtete unter anderem die Pfarrakten. Dennoch ist anzunehmen, dass Uehlfeld als nunmehr markgräflicher Besitz 1528 der Reformation zugeführt wurde (Erster evangelischer Pfarrer wurde von 1552 bis 1579 Michael Köhner).Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 192. Der Dreißigjährige Krieg hatte mit dem kaiserlichen Oberst KehrausVon Kronach nach Nördlingen, S. 117, Anm. 73. seine Spuren bzw. die seiner Kroatischen Reiterei im ganzen AischgrundMax Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 240. hinterlassen und dessen Truppen plünderten auch Uehlfeld und brannten den Ort nieder.

Im Jahre 1649 wurde dem Ort der 1612 in Baudenbach geborene Pfarrer Veit vom Berg (1612–1675) als Seelsorger zugeteilt. Er hielt seine Antrittspredigt vor 31 Zuhörern (10 Männer, 15 Frauen, 6 Kinder), den letzten Einwohnern nach einer entbehrungsreichen Zeit. Vor dem Krieg hatte Uehlfeld über 600 Einwohner. Nach Ende des Krieges ließen sich hier zahlreiche evangelische Glaubensvertriebene aus Österreich nieder, die in dem entvölkerten Gebiet maßgeblich zur Peuplierung und zum Wiederaufbau beitrugen.Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5 Veit vom Berg blieb bis zu seinem Tode 1675 in Uehlfeld. Heute sind die Grund- und Hauptschule sowie eine Straße nach ihm benannt.

Ab 1679 gehörte Uehlfeld zur Verwaltung der in Neustadt an der Aisch ansässigen Landeshauptmannschaft, wurde aber seit 1700 von Dachsbach mitverwaltet.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 108 f.

Spätestens ab dem 18. Jahrhundert wurden bis zu vier Märkte pro Jahr abgehalten. Anfang des 20. Jahrhunderts sind zudem Schweine- und Viktualienmärkte bezeugt.Gudrun Höhl: Fränkische Städte und Märkte in geographischem Vergleich. Versuch einer funktionell-phänomenologischen Typisierung, dargestellt am Raum von Ober-, Unter- und Mittelfranken. Bad Godesberg 1962, S. 87.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Uehlfeld 61 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach, 20 Anwesen: 1 Schenkstatt, 1 Mühle, 2 Höfe, 1 Halbhof, 2 Güter, 1 Gütlein, 1 Wohngut, 6 Häuser, 1 Tropfgut, 1 Häuslein, Synagoge, Badstube, Gemeindehaus; Verwaltung Uehlfeld, 41 Anwesen: Amtsknechthaus, Schlösslein, 6 Brau- und Schenkstätten, 2 Schmieden, 3 Gülthöfe, 11 Güter, 7 Gütlein, 4 Sölden, 4 Tropfgütlein, 1 Tropfhaus, 1 Wohnung).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 134.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt.

Unter dem Königreich Bayern Im Jahre 1810 kam Uehlfeld an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Uehlfeld gebildet, zu dem Mailach, Nonnenmühle, Oberhöchstädt, Sichardshof, Tragelhöchstädt, Voggendorf und Weidendorf gehörten. 1813 entstand die Ruralgemeinde Uehlfeld, zu der Nonnenmühle gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Nonnenmühle nach Tragelhöchstädt umgemeindet.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 223. Die Ruralgemeinde Uehlfeld war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 191. Ab 1862 gehörte Uehlfeld zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,209 km².

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts kamen viele jüdische Händler als Neubürger nach Uehlfeld, so dass sich in dem Ort Handel und Gewerbe entwickelten. Die Juden errichteten eine Synagoge, eine Schule und legten nordwestlich des Ortes einen Jüdischen Friedhof an, auf dem noch 406 Grabsteine und Grabsteinfragmente erhalten sind.Geschichte Uehlfelds

Nationalsozialismus Zeitgleich mit oder etwas eher als in Neustadt an der Aisch war in Uehlfeld 1922/23 eine NSDAP-Ortsgruppe gegründet worden, die anfangs von dem Dachsbacher (Oberhöchstädter) Lehrer und SA-Obertruppführer Hans Zuleeg aus geleitet wurde. Am 6. November 1927 war der nationalsozialistische Politiker Karl Holz in der Gastwirtschaft Wettschureck als Propagandaredner der NSDAP aufgetreten. Nachdem 1931 die NSDAP in Neustadt an der Aisch die Mehrheit im Stadtrat erlangt hatte, etablierten sich die neuen Machthaber auch in Uehlfeld. So fand am 2. Juli 1932 eine Sonnwendfeier statt, an der neben örtlichen Vereinen, der Musikkapelle Stumptner und dem Männergesangsverein auch die SA teilnahm und Reichsredner Dötzler aus Weingartsgreuth die Feuerrede hielt.Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 31, 66, 73, 113 und 124. 1934 war der Geschäftsführer einer Molkerei Wilhelm Müller (* 1880) Ortsgruppenleiter Uehlfelds. Als Redner empfahl er (mit dem Zusatz „Wir brauchen die Juden nicht umzubringen“) die Sterilisierung von Juden.Wolfgang Mück (2016), S. 160 f.

Eingemeindungen Im Jahre 1948 wurde die Nonnenmühle nach Uehlfeld eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 die Gemeinde Tragelhöchstädt eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Demantsfürth und Peppenhöchstädt. Am 1. Januar 1978 kam Schornweisach hinzu.

Bevölkerungsentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2195 auf 2956 um 761 Einwohner bzw. um 34,7 %. Gemeinde Uehlfeld Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016Einwohner 2182 3032 2980 2937 2940 2884 2861 2866 2905 2912 2964Häuser 577 836 846 852 852Quelle

Ort Uehlfeld (= Gemeinde Uehlfeld bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 721 936 910 834 847 921 906 934 941 953 916 922 915 914 857 816 768 739 709 1240 1177 1106 972 1123 1227 1914HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 94 114 127 139 133 136 147 156 183 329 Quelle Uehlfeld: 1170 Einwohner, 154 Wohngebäude; Nonnenmühle: 7 E., 2 Wgb. Uehlfeld: 966 Einwohner, 181 Wohngebäude; Nonnenmühle: 6 E., 2 Wgb. Uehlfeld: 1117 Einwohner; Nonnenmühle: 6 E.

Politik Bürgermeister Bürgermeister war seit 2010 Werner Stöcker (CSU). Sein Vorgänger war Helmut Praus (Freie Wählergruppe Bürgerblock). Zu Stöckers Nachfolger wurde am 9. Oktober 2022 in einer Stichwahl Detlef Genz (Bürgerblock), der gegen Norbert Stoll (Freie Wähler) mit 50,73 % der Stimmen gewann. Er hatte sein Amt am 1. Dezember 2022 angetreten.

Marktgemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile bzw. Sitzverteilungen: +Partei/Liste20202014%SitzeSitzeCSU17,8933SPD5,1611Grüne14,8823Freie Wähler17,792–Freie Wählergruppe Bürgerblock14,7024Überparteiliche Wählergruppe Schornweisach (ÜWS)16,1723Wählergemeinschaft Peppenhöchstädt-Gottesgab-Rohensaas13,4122Gesamt1001416Wahlbeteiligung58,58 %

Partnergemeinde Seit 2000 existiert eine Regionalpartnerschaft des Bezirks Mittelfranken mit der polnischen Woiwodschaft Pommern. 2012 wurde in diesem Rahmen eine Gemeindepartnerschaft Uehlfelds mit Trąbki Wielkie begründet.Bezirk Mittelfranken: Regionalpartnerschaft Mittelfranken–Pommern (Abruf am 3. April 2022). Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt im Jugendaustausch.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist weiß mit dem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Jakob mini|Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Jakob

Die denkmalgeschützte evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Jakob ist eine Saalkirche aus Quadermauerwerk mit einem mittelalterlichen Chorturm, an den 1872 nach Westen ein neugotisches Langhaus mit Maßwerkfenstern angebaut wurde.mini|Torhaus (Unteres Torhaus) in Uehlfeld