mini|Ortsansicht von Falkenberg mit seiner Burg Falkenberg ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth.
Gemeindegliederung Es gibt 11 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Falkenberg, Gumpen (nur Gemarkungsteil 0), Hohenwald (nur Gemarkungsteil 0), Lengenfeld b.Tirschenreuth (nur Gemarkungsteil 0) und Schönficht (nur Gemarkungsteil 0).
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde Falkenberg im Jahr 1154 in Zusammenhang mit der Burg Falkenberg, als es als „Valcinberch“ bezeugt wurde.Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 78. Etwa um das Jahr 1180 wurde der Ort als „Valkenberc“ bezeichnet, 1290 als „Falkenberch“ und 1409 schließlich in der heute gültigen Schreibweise des Ortsnamens. Im Jahr 1274 wurde Falkenberg durch Heirat der Tochter eines Grafen Besitz des Landgrafen von Leuchtenberg, bis das Kloster Waldsassen 1309 die Burg samt Umgebung aufkaufte (vgl. auch Stiftland). Mit ihm blieb es bis zur Säkularisation (1803) verbunden. 1648, kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges belagerten schwedische Truppen die Stadt Tirschenreuth. In einer nächtlichen Aktion zerstörten sie deshalb den Damm des unteren Stadtteichs, woraufhin sich eine verheerende Flutwelle bildete, die sich die Waldnaab hinabwälzte, und allein in Falkenberg kamen in dieser Nacht 27 Menschen ums Leben. Im gleichen Jahr wurde auch die Burg Falkenberg von den Schweden beschossen und erobert, die danach in der Burg lagernde schwedische Besatzung verließ erst 1649 den Ort.
Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde. Falkenberg besitzt seit 1467 Marktrechte.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 Thann, ein Teil der aufgelösten Gemeinde Lengenfeld bei Tirschenreuth, sowie Bodenreuth, Hanfmühl und Holzmühl aus der 1978 aufgelösten Gemeinde Schönficht eingegliedert. Am 1. Januar 1977 kam die Gemeinde Gumpen hinzu. statistikdaten.bayern.de
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. stieg die Einwohnerzahl von 940 auf 947 um 7 bzw. um 0,7 %.
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau.
Gemeinderat Nach der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 verteilen sich die Sitze wie folgt: Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU): 6 Sitze Unabhängige Bürgergemeinschaft Falkenberg (UBF): 2 Sitze Zusätzlich gehört der Erste Bürgermeister dem Gemeinderat an.
Bürgermeister Erster Bürgermeister: Matthias Grundler, CSU Zweiter Bürgermeister: Hubert Schedl, CSU
Verwaltung Der Markt Falkenberg bildet mit dem Markt Wiesau, dem Grund- und Hauptschulverband Wiesau und dem Schulverband Falkenberg die Verwaltungsgemeinschaft Wiesau.
Wappen mini|Burg Falkenberg mini|Blick auf die Pfarrkirche. Im Vordergrund die Waldnaab mini|Kommunbrauhaus: Hier wird das Zoiglbier gebraut. mini|Der Traditionsgasthof "Roter Ochse" aus dem 16. Jahrhundert
Partnerschaften Seit dem Sommer 2005 unterhält der Markt Falkenberg eine Partnerschaft zur ungarischen Gemeinde Nagyvázsony. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde fand am 30. Juli 2005 in Falkenberg statt. Die Urkunde ist im September 2006 bei einem Besuch in Ungarn gegengezeichnet worden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Burg Falkenberg aus dem 11. Jahrhundert Historischer Gasthof aus dem 12. Jahrhundert Großes Kriegerdenkmal am Kalvarienberg, erbaut 1934 Kommunbrauhaus Pfarrkirche St. Pankratius
Bodendenkmäler
Burgstall Altneuhaus Burgstall Herrenstein Burgstall Schwarzenschwall
Natur mini|Naturschutzgebiet Waldnaabtal Der Burgberg, auf dem die Burg erbaut wurde, gilt als Geotop. In Falkenberg beginnt das Naturschutzgebiet Waldnaabtal, das südlich von Falkenberg einige eigenwillige Steinbildungen aus Granit aufweist (z. B. Kammerwagen, Biberstein, Butterfass und Gletschermühle).
Kulinarische Spezialitäten Weithin bekannte und geschätzte Bier-Spezialität in Falkenberg ist der Zoigl.
Wirtschaft und Infrastruktur Der größte Arbeitgeber im Ort ist das Softwareunternehmen IGZ Ingenieurgesellschaft für logistische Informationssysteme mbH.
Verkehr Der Hauptort liegt an der Bundesautobahn 93 (Anschlussstelle Falkenberg) und an der B 299.
Öffentliche Einrichtungen Katholischer Kindergarten seit 1960 Grundschule Falkenberg
Jugendherberge Tannenlohe mini|Jugendherberge Tannenlohe Seit einer Gebietsänderung, die zum 1. Juni 2004 in Kraft ist, liegt der Weiler mit der Jugendherberge Tannenlohe auf Falkenberger Gemeindegebiet. Eigentümer der vom Deutschen Jugendherbergswerk betriebenen Jugendherberge ist der Landkreis Tirschenreuth. Die Jugendherberge lag vorher jedoch in der Gemarkung Bernstein der Stadt Windischeschenbach im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab. Infolge des Ausbaus der A 93 kam es zu unterschiedlichen Ansichten über die Erkennbarkeit der Gemeindegebietsgrenzen. Im Interesse einer eindeutigen Zuordnung entsprechend den kommunalen Gebietsgrenzen wurde schließlich per Verordnung der Regierung der Oberpfalz eine Gebietsumgliederung durchgeführt.
Persönlichkeiten Friedrich Werner von der Schulenburg kaufte 1936 die Ruine der Burg Falkenberg und baute sie zu seinem Ruhesitz aus. Er war deutscher Botschafter in Moskau und damit maßgeblich am Zustandekommen des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts 1939 beteiligt. Später war er in das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler verwickelt und wurde infolgedessen am 10. November 1944 in Plötzensee hingerichtet. Bei einem Erfolg des Attentats wäre er als Außenminister in der neuen Regierung vorgesehen gewesen. Im Dezember 2008 kaufte der Markt Falkenberg die Burganlage.oberpfalznetz.de 19. Dezember 2008; abgerufen am 4. Mai 2010.
Söhne und Töchter des Ortes Albert Lang (* 1890; † 1973 in Bonn), Theologe an der Universität Bonn Joseph Bartholomäus Mayr (* 29. November 1801 Falkenberg; † 15. Mai 1886 München), Oberappellationsgerichtsrat in MünchenQuelle: Familienarchiv Josef Schmid, Waldsassen; Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg (Falkenberg) Jeff Beer (* April 1952 in Mitterteich), Komponist, Musiker und bildender Künstler Phela (Raphaela Beer; * 1989), Musikerin
Literatur Josef Bartholomäus Mayr: Geschichte des Schlosses und Marktes Falkenberg. 1880; Neudruck durch Anton Böhm: Falkenberg in der Oberpfalz anno 1880, 2005. Anton Böhm: Falkenberg in der Oberpfalz. Heimatbuch, 1999, ISBN 3-9804072-6-8. Anton Böhm: Falkenberg, Ein Jahrhundert in Bildern. 2004. Anton Böhm: Falkenberger G’schichtn. 2006. Anton Böhm: Vom Pfälzer Wald über Falkenberg zum Tegernsee. 2007. Alfons Zöllner: Eigentlich dürfte von mir kein Trumm mehr da sein. 2002, ISBN 3-8311-3607-6. Josef Hannig: Aus der Baderstube. 2007, ISBN 3-938253-02-9.
Weblinks
Markt Falkenberg (Gemeindeverwaltung). Luftbilder des Marktes. Blog „Bayerische Gemeinde mit 943 Einwohnern kauft Burg Falkenberg“. burgerbe.de Pfarrkirche Falkenberg (Oberpfalz) in Bildern. berla-blog.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Tirschenreuth Kategorie:Ersterwähnung 1154 Kategorie:Markt in der Oberpfalz Kategorie:Gemeindegründung 1818