Die Entwendung und der Absturz einer De Havilland DHC-8-400 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen N449QX der Horizon Air am 10. August 2018 wurden von Richard Russell verursacht, einem Abfertiger der Horizon Air.Unfallbericht DHC-8-400 N449QX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2018. Er startete am Flughafen Seattle-Tacoma ohne Fluglizenz oder entsprechende Erlaubnis und flog mit dem entwendeten Flugzeug innerhalb von 70 Minuten mehrere Kunstflugmanöver. Schon nach wenigen Minuten hatten Kampfflugzeuge des Typs McDonnell Douglas F-15 die Verfolgung mit dem Auftrag aufgenommen, die Maschine auf das offene Meer abzudrängen.Authorities identify man who stole Horizon Air plane from Seattle airport and crashed it into an island, Washington Post, 11. August 2018Seattle: Mitarbeiter entführt geparktes Flugzeug und stürzt ab, aerotelegraph.com, 11. August 2018 Das Flugzeug stürzte auf Ketron Island, einer schwach besiedelten Insel im Puget Sound, ab, wobei Russell ums Leben kam.Stolen plane closes Seattle-Tacoma airport before crashing, BBC, 11. August 2018 Am 13. August 2018 wurde der Flugschreiber vom FBI geborgen.Seattle stolen plane: FBI recovers flight data recorder from crash site, The Guardian, 13. August 2018

Der 28-Jährige wurde vom Sheriff des zuständigen Pierce County als „suizidal“ beschrieben. Im Gespräch mit dem Fluglotsen hatte er psychische Probleme angedeutet und betont, niemanden verletzen zu wollen.Airline worker who stole plane told air traffic control 'I don't want to hurt no one', abc13, 11. August 2018 links|mini|Freigegebene Audiospuren bzw. Bruchstücke des Gesprächs zwischen Russell und der Flugsicherung (englisch) Die Ermittlungen des FBI führten im November 2018 zu dem Ergebnis, dass die Maschine in der letzten Flugphase absichtlich zu Boden gelenkt wurde. Nach Angaben des FBI handelte Russell alleine und ohne terroristischen Hintergrund, es handelte sich somit um einen Pilotensuizid. Im April 2022 veröffentlichte das FBI über 500 Seiten Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Vorfall.https://vault.fbi.gov/richard-russell/Richard%20Russell%20Part%2001 mini|Stelle auf Ketron Island (in der Meeresbucht Puget Sound), auf die Richard Russell das Flugzeug abstürzen ließ. Foto aus dem Jahr 2024

Richard Russell Richard Russell (geboren am 19. September 1989 in Key West, Florida) war Bodenabfertigungsmitarbeiter bei Horizon Air. Er war etwa vier Jahre lang Teil eines Pushback-Teams, das Flugzeuge auf dem Vorfeld des Flughafens umpositionierte. Ein Betriebsleiter von Horizon Air beschrieb Russell als „einen ruhigen Kerl“, der „bei den anderen Mitarbeitern sehr beliebt war“.

Russell zog im Alter von sieben Jahren nach Wasilla, Alaska. Danach zog er nach North Dakota. Seine spätere Ehefrau lernte er bei einer Veranstaltung des Campus Crusade for Christ kennen. Sie heirateten im Jahr 2012. 2015 verkauften sie ihre gemeinsame Bäckerei.

Sie ließen sich in Sumner (Washington) nieder, und Russell fand eine Anstellung bei Horizon Air. Russell reiste Berichten zufolge sehr gern und studierte Sozialwissenschaften an der Washington State University. Er hatte geplant, nach seinem Studienabschluss eine Führungsposition bei Horizon Air anzustreben oder Offizier bei den US-Streitkräften zu werden. Er engagierte sich in der örtlichen presbyterianischen Kirche als Leiter deren Jugendorganisation Young Life.

Aufräumarbeiten In den Tagen nach dem Absturz beseitigten von Alaska Airlines und deren Versicherern beauftragte Aufräum- und Bergungsteams Trümmer von der Insel. Auch 2019 dauerten die Aufräumarbeiten noch an, und selbst nach einem Jahr wurden noch immer Flugzeugwrackteile auf der Insel gefunden. Die Inselbewohner trugen einen Teil der Aufräumkosten, und es wurden Verhandlungen mit den Versicherern von Alaska Airlines über deren Erstattung aufgenommen. Das Flugzeug hatte einen Wert von 30 Millionen US-Dollar, der im Rahmen der Versicherungspolice des Unternehmens „ohne Selbstbeteiligung“ erstattet wurde.

Rezeption Russells Familie veröffentlichte am 11. August 2018 eine Erklärung, in der sie mitteilte, sie sei „fassungslos und untröstlich“ und „von den Ereignissen zutiefst erschüttert“.

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