Die Canina sind eine Gruppe (Subtribus) der Echten Hunde (Canini), die unter anderem die Gattung der Wolfs- und Schakalartigen, den Rothund, den Afrikanischen Wildhund, sowie die fossile Gattung EucyonBei manchen Autoren ist Eucyon eine Untergattung von Canis. umfasst. Sie ist die Schwestergruppe der Cerdocyonina, die die heutigen südamerikanischen Canini umfasst.

Die Mitglieder dieser Subtribus sind durch zwei Merkmale gekennzeichnet, die der letzte gemeinsame Ahn dieser Gruppe erworben hatte (Synapomorphien): ein Jochbogen, der von hinten nach vorn deutlich (dorsoventral) gekrümmt ist, und es gibt üblicherweise einen zweiten hinteren (posterioren) Höcker auf den vierten (p4) unteren Vormahlzähnen (Backenzähnen Prämolaren), der zwischen dem ersten hinteren Höcker und dem Zingulum (vorstehender Wulst aus Zahnschmelz) positioniert ist.

Alle Mitglieder der Gruppe haben mehr oder weniger die gleiche allgemeine Form: markante Eckzähne, einen geschmeidigen Körper mit relativ langen Gliedmaßen, alles Anpassungen für die Jagd nach Beute.Xiaoming Wang, R. H. Tedford, B. Van Valkenburgh, R. K. Wayne: Phylogeny, Classification, and Evolutionary Ecology of the Canidae, in C. Sillero-Zubiri, M. Hoffman, & D. W. MacDonald: Canids: Foxes, Wolves, Jackals and Dogs - 2004 Status Survey and Conservation Action Plan, 8–20. IUCN/SSC Canid Specialist Group, ISBN 2-8317-0786-2. Der Schwanz ist buschig, Länge und Behaarung können nach Jahreszeit variieren. Mit Ausnahme der Afrikanischen Wildhunde gibt es fünf Zehen an den Vorderbeinen, aber der Daumen ist reduziert, so dass er nicht den Boden zu berührt. Die Hinterbeine haben vier Zehen, aber bei einigen Haushunden kann es auch einen zusätzlichen verkümmerten Zeh geben.J. R. Castelló, Canids of the World, Princeton, 2018, p. 74, ISBN 978-0-691-17685-7

Die Tiere der hier zusammengefassten Arten neigen zur Vergesellschaftung (Rudelbildung). Da die Welpen nach der Geburt relativ klein sind und langsam reifen, ist es nützlich, wenn mehrere Helfer zur Verfügung stehen. Eine Konsequenz dieser Organisation in den größere Gruppen ist die Fähigkeit, große Beute zu erlegen.R. Estes, The behavior guide to African mammals: including hoofed mammals, carnivores, primates, University of California Press, 1992, pp. 384–392, ISBN 0-520-08085-8 Die Reproduktion wird in der Regel von einem dominanten Weibchen monopolisiert.

Systematik und Evolution

Äußere Systematik Innerhalb der Familie der Canidae spaltete sich von der Linie, die zu den heutigen Grauwölfen führen sollte, zunächst vor etwa 40–46 Millionen Jahren die nur fossil überlieferte Unterfamilie Hesperocyoninae ab,Hesperocyoninae, auf: Encyclopedia of Life dann vor etwa 33–34 Millionen Jahren die ebenfalls nur fossil überlieferte Unterfamilie Borophaginae (mit Gattung Borophagus).Borophaginae - Bone-crushing Dog, auf: Encyclopedia of Life Die Abspaltung der Vorfahren der Graufüchse von der Tribus Canina (mit allen anderen heutigen Hunden) erfolgte wahrscheinlich vor etwa 16,5 Millionen Jahren. Die Graufüchse sind damit innerhalb der rezenten (heutigen) Canidae die am frühesten von allen anderen abzweigende Gruppe (d. h. ‚basal‘).Katrin Nyakatura, Olaf RP Bininda-Emonds: Updating the evolutionary history of Carnivora (Mammalia): a new species-level supertree complete with divergence time estimates. BMC Biology 10, 2012. doi:10.1186/1741-7007-10-12

Innere Systematik Traditionell umfasst die Subtribus Canina die folgenden Gattungen: Canis (Wolfs- und Schakalartige) Cuon (Rothund) Lycaon (Afrikanischer Wildhund) †Eucyon †Xenocyon Dabei werden Schabracken- und Streifenschakal als Spezies der Gattung Canis geführt. Neuere molekulargenetische Untersuchungen zeigten, dass diese beiden Arten (im Gegensatz zum Goldschakal) nur weitläufig mit dem Grauwolf verwandt sind, insbesondere weitläufiger als der Afrikanische Wildhund und der Rothund (die traditionell als eigenständige Gattungen Lycaon bzw. Cuon geführt wurden). Eine Lösung der Problematik ist noch in der Diskussion: Für Streifen- und Schabrackenschakale könnten, wie dies vorsichtige Systematiker schon seit langem tun,Eberhard Trumler: Meine wilden Freunde. Die Wildhundarten der Welt. München, Piper Verlag, 1981. ISBN 3-492-02483-1. S. 68 f. — Für einen Überblick über die Thos/Canis-Debate siehe: Holger Homann: Ursprünglich in: holgerhomann.us. die Gattung Thos , 1816 reaktiviert oder die von Zrzavý und Řičánková 2004 aufgestellten monotypischen Gattungen (mit den Spezies Schaeffia adusta beziehungsweise Lupulella mesomelas)Jan Zrzavý, Věra Řičánková: Phylogeny of Recent Canidae (Mammalia, Carnivora): Relative Reliability and Utility of Morphological and Molecular Datasets, in: Zoologica Scripta Band 33, Nr. 4, Juli 2004, S. 311–333, doi:10.1111/j.0300-3256.2004.00152.x. allgemein anerkannt werden. Einer von Wang et al. (2008) und Tedford et al. (2009) präsentierten Hypothese zufolge könnte man die bisherigen Gattungen Lycaon und Cuon auf den Rang einer Untergattung herabstufen und in die Gattung Canis stellen. Ähnliches wurde auch für den fossilen Xenocyon vorgeschlagen.Lorenzo Rook: The Plio-Pleistocene Old World Canis (Xenocyon) ex gr. falconeri, in: Bolletino della Società Paleontologica Italiana 33, 1994 (via Research Gate online seit 28. Dezember 2015), S. 71–82. Streifen- und Schabrackenschakal könnten dann in der Gattung Canis verbleiben, etwa als Untergattung Thos. Möglich wäre auch eine Kombination beider Vorschläge.

mini|hochkant=2.3|Phylogenie (auf Grundlage morphologischer Merkmale) und Fossilbericht der Canina (aus Tedford et al., 2009).

Einzelnachweise und Anmerkungen Richard H. Tedford, Xiaoming Wang, Beryl E. Taylor: Phylogenetic Systematics of the North American Fossil Caninae (Carnivora: Canidae), in: Bulletin of the American Museum of Natural History, AMNH, New York 2009, Vol. 325, S. 1–218, PDF, doi:10.1206/574.1 Xiaoming Wang, Richard H. Tedford: "Dogs: Their Fossil Relatives and Evolutionary History.", Columbia University Press, New York 2008. Buch, PDF

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