Karl Stanzl (* 30. Oktober 1916 in Altharzdorf, Österreich-Ungarn; † im November oder Anfang Dezember 1978 in Wien auf friedhoefewien.at) war ein österreichischer Film- und Fernsehregisseur.

Leben und Wirken Nach seiner Promotion zum Dr. phil. an der Universität Wien 1947Karl Stanzl: Willy Forst’s Bühnen- und Filmarbeit. Dissertation. Universität Wien, Wien 1947, OBV erhielt Stanzl eine praktische Bühnenausbildung. Als Lektor für Filmkunde war er anschließend am Theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Wien tätig. Mitte der 1950er Jahre drehte er zwei Spielfilme (Wiener Herzen mit Karl Paryla und, mit August Rieger, Geheimnis einer Ärztin) sowie einen Kulturfilm (Gast auf Erden). Ansonsten musste sich Stanzl das gesamte Jahrzehnt (von 1950 bis 1960) mit der Tätigkeit eines Regieassistenten begnügen, und er war in dieser Funktion an einer Reihe bekannter Unterhaltungsfilme beteiligt: wie Kind der Donau (1950), Das Herz einer Frau (1951), König der Manege (1954), die letzten drei Willi-Forst-Inszenierungen Kaiserjäger, Die unentschuldigte Stunde und Wien, du Stadt meiner Träume sowie vier Regien Axel von Ambessers: Frau im besten Mannesalter (1958), Die schöne Lügnerin, Bezaubernde Arabella und Der brave Soldat Schwejk mit Heinz Rühmann in der Titelrolle.

1960 ging Stanzl zum ORF, wo man ihn als Regisseur von leichtgewichtigen Fernsehfilmen ebenso wie von anspruchsvollen Literaturadaptionen (u. a. nach Arthur Schnitzler und Ferdinand Raimund), aber auch gelegentlich von Unterhaltungssendungen (wie den Musikshows Wir machen Musik, Black and White und Sing mit mir, spiel mit mir) einsetzte. Mit Nicht verzagen – Stangl fragen zeichnete er 1964 auch bei einer TV-Serie, in der Ernst Waldbrunn die Titelfigur verkörperte, verantwortlich. Zu den Künstlern, die mit ihm schon frühzeitig beim Fernsehen arbeiteten, zählten Annie Rosar, Michael Heltau, Senta Berger, Paul Hörbiger und sämtliche Mitglieder der Löwinger-Bühne. Mit der Televisfilm besaß Karl Stanzl bis zuletzt auch seine eigene Produktionsfirma.

Am 14. Dezember 1978 wurde er auf dem Kagraner Friedhof beerdigt (Grabstelle 14-13-13). Seine im Jänner 2016 im 89. Lebensjahr verstorbene Ehefrau Eva Stanzl, geborene Gruber, hatte sich einen Namen als Tänzerin, Eisläuferin, Choreografin, Pädagogin, Theaterwissenschaftlerin und Filmproduzentin gemacht.Nachruf auf Eva Stanzl

Filmografie Als Regisseur (ab 1960 beim Fernsehen): 1954: Wiener Herzen (Der Komödiant von Wien) 1955: Geheimnis einer Ärztin (auch Schnitt) 1956: Gast auf Erden (Dokumentarfilm) 1960: Die liebe Familie (nur Kamera) 1961: Wir machen Musik 1961: Leute von heute 1962: Das Leben meines Bruders 1962: Black and White 1962: Der einsame Weg 1963: Bingo-Bingo 1963: Ehestreik 1963: Ein schöner Herbst 1964: Mit Nicht verzagen – Stangl fragen 1965: Die verhängnisvolle Faschingsnacht 1967: Der Bauer als Millionär 1967: Gewalt und Gewissen (Dokumentarfilm, auch Produktion) 1968: Schicksal 1973: Alpbacher Lebensuhr (nur Produktion) 1978: Pension Schöller (nur Bildregie) 1978: Mein Fenster (Kurzfilm, Auftritt)

Literatur Ludwig Gesek (Hrsg.): Kleines Lexikon des österreichischen Films, S. 59. Wien 1959 Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1650.

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