Kilian Metzinger (* 19. Juni 1806 in Aschaffenburg; † 17. März 1869 in München) war ein deutscher Landschaftsmaler. Er gehörte zur Münchner Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und war neben seiner künstlerischen Tätigkeit über zwei Jahrzehnte als Sekretär des Münchner Kunstvereins tätig.

Leben Nach dem privaten Malunterricht in Aschaffenburg studierte Metzinger ab dem 28. Dezember 1830 an der Königlichen Akademie der Künste in München.

Kilian Metzinger wurde als Sohn eines Schreinermeisters in Aschaffenburg geboren. Er besuchte das Gymnasium und das Lyzeum seiner Heimatstadt und erhielt dort zunächst privaten Zeichen- und Malunterricht. Seiner künstlerischen Neigung folgend, immatrikulierte er sich am 28. Dezember 1830 an der Königlichen Akademie der Künste in München.

Da sein Vater aufgrund der großen Familie seinen Studienaufenthalt finanziell nicht unterstützen konnte, musste Metzinger seinen Lebensunterhalt während der Ausbildung durch Nebentätigkeiten selbst verdienen. Dennoch gelang es ihm bereits in den 1830er Jahren, sich in der Münchner Kunstszene einen Namen zu machen. Seine Gemälde wurden regelmäßig in den Ausstellungen des Münchner Kunstvereins gezeigt und fanden früh die Anerkennung der zeitgenössischen Kunstkritik.

Im Jahr 1844 wurde Metzinger zum Sekretär des Münchner Kunstvereins berufen. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod. Einen wesentlichen Anteil hatte er an der organisatorischen Entwicklung des Vereins sowie an den Vorbereitungen und der Durchführung des Baus des eigenen Vereinsgebäudes. Zeitgenössische Nachrufe heben seine Pflichttreue, seine organisatorischen Fähigkeiten und seine selbstlose Hingabe an den Kunstverein besonders hervor.

Obwohl ihn die Verwaltungstätigkeit stark beanspruchte, gab Metzinger die Malerei nicht auf. Er stellte nahezu jährlich mindestens ein Werk im Kunstverein aus.

Anfang 1868 erkrankte er an einem Herzleiden, das sich zunehmend verschlimmerte. Dennoch erfüllte er seine dienstlichen Aufgaben bis kurz vor seinem Tod. Er starb am 17. März 1869 im Alter von 62 Jahren in München.

Grabstätte Die Grabstätte von Kilian Metzinger befand sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 19 – Reihe 6 – Platz 09) . Das Grab ist nicht erhalten. In dem Grab ist auch die Ehefrau Katharina Metzinger († 1886) begraben.

Künstlerisches Schaffen Metzinger widmete sich vor allem der Landschaftsmalerei. Seine bevorzugten Motive waren Gebirgslandschaften, Täler, Fluss- und Seenlandschaften sowie Meeresküsten und Hafenansichten.

Zeitgenössische Kunstschriftsteller lobten besonders seine Fähigkeit, reizvolle Bildausschnitte zu wählen und atmosphärische Lichtstimmungen einzufangen. Georg Kaspar Nagler bezeichnete seine Landschaften als von „klarer harmonischer Färbung“ und hob insbesondere die wirkungsvollen Sonnenbeleuchtungen sowie die überzeugende Darstellung von Nebel- und Dämmerungsszenen hervor. Ebenso wurden seine sichere Perspektive und die sorgfältige Ausführung seiner Gemälde gerühmt.

Johann Michael von Soeltl würdigte 1842 insbesondere Metzingers meisterhafte Behandlung des Lichts. Er verstand es, Sonnenstrahlen durch Wolken oder Baumgruppen auf einzelne Landschaftspartien fallen zu lassen, Burgruinen und Gebirgszüge wirkungsvoll zu inszenieren oder mondbeschienene Landschaften sowie Hafenansichten mit stimmungsvoller Atmosphäre darzustellen.

Sein Werk steht in der Tradition der romantisch geprägten Münchner Landschaftsmalerei, deren besonderes Anliegen die Verbindung einer naturgetreuen Wiedergabe mit eindrucksvollen Lichtwirkungen war.

Werke (Auswahl) mini|Blick über die Ebene auf die Alpen, 1833 mini|Landschaftspartie am Tegernseem, 1839 Blick über die Ebene auf die Alpen, 1833 Landschaftspartie am Tegernsee, 1839 Hügelige Landschaft mit Pferdefuhrwerk Bergsee mit Hirschen

Rezeption Bereits zu Lebzeiten fand Metzinger Anerkennung in der kunsthistorischen Literatur. Georg Kaspar Nagler nahm ihn 1840 in sein Neues allgemeines Künstler-Lexicon auf und bescheinigte ihm ein „nicht gemeines Talent“.

Der Nachruf im Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst von 1869 hebt neben seinen künstlerischen Leistungen insbesondere seine langjährige Tätigkeit als Sekretär des Münchner Kunstvereins hervor und bezeichnet ihn als einen pflichtbewussten und hochgeachteten Verwalter, der sich um die Entwicklung des Vereins bleibende Verdienste erworben habe.

Literatur Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon; oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher etc., 1840 Bd. 9, S. 194 (Online) Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München 1842, S. 291–292 (Google Books).

Weblinks

Matrikelbuch Akademie München

Einzelnachweise

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