Das Universitätsklinikum Freiburg ist ein Klinikum in Freiburg im Breisgau. Gemessen an der Zahl beschäftigter Ärzte ist es das viertgrößte Klinikum Deutschlands. Das Klinikum ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts, die der 1457 gegründeten Albert-Ludwigs-Universität Freiburg angehört. 2005 wurde es von KTQ erstmals zertifiziert und 2008 als eine der ersten Universitätskliniken in Deutschland rezertifiziert. auf: uniklinik-freiburg.de In den Jahren 2011 und 2014 erfolgten weitere Rezertifizierungen.

In der Klinikliste 2025/26 des Magazins Stern wurde das Universitätsklinikum Freiburg als zweitbestes Krankenhaus Deutschlands ausgezeichnet.Ausgezeichnete Kliniken auf www.stern.de, abgerufen am 25. August 2025

Das Universitätsklinikum Freiburg ist auf vier Standorte verteilt: Das Zentralklinikum liegt am Rande des Stadtteils Stühlinger im Westen der Stadt. Die Außenkliniken Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Hautklinik befinden sich an der Hauptstraße im nördlichen Stadtteil Herdern. Die medizinisch-theoretischen Institute (Anatomie, Biochemie, Physiologie, Rechtsmedizin) sind im Institutsviertel der Universität im Stadtteil Neuburg untergebracht. Ein Teil des Herzzentrums sowie das Adipositaszentrum sind auf dem Campus Bad Krozingen am Südring 15 zu finden.

Charakteristisch für das Zentralklinikum ist der Lorenzring, die 1926–1942 errichtete Anordnung von verschiedenen Klinikgebäuden in einem geschlossenen Ring um einen großen Grünbereich. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die Fertigstellung der Gesamtkonzeption. Nach weitgehender Zerstörung im Krieg wurden ab 1948 die bestehenden Gebäude nach den gleichen Plänen wieder aufgebaut. In den Folgejahren wurde das Klinikangebot im jeweiligen Stil der Bauzeit erweitert, so unter anderen die Zahnklinik, die Augenklinik mit Hals-, Nasen- und Ohrenklinik oder das Neurozentrum.

Seit 2014 beteiligt sich das Universitätsklinikum an der NAKO (Nationale Kohorte), bei der es sich um eine deutschlandweite Langzeitstudie verschiedener Krankheiten handelt. Für diese Studie wurde ein eigenes Zentrum am Klinikum eingerichtet, womit Freiburg zu den größten Standorten dieser Studie zählt.

Zahlen und Fakten Das Universitätsklinikum vereinigt in seinen Gebäuden Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Mit circa Mitarbeitern ist es nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber in Südbaden. Der Bettenbestand liegt bei rund Planbetten in 110 Stationen. Darin eingerechnet sind die 129 Betten der Tochtergesellschaft Klinik für Onkologische Rehabilitation - UKF Reha gGmbH, welche sich im Gebäudekomplex der Tumorbiologie befindet.

Pro Jahr gibt es rund Patientenaufnahmen und Ambulanz-Besuche. Täglich werden etwa Patienten ambulant behandelt. Der Case Mix Index, der die durchschnittliche Fallschwere angibt, betrug 2024 1,257.

Darin enthalten sind die Zahlen des Departments Universitäts-Herzzentrum. Dieses verfügt, die beiden Standorte Freiburg und Bad Krozingen zusammengenommen, über insgesamt 424 Betten, ca. Mitarbeiter und führt ungefähr stationäre sowie ambulante Behandlungen durch.

Der Vertrag des Leitenden Ärztlichen Direktors Jörg Rüdiger Siewerts, der seit 2010 das Klinikum leitete, endete zum 31. Oktober 2018. Seit Januar 2019 leitet Frederik Wenz das Universitätsklinikum Freiburg als Leitender Ärztlicher Direktor. Zum Vorstand gehören außerdem: der Stellvertretende Leitende Ärztliche Direktor Rainer Schmelzeisen, die Kaufmännische Direktorin Franziska Broer, der Dekan der Medizinischen Fakultät Lutz Hein sowie die Pflegedirektorin Stefanie Bieberstein.

Geschichte mini|Park auf dem Gelände mini|Luftbild Die Universität Freiburg wurde im Jahr 1457 durch den Erzherzog Albrecht VI. von Österreich gegründet. Im Jahr 1751 übernahm die Medizinische Fakultät die Krankenversorgung im Armenspital in der Gerberau und 1780 wurde das Allgemeine Kranken-Spital im Collegium Sapientiae in der Herrenstraße eingerichtet. Im Jahr 1829 folgte die Eröffnung des Klinischen Hospitals in der Albertstraße und von 1868 bis 1911 entstanden die Frauen-, Augen-, Kinder-, Chirurgie- und Poliklinik im heutigen Institutsviertel.

Des Weiteren eröffnete im Jahr 1887 die Psychiatrische Klinik im Vorort Herdern.

Im Jahr 1922 wurde das Garnisonslazarett in Herdern zur Hautklinik umgewandelt und von 1926 bis 1931 entstand die Neue Medizinische und Chirurgische Klinik in der Hugstetter Straße. Die Krankenpflege wurde unter anderem von Ordensschwestern VincentinerinnenHans Killian: Hinter uns steht nur der Herrgott. Sub umbra dei. Ein Chirurg erinnert sich. Kindler, München 1957; hier: Lizenzausgabe als Herder-Taschenbuch (= Herderbücherei. Band 279). Herder, Freiburg/Basel/Wien 1975, ISBN 3-451-01779-2, S. 203–214 (Gefallener Engel) und 252. betrieben. In den Jahren 1938 und 1939 schufen die Bildhauer Emil Stadelhofer, Ulrich Kottenrodt und Helmuth Hopp den Figurenzyklus Die Lebensalter. Er besteht aus sechs Sandsteinfiguren mit einer Höhe von jeweils 1,90 Meter und befindet sich noch heute im Torbogen des Klinikums.Silvia Groß: Ulrich Kottenrodt. Die nicht vorhandene Mutter. In: Michael Klant (Hrsg.): Skulptur in Freiburg: Kunst des 20. Jahrhunderts im öffentlichen Raum. modo Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-922675-76-X, S. 51. Im Zweiten Weltkrieg, am 27. November 1944, wurden nahezu alle Institute und Kliniken durch einen schweren Luftangriff auf die Stadt zerstört. Daraufhin wurden die Chirurgische und die Medizinische Klinik sowie die Frauenklinik in den Jahren von 1948 und 1953 wiederaufgebaut. Nach 1953 folgte die Gesamtplanung und Errichtung weiterer Kliniken im Bereich der Hugstetter Straße. Die Herzchirurgie hatte, nachdem Hermann Krauß sich schon thoraxchirurgisch betätigt hatte, Werner Overbeck als Spezialfach übernommen.Ernst Kern: Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert. ecomed, Landsberg am Lech 2000. ISBN 3-609-20149-5, S. 109. 1998 wurde die Uniklinik in eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt.

Das Freiburger Comprehensive Cancer Center (CCCF) - heute Tumorzentrum Freiburg - CCCF - wurde 2006 gegründet und im gleichen Jahr von der Deutschen Krebshilfe als "Onkologisches Spitzenzentrum" ausgezeichnet. 2009 erfolgte die Gründung eines Exzellenzzentrums für Chronische Immundefizienz im Rahmen einer deutschlandweiten Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Jahr 2008 begann die sukzessive Modernisierung der Freiburger Frauenklinik. Seit August 2012 ist das Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin in Betrieb, das im Norden der Uniklinik für 42,15 Millionen Euro gebaut wurde. Der Neubau beherbergt außerdem drei Intensivstationen, neue Herzkatheterlabore und Behandlungsräume der Kardiologie. Auf dem Dach des neuen Anbaus wurde ein weiterer Hubschrauberlandeplatz gebaut, der für Hubschrauber bis zu 12 Tonnen (z. B. schwere Bundeswehrhubschrauber) ausgelegt ist.Großbaustelle Uniklinik: Operation schon fast gelungen. badische-zeitung.deDas Uni-Notfallzentrum ist in Betrieb - zehn Jahre Planung und Bau. badische-zeitung.de

2010 plante die Uniklinik für die kommenden Jahre im Rahmen eines Masterplans die Errichtung einer neuen Kinderklinik auf dem Areal zwischen Frauenklinik, Neurozentrum und Strahlenklinik sowie eine Erweiterung der chirurgischen Klinik mit einem neuen operativen Zentrum mit 24 Operationssälen. Diese Erweiterung soll auf dem bisherigen Areal der Robert-Koch-Klinik gebaut werden.Freiburg: Masterplan für die Uniklinik 21. badische-zeitung.de

Im Juli 2017 ging bei der Stadt der Bauantrag für die Kinderklinik ein. Das Land Baden-Württemberg investierte rund 133 Millionen Euro. Ende Februar 2018 erteilte die Stadt die Genehmigungen für Gebäudeabbruch und Baumfällungen südwestlich der Frauenklinik entlang der Breisacher Straße. Im Oktober 2018 war der Spatenstich und im September 2020 Richtfest. Die Kinderklinik wurde am 11. September 2024 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann eröffnet.

Für 36 Millionen Euro plant die Uniklinik einen Neubau für die Chirurgie, die 2020 teilweise im sogenannten „Lorenzring“ untergebracht ist. Das Finanzministerium hat im September 2020 die Planungsfreigabe erteilt und rechnet mit einer Planungszeit von vier bis fünf Jahren.

2020 wurde nach 27 Jahren die Sanierung des Hochhauses der HNO- und Augenklinik mit dem Sockelgeschoss abgeschlossen. Der Bau war 1964 in Betrieb genommen worden.

Kliniken, Institute und weitere Einrichtungen mini|Chirurgische Klinik mini|Klinik für FrauenheilkundeDas Universitätsklinikum verfügt über folgende 33 Kliniken und 23 Institute:

Departments

mini|Institute for Disease Modeling and Targeted Science

Institute

mini|Interdisziplinäres Tumorzentrum mini|Zentrum für Translationale Zellforschung

Zentren / Fächerübergreifende Einrichtungen

Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen Das Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen ist aus allen kardiovaskulären Bereichen des Universitätsklinikums Freiburg sowie aus dem Herz-Zentrum Bad Krozingen entstanden. Es bestand bereits ein Kooperationsvertrag, doch am 1. April 2021 wurden die beiden Kliniken fusioniert. Somit entstand eines der größten Herzzentren in Deutschland. Durch die Fusion entstanden in beiden Kliniken mehr Möglichkeiten der Behandlung und Forschung, was das Herzzentrum nicht nur zu einem der größten, sondern auch zu einem der führenden Herzzentren in Deutschland gemacht hat.

Weil das UHZ durch die COVID-19-Pandemie in weitere wirtschaftliche Schieflage geriet, einigten sich im Mai 2020 das Land Baden-Württemberg und die beiden Gesellschafter des UHZ auf Rahmenbedingungen für eine bereits seit Längerem angedachte Komplettübernahme durch das Universitätsklinikum.Pressemitteilung: Zukunft des Universitätsherzzentrums gesichert. Am 28. Juli 2020 wurde der Vertrag unterzeichnet, nachdem das Universitätsklinikum Freiburg die Anteile des Co-Gesellschafters Benedikt-Kreutz-Vereins übernimmt. Zum 1. April 2021 wurde der Übergang des Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen (UHZ) zum Universitätsklinikum Freiburg endgültig vollzogen. Das Universitäts-Herzzentrum wird als eigenes Department innerhalb des Universitätsklinikums Freiburg als kardiovaskuläres Schwerpunktzentrum weiterentwickelt.

Qualität und Patientenzufriedenheit Laut dem AOK-Gesundheitsnavigator lag die Patientenzufriedenheit am Universitätsklinikum Freiburg im Berichtsjahr 2024 bei 87 Prozent zufriedenen oder sehr zufriedenen Patientinnen und Patienten. Dieser Wert entsprach dem höchsten unter den Universitätskliniken in Baden-Württemberg.

Forschung, Lehre und bemerkenswerte Ausstattungen Entsprechend den sich ändernden Bedürfnissen der modernen Medizin sind am Klinikum Forschungsschwerpunkte eingerichtet oder werden neu etabliert. Nur so lassen sich neueste medizinische Erkenntnisse und Behandlungsmethoden in die Praxis umsetzen. Die fünf Forschungsschwerpunkte am Universitätsklinikum Freiburg sind Immunologie und Infektiologie, Molekulare Zell- und Gewebeforschung, Genetik und Epigenetik, Neurowissenschaften und Onkologie. Das Universitätsklinikum ist an 14 Sonderforschungsbereichen/Transregios beteiligt, bei sieben in Sprecherschaft.

Das Tumorzentrum Freiburg – CCCF (Comprehensive Cancer Center Freiburg) des Universitätsklinikums wurde im März 2007, zusammen mit drei anderen Krebskliniken (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Uniklinik Köln, Universitätsklinikum Tübingen), von der Deutschen Krebshilfe als onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet und seither mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert.Projektbericht von Eva Kalbheim, Deutsche Krebshilfe, 16. Juni 2011. 2015 wurde mit einem Neubau für das Tumorzentrum begonnen, im Juli 2016 wurde Richtfest gefeiert, und am 3. Mai 2019 wurde der 65 Millionen Euro teure Bau eröffnet. Pro Jahr sollen dort 3.000 Patienten stationär und 55.000 ambulant behandelt werden.