Kees Brusse (* 26. Februar 1925 in Rotterdam, Niederlande; † 9. Dezember 2013 in Laren, Niederlande) war ein niederländischer Schauspieler bei Theater und Film sowie ein Filmregisseur.

mini|200px|Kees Brusse (1979) Leben und Wirken Der Sohn eines Journalisten und einer Opernsängerin hatte bereits im zarten Alter von elf Jahren erstmals vor der Kamera gestanden, als der im niederländischen Exil arbeitende deutsch-jüdische Filmregisseur Kurt Gerron ihn für die kleine Rolle des Arjaan Gijzen in der Initiationsgeschichte Merijntje Gijzens Jeugd (1936) holte. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Niederlande (1940) entschloss sich der noch sehr junge Kees, die Schule hinter sich zu lassen und sein Glück am Theater zu versuchen. Als Volontär nahm die Stadsschouwburg Amsterdam den schauspielerischen Autodidakten unter ihre Fittiche. Seinen Einstand als professioneller Schauspieler gab Kees Brusse im Alter von 16 Jahren mit dem Pietje Puck in dem Stück Boefje, das einst sein Vater verfasst hatte. Brusse junior blieb bis zur Befreiung 1945 am Theater aktiv und ging anschließend mit der Kabaretttruppe von Wim Sonneveld auf Auslandstourneen, die ihn bis in die Schweiz und (das damals von den Niederländern noch als ihre Kolonie gehaltene) Indonesien führten. Von 1952 bis 1954 war er künstlerischer Leiter der Rotterdamse Comedie.

Mit Beginn der 1950er Jahre begann in Brusses Leben auch der Film zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Seitdem stand er regelmäßig vor der Kamera, anfänglich in Kinoproduktionen, später auch in Fernsehfilmen bzw. Fernsehserien. Deutsche Regisseure wie Wolfgang Staudte, in dessen Jugenddrama Ciske – ein Kind braucht Liebe er 1955 als verständnisvoller Lehrer des vernachlässigten und rebellischen Titelhelden überzeugte, sowie Alfred Bittins und Georg Jacoby holten den gut Deutsch sprechenden Brusse für ihre Inszenierungen. In späteren Jahren sah man den Niederländer auch sporadisch in dem einen oder anderen deutschen Fernsehfilm wie dem Tatort-Krimi Kressin und die Frau des Malers oder an der Seite von Armin Mueller-Stahl in Thomas Fantls Gauner im Paradies.

Parallel dazu begann Brusse seit 1956 auch Filme zu inszenieren. Bei dem Film über eine unblutige Befreiung von Widerstandskämpfern während der deutschen Besatzung, Der Überfall (1962), half er dem britischen Kollegen Paul Rotha auch als Dialogregisseur aus. Dennoch blieb die Schauspielerei Brusses Hauptbetätigungsfeld. Mitte der 1960er Jahre spielte er den Kommissar Maigret in einer gleichnamigen, niederländischen Krimiserie. Im Laufe der 1990er Jahre zog sich Brusse, der ab 1988 viele Jahre lang in der Karibik (Bonaire, Niederländische Antillen), Frankreich und in West-Australien (Perth) gelebt hatte, sukzessive von der Film- und Fernseharbeit zurück. 2008 stellte er seine Autobiografie vor, in seinen letzten Lebensjahren erblindete der vielseitige Künstler, der auch als Sprecher und in Hörfunksendungen mitgewirkt hatte, zunehmend. Erst im Januar 2013 kehrte er endgültig nach Holland heim. Seine letzten Lebensmonate verbrachte Kees Brusse, der insgesamt fünfmal verheiratet gewesen und 1987 von Königin Beatrix mit dem Orden von Oranien-Nassau ausgezeichnet worden war, im Künstlerheim Rosa Spier Huis in Laren. Brusse hatte zwei Töchter.

Filmografie als Schauspieler 1936: Merijntje Gijzen’s Jeugd 1948: Ieder zijn kans 1950: De Dijk is Dicht 1952: Hij, zij, en een wereldhaven 1953: Het meest getapt 1955: Ciske – ein Kind braucht Liebe 1957: Kleren Maken de Man 1957: Acht Mädels im Boot 1958: Jenny 1957–59: Pension Hommeles (TV-Serie) 1960: De zaak M.P. 1962: Kirmis im Regen (Kermis in de regen) 1962: Der Überfall (De overval) (auch Dialogregie) 1963: Resistance 1964–65: Maigret (Titelrolle in dieser TV-Serie) 1966: 001 van de Contraspionnage 1967: Roverssymfonie 1971: Das Porno-Haus von Amsterdam (Blue Movie) 1972: Tatort: Kressin und die Frau des Malers 1972: VD 1972: Jonny en Jessy 1973: Van der Valk und die Reichen 1974: Dakota 1975: Dokter Pulder zaait papavers 1975: Rooie Seine 1977: Tussen wal en schip (TV-Serie) 1978: Mysteries 1979: Een pak slag 1980: De Verjaring 1983: Vroeger kon je lachen 1984: Gauner im Paradies 1981–85: Mensen zoals jij en ik (TV-Serie) 1985: Gauner im Paradies 1986: De gevangene 1989: De wandelaar (TV-Serie) 1996: Tasten en het duister 1999: Man, Vrouw, Hondje 2004: De erfenis (TV-Serie)

als Regisseur 1956: De paraplu 1957: Rhapsodie in fruit 1959: Volg die vrouw 1960: Het gerucht 1962: Kirmis im Regen (Kermis in de regen) 1964: Menschen von Morgen (Mensen van morgen) 1967: Gedachten over het sexuele leven van de mens 1974: Een stukje Noord-Holland 1980: De Verjaring (Co-Regie, Co-Drehbuch) 1993: Een magisch eiland (Dokumentarfilm) 1998: Post uit de Antillen 2000: Een bijzondere tocht 2002: Vader is zo stil de laatste tijd

Weblinks

Nachruf im NRC Handelsblad (auf holländ.) Nachruf auf trouw.nl (auf holländ.) Nachruf im Volkskrant (auf holländ.) Brusse Biografie im theaterencyclopedie.nl (auf holländ.) Kurzbiografie auf beeldengeluid.nl

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann