zentriert|120px Disziplin Siebenkampf der Frauen Stadt Ort Olympiastadion Berlin Teilnehmerinnen 29 Athletinnen aus 16 Ländern Wettkampfphase 9./10. August 2018 Medaillengewinnerinnen 16px|Gold Gold Nafissatou Thiam () 16px|Silbermedaillen Silber Katarina Johnson-Thompson () 16px|Bronzemedaillen Bronze Carolin Schäfer () mini|hochkant=2.3| Der Siebenkampf der Frauen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 fand am 9. und 10. August im Olympiastadion in der deutschen Hauptstadt Berlin statt.

Europameisterin wurde die Belgierin Nafissatou Thiam. Die Britin Katarina Johnson-Thompson gewann die Silbermedaille. Bronze ging an die Deutsche Carolin Schäfer.

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord 7291 Punkte OS Seoul, Südkorea 23./24. September 1988, sport-record.de (englisch), abgerufen am 31. März 2023 Europarekord 7032 Punkte WM in Osako, Japan 25./26. August 2007, sport-record.de (englisch), abgerufen am 31. März 2023 Meisterschaftsrekord 6823 Punkte EM Barcelona, Spanien 30./31. Juli 2010 Der bestehende EM-Rekord wurde bei diesen Europameisterschaften nicht erreicht. Mit ihren 6816 Punkten erzielte die belgische Europameisterin Nafissatou Thiam eine neue Weltjahresbestleistung und blieb nur sieben Punkte unter dem Rekord. Zum Europarekord fehlten ihr 216 Punkte, zum Weltrekord 475 Punkte.

Rekordverbesserung Im Wettkampf am 9./10. August wurde ein neuer Landesrekord aufgestellt: 6552 P – Ivona Dadic, Österreich

Teilnehmerinnen Folgende Athletinnen standen auf der offiziellen StartlisteProfile Athletes, worldathletics.org. Abgerufen am 31. März 2023 Name Nation Ort, DatumNafissatou Thiam 7013 Götzis, 28. Mai 2017Carolin Schäfer 6836 Götzis, 28. Mai 2017Katarina Johnson-Thompson 6691 Götzis, 28. Mai 2017Anouk Vetter 6636 London, 6. August 2017Györgyi Zsivoczky-Farkas 6442 Rio de Janeiro, 13. August 2016Ivona Dadic 6417 London, 6. August 2017Xénia Krizsán 6390 Götzis, 28. Mai 2017Alina Schuch 6381 Grosseto, 21. Juli 2017Géraldine Ruckstuhl 6357 Grosseto, 21. Juli 2017Kateřina Cachová 6337 Kladno, 18. Juni 2017Verena Preiner 6308 Götzis, 28. Mai 2017Grit Šadeiko 6280 Götzis, 28. Mai 2017Hanne Maudens 6252 Götzis, 27. Mai 2018Esther Turpin 6230 Götzis, 27. Mai 2018Sarah Lagger 6225 Tampere, 13. Juli 2018Lecabela Quaresma 6.174 Kladno, 18. Juni 2017Mareike Arndt 6169 Ratingen, 17. Juni 2018Louisa Grauvogel 6162 Ratingen, 17. Juni 2018Daryna Sloboda 6104 Kropywnyzkyj, 26. Juni 2018Lucia Vadlejch 6103 Kladno, 18. Juni 2017Rymma Hordijenko 6036 Kropywnyzkyj, 26. Juni 2018Noor Vidts 6024 Götzis, 28. Mai 2017,Mari Klaup-McColl 6023 Rakvere, 16. August 2015Diane Marie-Hardy 6015 Albi, 7. Juli 2018Bianca Salming 5985 Pärnu, 17. Juni 2018Carmen Ramos 5905 Soria, 8. Juli 2018Lisa Linnell 5890 Kuortane, 11. Juni 2017Maria Huntington 5858 Jyväskylä, 20. Juli 2018Annik Kälin 5844 Götzis, 27. Mai 2018

Zeitplan Tag 1:9. August 100 m Hürden 10:00 Uhr Hochsprung 11:05 Uhr Kugelstoßen 19:15 Uhr 200 m 20:30 Uhr Tag 2:10. August Weitsprung 10:50 Uhr Speerwurf 12:50 Uhr Gruppe A14:05 Uhr Gruppe B 800 m 20:20 Uhr

Wettbewerbsverlauf Favoritin für diesen Siebenkampf war die Olympiasiegerin von 2016 und Weltmeisterin von 2017 Nafissatou Thiam aus Belgien. Ihre stärksten Konkurrentinnen waren die deutsche Vizeweltmeisterin von 2017, Olympiafünfte von 2016 und EM-Vierte von 2014 Carolin Schäfer, die niederländische Europameisterin von 2016 und WM-Dritte von 2017 Anouk Vetter sowie die britische WM-Fünfte von 2017 Katarina Johnson-Thompson. Zum erweiterten Favoritenkreis gehörten die Österreicherin Ivona Dadic als EM-Dritte von 2016 und WM-Sechste von 2017, die beiden Ungarinnen Xénia Krizsán und Györgyi Zsivoczky-Farkas als EM-Vierte bzw. .Fünfte von 2016 sowie die Niederländerin Nadine Visser als WM-Siebte von 2017 und WM-Achte von 2015.

Schnellste 100-Meter-Hürdenläuferin in der ersten Disziplin war die Deutsche Louisa Grauvogel, die mit 12,97 s als einzige Athletin unter dreizehn Sekunden blieb. Ziemlich deutlich zurück lagen als nächstplatzierte Siebenkämpferinnen die Tschechin Kateřina Cachová – 13,29 s, Schäfer – 13,33 s, Johnson-Thompson – 13,34 s – und die Estin Grit Šadeiko – 13,37 s. Thiam blieb mit 13,69 s hier deutlich unter ihren Möglichkeiten und verlor einigen Boden.

Diesen verlorenen Boden machte die Belgierin mit ihren 1,91 m im Hochsprung, der zweiten Übung, wieder gut. Ebenso hoch sprang Johnson-Thompson. Mit deutlichem Abstand folgte Cachová, die 1,85 m übersprungen hatte. Der Schwedin Bianca Salming und Dadic gelangen jeweils 1,82 m. Schäfer meisterte zusammen mit acht weiteren Athletinnen 1,79 m. In der Zwischenwertung übernahm Johnson-Thompson mit 2193 Punkten die Führung. 51 Punkte hinter ihr lag Thiam. Cachová war Dritte – 71 P Rückstand auf die Britin, dann folgten Grauvogel – 136 P zurück – und Schäfer – 152 P zurück.

Die dritte Übung war das Kugelstoßen. Mit 15,35 m stieß Thiam als beste Athletin neuen persönlichen Rekord. Vetter erzielte 14,79 m, der Deutschen Mareike Arndt gelangen 14,65 m. Dahinter folgten die Ukrainerin Alina Schuch mit 14,43 m und Schäfer mit 14,12 m. In dieser Disziplin hatte Schäfer beim Mehrkampf-Meeting Götzis gepatzt, weshalb sie erleichtert war, hier eine akzeptable Weite zu erzielen. Dadic übertraf als sechstbeste Kugelstoßerin mit 14,06 m auch noch die 14-Meter-Marke. Thiam setzte sich jetzt an die Spitze. Johnson-Thompson, die auf 13,09 m gekommen war, lag auf Position zwei und hatte 98 Punkte Rückstand. Dritte war Schäfer – 179 P zurück – vor Cachová – 194 P, Dadic – 196 P, Vetter – 202 P – und Krizsán – 235 P.

Im 200-Meter-Lauf, der den ersten Tag abschloss, lief Johnson-Thompson ausgezeichnete 22,88 s, das war die schnellste Zeit, die je in einem Siebenkampf bei Europameisterschaften erzielt worden war. Auch Grauvogel stellte als zweitschnellste Läuferin mit 23,10 s eine persönliche Bestleistung auf. Dann folgten Arndt und Dadic mit jeweils 23,61 s – für beide ebenfalls persönliche Bestzeiten. Schäfer lief als Fünfte 23,75 s, Vetter als Sechste 23,89 s. Thiam – 24,81 s – und Cachová – 24,25 s – verloren in dieser Disziplin viele Punkte. So ging Johnson-Thompson mit 4017 Punkten als Führende in den zweiten Tag. Thiam war Zweite mit 89 P Rückstand vor Schäfer, die bereits 169 P hinter Johnson-Thompson zurücklag. Dadic folgte auf Platz vier – 171 P zurück – vor Vetter – 202 P – und Cachová – 230 P.

Im Weitsprung, der ersten Disziplin des zweiten Tages, baute Johnson-Thompson ihre Führung weiter aus. Mit 6,68 m hatte sie die größte Weite vorzuweisen. Doch Thiam lag mit 6,60 m nur wenig zurück. Die Abstände dahinter waren schon etwas größer. Die Belgierin Hanne Maudens erzielte mit 6,42 m das drittbeste Resultat vor Cachová – 6,36 m, Dadic – 6,35 m, Vetter – 6,30 m, Schäfer – 6,24 m – und Krizsán – 6,24 m. In der Zwischenwertung betrug Johnson-Thompsons Vorsprung auf Thiam nun 113 Punkte. Dadic hatte Position drei erobert bei einem Rückstand von 178 P auf die Führende. Schäfer war Vierte – 311 P zurück – vor Vetter – 338 P – und Cachová – 341 P.

Als vorletzte Übung stand der Speerwurf auf dem Programm, der nicht zu den Stärken der führenden Britin gehörte. Mit 42,16 m gelang ihr eine persönliche Bestleistung, dennoch verlor sie viele wertvolle Punkte. Thiam erzielte 57,91 m, das war die größte je in einem Siebenkampf bei Europameisterschaften erreichte Weite. Die Schweizerin Géraldine Ruckstuhl warf den Speer auf 56,31 m und stellte damit einen U23-Landesrekord auf. Auch Schäfer lag mit ihren 53,73 m nicht weit zurück, das war ebenfalls eine persönliche Bestleistung. Außerdem übertrafen mit Vetter – 51,25 m – und Schuch – 51,20 m – zwei weitere Athletinnen die 50-Meter-Marke. Dadics 47,42 m reichten nicht, um den Medaillenrang zu verteidigen. Gerade noch rechtzeitig hatte Thiam die Spitze zurückerobert, denn der noch folgende 800-Meter-Lauf gehörte nicht zu ihren Stärken. Die Belgierin hatte sich einen deutlichen Vorsprung von 192 Punkten vor Johnson-Thompson erarbeitet und ging damit als Favoritin in das abschließende Rennen. Allerdings war die Britin als starke 800-Meter-Läuferin nicht zu unterschätzen. Schäfer war jetzt wieder Dritte, ihr Rückstand auf Platz zwei betrug 88 P, auf Platz eins waren es 280 P. Schäfers Vorsprung vor der nun viertplatzierten Vetter waren 75 P. Das sollte eigentlich ausreichen, denn die Niederländerin war auf der Mittelstrecke deutlich schwächer einzuschätzen als Schäfer. Dadic hatte einen Rückstand von 89 P auf den Bronzerang. Die Bestzeit der Österreicherin lag um circa dreieinhalb Sekunden unter Schäfers bestem Ergebnis, da war also durchaus noch etwas möglich für Dadic. Es musste allerdings optimal laufen für sie.

Mit 2:07,17 min machte Xénia Krizsán als schnellste 800-Meter-Läuferin viele Punkte gut und wurde Siebte im Endklassement mit 6367 Punkten. Die Französin lief mit 2:09,35 min als Zweite eine persönliche Bestzeit, aber sie hatte vorher deutlich zurückgelegen und wurde schließlich Achtzehnte. Auch Johnson-Thompson unterbot mit 2:09,84 min noch die Marke von 2:10 min. Nafissatou Thiam war zwar erheblich langsamer als die Britin, doch ihre 2:19,35 min reichten am Ende doch. Sie wurde Europameisterin mit 6816 Punkten und hatte damit 57 Punkte Vorsprung vor der Silbermedaillengewinnerin Katarina Johnson-Thompson. Carolin Schäfer lief mit 2:14,65 min die zehntbeste Zeit und gewann damit Bronze. Am Ende hatte sie 6602 Punkte gesammelt. Ivona Dadic verbesserte sich durch ihre 2:11,87 min als sechstbeste 800-Meter-Läuferin mit 6552 Punkten noch auf den vierten Platz. Fünfte wurde Anouk Vetter, die auf 6414 Punkte kam. Den sechsten Rang belegte Kateřina Cachová, die mit 6400 Punkten eine persönliche Bestleistung aufstellte. Hinter Krizsán erreichte die Österreicherin Verena Preiner den achten Platz. Auch sie erzielte mit 6337 Punkten einen neuen persönlichen Rekord.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: NR Nationaler Rekord WL Weltjahresbestleistung CB Championship Best – Heptahlon PB Persönliche Bestleistung SB Persönliche Jahresbestleistung NU23R Nationaler U23-Rekord e egalisiert NM keine Weite (no mark) ogV ohne gültigen Versuch DSQ disqualifiziert DNS nicht am Start (did not start) DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) – verzichtet o übersprungen x ungültig IWR Internationale Wettkampfregeln TR Technische Regeln

Endstand 9./10. August