Das Fundament der Ewigkeit (Originaltitel: A Column of Fire) ist ein historischer Roman von Ken Follett. Er nutzt als eine Art Fortsetzung den Handlungsort sowie einige Motive aus seinem ersten Kingsbridge-Welterfolg Die Säulen der Erde (Originaltitel: The Pillars of the Earth) und aus seinem zweiten Kingsbridge-Roman Die Tore der Welt (Originaltitel: World without End) und bildet mit diesen so eine Romanserie. Die Handlung setzt 200 Jahre nach dem Ende des zweiten Romans ein und spielt hauptsächlich im Elisabethanischen England und im Frankreich der Glaubenskriege. Der Handlungsraum geht im Zeitalter der Glaubenskämpfe und der religiösen Intoleranz weit über England hinaus und erfasst ganz Westeuropa, Südeuropa und die Neue Welt. Der Autor verbindet historische Handlungsstränge der Weltgeschichte und Religionsgeschichte mit fiktiven Liebesgeschichten und Lebensabläufen seiner Personen aus England und Frankreich. Der englische Originaltitel erschien am 12. September 2017, die deutsche Fassung ebenfalls 2017. Mit Die Waffen des Lichts erschien 2023 eine Fortsetzung.
Inhalt Handlung Das Buch umspannt das Leben von Ned Willard, der 1558 als junger Mann von einem Jahr Aufenthalt im damals noch englischen Calais nach Hause kommt und mit seinen 19 Jahren an Heirat und Familie denkt. Mit dem Tod von Königin Mary Tudor beginnt die lange Herrschaft Elisabeths I., der Ned in der Zeit ihrer Regentschaft als Botschafter und Spion dient. Der Roman endet im Jahr 1620. Thematisiert werden so Ereignisse der Herrschaft und der Tod Elisabeths sowie die Vereitelung der Schießpulververschwörung gegen Jakob I., bei der Ned auch entscheidend mitwirkt.
Neben Ned nehmen andere Hauptfiguren entscheidenden Einfluss auf die Geschichte: Sein Erzfeind Rollo führt die Armada nach England und organisiert die Schießpulververschwörung, dessen Schwester Margery schreibt den Brief an Monteagle, Pierre Aumande ist maßgeblich am Ausbruch der Hugenottenkriege verantwortlich.
Inhaltsangabe I. Teil (S. 23–325), Zeitraum: Das Jahr 1558 In den acht Kapiteln des langen I. Teils geht es um die Ereignisse, die sich um die Hauptfiguren herum in Kingsbridge, Paris, London und Hatfield abspielen; auch Sevilla in Spanien ist ein Schauplatz. Die wichtigen Handlungsstränge des Romans werden in diesem 300 Seiten umfassenden Anfangsteil begonnen. Es ist das Schicksalsjahr für einige Hauptfiguren des Romans, in dem die Weichen für jahrzehntelange Entwicklungen gestellt werden: Ned kann Margery nicht heiraten und seine Mutter verarmt. Folglich tritt er in den Dienst bei der jungen Königin Elisabeth ein und bleibt sein ganzes Leben lang ihrem Schutz verpflichtet. Königin Mary Tudor stirbt, Elisabeth I. besteigt den Thron. Sie will mit religiöser Toleranz dem Religionskrieg entgegentreten. Es beginnt ihre 45 Jahre währende Regierungszeit, eine englische Ära. Die katholische Maria Stuart heiratet den jungen französischen König und geht in England leer aus. Das führt zu einem verschärften Konflikt mit der englischen Königin. Margery muss den Adeligen Bart Shiring heiraten. Trotz der geheim fortdauernden Liebe zu Ned, ist sie durch die Forderung des Katholizismus ihm Gegenspieler. Neds Bruder Barney wird während seines Spanienaufenthalts in Sevilla durch unglückliche Umstände Seefahrer und bleibt sein ganzes Leben diesem Beruf verbunden, 30 Jahre später wird er im IV. Teil des Buchs als Kapitän gegen die spanische Armada kämpfen. Margerys fanatischer Bruder Rollo wird durch Elisabeths Thronbesteigung zum lebenslangen Akteur gegen Elisabeth und zum Kämpfer für den Katholizismus in England. Pierre Aumande beginnt in Paris seine lebenslange Karriere als politischer Berater des Hauses Guise, seine Skrupellosigkeit zeigt die ersten Erfolge. Sylvie Palot wächst in die Arbeit ihres protestantischen Vaters, eines Druckers verbotener Bücher, hinein. Ihr Charakter entwickelt sich so, dass sie später in ihrem Leben Ned beeindruckt und zu seiner Frau wird.
Im ersten Kapitel erreicht der 19-jährige Ned Willard in den ersten Tagen des Jahres 1558 – von Calais kommend – seine Heimatstadt und erfährt, dass Margery Fitzgerald, in die er sich vor dem Aufenthalt jenseits des Kanals verliebt hat, den Viscount Bart Shiring heiraten wird. Die Eltern sind ehrgeizig und setzen auf eine eheliche Verbindung zum Adel, auf eine Standeserhöhung ihrer Nachkommen. Diese Entwicklung setzt sich im dritten Kapitel fort, Margery gehorcht, weil der Bischof sie an das vierte Gebot erinnert.
Im zweiten Kapitel – Schauplatz Paris – begegnet man Pierre Aumande und Sylvie Palot, die später zu Gegenspielern in Frankreichs Hauptstadt werden, wo es viele Protestanten gibt, die später Hugenotten genannt werden. Da Pierre den Aufstieg in das Haus der erzkatholischen Adelsfamilie Guise anstrebt, während Sylvie als Tochter eines Druckers heimlich verbotene protestantische Literatur verkauft, ist ein Konflikt vorhersehbar. Aber beide sind sich anfangs sehr sympathisch.
Im vierten Kapitel geht es um den in Sevilla lebenden Barney Willard und seine Partner Carlos Cruz und Ebrima Dabo, die Eisen herstellen und durch eine Erfindung den Hass ihrer Konkurrenten erwecken. Als sie vor der Inquisition fliehen müssen, gelingt es ihnen, nur schnell auf einem spanischen Kriegsschiff unterzukommen; deshalb müssen sie mehrere Jahre lang dienen und das Kriegshandwerk lernen. Auf diese Weise wird Barney ein leidenschaftlicher Seemann und Kanonier. Diese Lebensweise und die soldatischen Kenntnisse bestimmen sein zukünftiges Leben.
Das fünfte Kapitel zeigt, wie sich die Verarmung der Willards wegen der Skrupellosigkeit der Familie Fitzgerald weiterentwickelt und wie die geheimen Gottesdienste der Puritaner entdeckt werden, die unter der Leitung der Cobley Familie zusammenkommen. Der Jurist Rollo hilft entscheidend dabei mit und offenbart zum ersten Male seinen rachsüchtigen und üblen Charakter und seinen religiösen Fanatismus. mini|Das königliche Hochzeitspaar von 1558: Maria Stuart und Franz II.
Im sechsten Kapitel geht es in Paris um die Hochzeit von Maria Stuart mit dem jüngeren und schwächlichen König Francois. Der Vollzug der Ehe unter Zeugen wird aus der Sicht Marias Freundin und Gesellschafterin Alison McKay geschildert, die mit Hilfe der Königinwitwe Katharina von Medici die Vortäuschung einer Entjungferung für den Fall vorbereitet hat, dass der Bräutigam impotent ist. Trotz detaillierter Beobachtung weiß sie (und damit der Leser) aber nicht, ob dies nötig war oder die Ehe tatsächlich vollzogen wurde. – Sylvie hat sich inzwischen in den charmanten und gut aussehenden Pierre verliebt und ahnt seine Gerissenheit und Verschlagenheit nicht. Dieser Pierre benutzt Sylvie aber nur, um hinter die geheimen Zusammenkünfte der Hugenotten zu kommen.
Im siebten Kapitel verliert Neds Mutter und damit der Romanheld selbst fast das gesamte Vermögen. Ein Prozess darum wird zugunsten der Fitzgeralds verloren, weil der Bischof Julius entscheidend eingreift. Und auch beim Ketzerprozess gegen Philbert Cobley ist der fanatische Eifer des Bischofs und die Folter, die er zulässt, maßgebend für den Ausgang des Prozesses. Der physisch gebrochene Angeklagte wird zum Tode durch Verbrennen verurteilt und vor der Kathedrale in aller Öffentlichkeit qualvoll getötet.
Das aufregende Schicksalsjahr 1558 endet im achten Kapitel damit, dass Ned – voller Abscheu über diese Ketzerverbrennung – nach Hatfield reist, um in den Dienst der bald zur Herrschaft kommenden jungen Elisabeth zu treten. Er lernt Sir William Cecil genauer kennen, der ihn auch in Dienst nimmt, bewahrt Elisabeth vor einer Vergewaltigung durch Earl Swithin und verliebt sich ein bisschen in die kluge und kokette Thronanwärterin. Als die todkranke Maria stirbt, wird Elisabeth in London zur Königin proklamiert und Ned darf ihr die Botschaft nach Hatfield überbringen.
II. Teil (S. 327–576), Zeitraum 1559–1563 Die fünf Kapitel des zweiten Teils handeln von der Entwicklung des religiösen Bürgerkriegs in Frankreich und Europa. Die Kapitel neun bis elf spielen in Paris und Umgebung und zeigen, mit welcher Skrupellosigkeit Pierre Aumande sich allmählich das Vertrauen der führenden Politiker des Hauses Guise verschafft. Er scheut sich auch nicht, seine Braut Sylvie zu benutzen, indem er die Hochzeit mit ihr vorbereitet, um bei den protestantischen Feierlichkeiten die versammelten „Ketzer“ auffliegen zu lassen. Er verspricht sich, Veronique de Guise heiraten zu dürfen, muss aber ihre Zofe Odette heiraten, damit ihr von Veroniques Bruder Alain gezeugter Sohn, den sie nach ihrem Vater benennt, angemessen versorgt werden kann. Im Gegenzug erhält er die Erlaubnis, sich Pierre Aumande de Guise zu nennen.
Im zwölften Kapitel kommt Barney als Kanonier an Bord des Schiffs „Hawk“ nach Hispaniola, wo die an Bord befindlichen Afrikaner als Sklaven auf dieser Karibikinsel verkauft werden. Sie werden für die schwere Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen benötigt. Er verliebt sich dort in die hübsche, selbstbewusste Rumbrennerin Bella und zeugt mit ihr einen Sohn, von dem er aber erst viele Jahre später erfährt, da er die Insel ohne seine Geliebte verlassen muss. Im nächsten Kapitel wird er wie ein verlorener Sohn nach Kingsbridge zurückkehren.
Im dreizehnten Kapitel wird die Handlung in der englischen Grafschaft Shiring fortgeführt. Margery wird ein Opfer ihres brutalen Schwiegervaters Swithin, der sie vergewaltigt und mit ihr ein Kind zeugt, das Bart zugeschrieben wird. Aber durch Neds geheime Aktivitäten wird Swithin zu einem Totschlag in der Kathedrale verleitet; und die Schändung von Reliquien ist eine derartige Gotteslästerung, dass sogar ein königliches Gericht nichts anderes als die Hinrichtung des Grafen durch das Schwert anordnen kann. Auch die Königin denkt an Abschreckung der fanatischen Katholiken und Ned fördert dieses Denken. Swithin ist der erste Tote, für den Ned verantwortlich ist. Gleichzeitig ist sein Tod die Rache an dem Vergewaltiger von Margery, für die er weiterhin alles tun würde.
III. Teil (S. 581–828), Zeitraum 1566–1573 Die acht Kapitel dieses Teils führen hin zur Bartholomäusnacht in Paris. Das entscheidende Wendejahr in diesem Zeitraum ist 1570, als eine päpstliche Bulle die englische Königin Elisabeth exkommuniziert und ihre Untertanen des Treueids entbindet. Damit sind Unruhen und Kämpfe zwischen den religiösen Parteien in England und ganz Europa voraussehbar.
Das vierzehnte Kapitel knüpft an das Schicksal von Barneys Gefährten an: Carlos Cruz und Ebrima Dabo. Sie leben nun im Sommer 1566 in Antwerpen, sind beide verheiratet und betreiben die größte Eisenhütte der Stadt. Da die Statthalterin der habsburgischen Niederlande zur Duldung der Protestanten neigt, greift der Großinquisitor Pieter Titelmans umso energischer durch und lässt foltern, verstümmeln und verbrennen. An einer Episode zeigt der Autor, wie sogar ein 14-jähriges Mädchen als ketzerische Protestantin auf dem Scheiterhaufen brennen soll. Am Widerstand der Zuschauer scheitert dieser „Akt des Glaubens“ (Autodafé). Andrerseits gibt es die Gegenbewegung der calvinistischen Bilderstürmer, die zur Kathedrale von Antwerpen ziehen, um in ihr die Bilder und die kostbare Ausstattung zu zerstören. Carlos und Ebrima können nicht verhindern, dass dies geschieht und ein gerade von Carlos gestiftetes Gemälde in Flammen aufgeht.