Žandov (deutsch Sandau) ist eine Stadt des Okres Česká Lípa in der Region Liberec im Norden der Tschechischen Republik.

Geographische Lage Die Stadt liegt im nördlichen Böhmen im Tal des Flusses Ploučnice (Polzen) an der Straße von Česká Lípa (Böhmisch Leipa) nach Děčín (Tetschen-Bodenbach).

Geschichte mini|links|Hauptplatz der Stadt

Der Ort ist seit mehr als 700 Jahren bewohnt und war stets ein Mittelpunkt der Region. Um 1386 wurde er erstmals erwähnt. Im 15. Jahrhundert war Sandau ein eigenständiges Gut, dessen Besitzer Sigmund von Wartenberg war. Unter der Herrschaft der Wartenberger wurde der Ort im 15. Jahrhundert zur Stadt erhoben und über Jahrhunderte hat sich der Charakter der Stadt erhalten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Böhmisch Leipa bzw. zum Bezirk Böhmisch Leipa. Die Böhmische Nordbahn fuhr Sandau an. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Sandau eine Drechslerei. Zu jener Zeit war Richard Fürst von Metternich der örtliche Gutsbesitzer.Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbtreibenden, Gutsbesitzer etc Zugleich Handelsgeographie, Produkten- u. Fabrikanten-Bezugs-Angabe, Band 19 (Böhmen), Nürnberg 1889, S. 71.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die deutsch besiedelte Stadt 1919 der neu eingerichteten Tschechoslowakei zugeschlagen. Als Folge des Münchner Abkommens gehörte die Stadt von 1938 bis 1945 zum Landkreis Böhmisch Leipa, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung enteignet und vertrieben.

Demographie

Bis 1945 war Sandau überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden. + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1830 1.076 in 191 HäusernJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 310–311, Ziffer 13.Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 197, Ziffer 22. 1900 1.156 deutsche EinwohnerMeyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig und Wien 1907, S. 538, Ziffer 2. 1930 1.247 1939 1.305 + Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten WeltkriegsCzeski Urząd StatystycznyJahr19701980199120012003Einwohner 2 050 2 336 1 990 1 892 1 907

Gemeindegliederung Die Stadt Žandov besteht aus den Ortsteilen Dolní Police (Niederpolitz), Heřmanice (Hermsdorf), Novosedlo (Neugrund), Radeč (Schossendorf), Valteřice (Waltersdorf), Velká Javorská (Groß Jober) und Žandov (Sandau).http://www.uir.cz/casti-obce-obec/562297/Obec-Zandov Grundsiedlungseinheiten sind Dolní Police, Heřmanice, Radeč, Valteřice, Velká Javorská und Žandov.http://www.uir.cz/zsj-obec/562297/Obec-Zandov Zu Žandov gehört außerdem die aufgelassene Ansiedlung Havraní (Rabenstein).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Dolní Police, Heřmanice u Žandova, Radeč u Horní Police, Valteřice u Žandova, Velká Javorská und Žandov u České Lípy.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/562297/Obec-Zandov

Söhne und Töchter der Stadt Willy Lang (1892–1972), deutscher Zeichner, Grafiker, Lehrer und Erzähler Alfred Jäger (1904–1988), deutscher Mediziner Helmut Lang (1924–2014), deutscher Grafiker Hubert Faensen (1928–2019), deutscher Kunsthistoriker und Verlagsleiter Walter Wenzel (1929–2025), deutscher Slawist und Namenforscher

Mühlsteinfabrik Heller Die Mühlsteinfabrik E. J. Heller hatte die Adresse Sandau 25. Sie lieferte u. a. künstliche Mühlsteine bis in die österreichischen Lande. 2022 wurde ein solcher Mühlstein beim Abriss der Hintermühle in Sankt Georgen am Wald (Oberösterreich) noch gefunden.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Okres Česká Lípa