zentriert|120px Disziplin Zehnkampf der Männer Stadt Ort Olympiastadion Berlin Teilnehmer 28 Athleten aus 17 Ländern Wettkampfphase 6. August 2018 (Qualifikation)7. August 2018 (Finale) Medaillengewinner 16px|Gold Gold Arthur Abele () 16px|Silbermedaillen Silber Ilja Schkurenjow () 16px|Bronzemedaillen Bronze Wital Schuk ()
mini|hochkant=2.3| Der Zehnkampf der Männer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 fand am 7. und 8. August im Olympiastadion in der deutschen Hauptstadt Berlin statt.
Europameister wurde der Deutsche Arthur Abele. Der unter neutraler Flagge startende Russe Ilja Schkurenjow gewann die Silbermedaille. Platz drei belegte der Weißrusse Wital Schuk.
Bestehende Rekorde Weltrekord 9045 Punkte WM in Peking, Volksrepublik China 28./29. August 2015, sport-record.de (englisch) Europarekord 9026 Punkte Götzis, Österreich 26./27. Mai 2001, sport-record.de (englisch) Meisterschaftsrekord 8811 Punkte EM Stuttgart, BR Deutschland 27./28. August 1986 Der bestehende EM-Rekord wurde bei diesen Europameisterschaften nicht erreicht. Der deutsche Europameister Arthur Abele erzielte 8431 Punkte, womit er 380 Punkte unter dem Rekord blieb. Zum Europarekord fehlten ihm 595 Punkte, zum Weltrekord 614 Punkte.
Teilnehmer mini|hochkant=1.6| Folgende Athleten standen auf der Startliste: Name Land Persönliche Bestleistung Datum und Ort Kevin Mayer 8834 18. August 2016, Rio de Janeiro Arthur Abele 8608 26. Juni 2016, Ratingen Ilja Schkurenjow 8601 10. Juni 2017, Smolensk Eelco Sintnicolaas 8539 28. Mai 2017, Götzis Maicel Uibo 8514 27. Mai 2018, Götzis Pieter Braun 8342 27. Mai 2018, Götzis Tim Duckworth 8336 7. Juni 2018, Eugene (Oregon) Thomas Van der Plaetsen 8332 18. August 2016, Rio de Janeiro Mathias Brugger 8304 27. Mai 2018, Götzis Martin Roe 8228 28. April 2018, Florenz Niklas Kaul 8205 27. Mai 2018, Götzis Dominik Distelberger 8175 29. Mai 2016, Götzis Fredrik Samuelsson 8.172 28. Mai 2017, Götzis Wital Schuk 8162 27. Mai 2018, Götzis Paweł Wiesiołek 8140 31. Mai 2015, Götzis Karl Robert Saluri 8137 7. Juni 2018, Eugene (Oregon) Ruben Gado 8126 7. Juli 2018, Albi Jorge Ureña 8125 12. August 2017, London Marcus Nilsson 8120 17. Juni 2018, Ratingen Romain Martin 8104 15. Juni 2014, Oyonnax Karel Tilga 8101 27. Mai 2018, Götzis Jan Doležal 8033 17. Juni 2018, Kladno Marek Lukáš 7997 28. Mai 2017, Götzis Juryj Jaremitsch 7985 28. April 2018, Florenz Elmo Savola 7956 16. Juli 2017, Bydgoszcz Maksim Andralojz 7863 28. April 2018, Florenz Simone Cairoli 7875 28. Mai 2017, Götzis Darko Pešić 7846 28. Mai 2017, Götzis
Zeitplan
7. August 8. August 100 m 9:30 Uhr 110 m Hürden 9:35 Uhr Weitsprung 10:25 Uhr Diskuswurf 10:20 Uhr Gruppe A11:40 Uhr Gruppe B Kugelstoßen 11:50 Uhr Stabhochsprung 12:15 Uhr Gruppe A13:15 Uhr Gruppe B Hochsprung 18:30 Uhr Speerwurf 17:50 Uhr Gruppe A19:00 Uhr Gruppe B 400 m 21:00 Uhr 1500 m 21:35 Uhr
Wettbewerbsverlauf Als Favorit ging der französische Weltmeister von 2017 und Olympiazweite von 2016 Kevin Mayer an den Start. Doch er produzierte im Weitsprung drei ungültige Versuche und trat zur nächsten Disziplin, dem Kugelstoßen, nicht mehr an. Nach den Europameisterschaften stellte Mayer im September in Talence einen neuen Weltrekord auf. Mit den beiden Deutschen Rico Freimuth als Vizeweltmeister und Kai Kazmirek – WM-Dritter – waren zwei Topathleten verletzungsbedingt nicht unter den Teilnehmern. Zu den Medaillenkandidaten gehörten nun in erster Linie der Deutsche Arthur Abele, EM-Fünfter von 2014, der amtierende Europameister Thomas Van der Plaetsen aus Belgien und der russische WM-Fünfte von 2015 Ilja Schkurenjow – hier als neutraler Athlet am Start. Allerdings ging auch Van der Plaetsen angeschlagen in den Wettkampf.
In der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Lauf, zeigte Kevin Mayer, dass er in ausgezeichneter Form war. Mit 10,64 s lief er die schnellste Zeit. Nur knapp dahinter folgten der junge Brite Tim Duckworth mit 10,65 s und der Este Karl Robert Saluri – 10,68 s. Auch Abele lief als Vierter mit 10,86 s leistungsgleich mit dem Norweger Martin Roe und dem Franzosen Ruben Gado eine gute Zeit.
Im Weitsprung, der zweiten Übung, blieben mit dem Deutschen Mathias Brugger und den drei Franzosen Mayer, Gado und Romain Martin gleich vier Athleten ohne gültigen Versuch und hatten damit keine Chance mehr auf eine gute Platzierung in der Endwertung. Die schon über 100 Meter starken Roe – 7,61 m – und Duckworth – 7,57 m – erzielten die besten Weiten. Mit je 7,55 m folgten Schkurenjow und der Weißrusse Juryj Jaremitsch. Auch die nächstbesten Resultate lagen nur knapp dahinter. Abele erzielte 7,42 m und wahrte damit seine Aussichten. In der Zwischenwertung hatte Duckworth mit 1892 Punkten die Führung übernommen. Zweiter war Roe mit 24 Punkten Rückstand. Mehr als 1800 Punkte hatten auch Roe, Jaremitsch, Abele und der Italiener Simone Cairoli auf den folgenden Rängen auf ihrem Konto.
Bester Kugelstoßer war Brugger, der auch nach seinem Weitsprung ohne Punkte hier noch weitermachte. Mit 15,92 m lag er 27 Zentimeter vor dem Weißrussen Wital Schuk und 28 Zentimeter vor Abele. Auch Roe machte als Vierter mit 15,48 m seine Ansprüche geltend. Der Norweger übernahm nun die Führung in der Gesamtwertung vor Abele, Saluri und Duckworth. Diese vier Athleten waren nur durch 77 Punkte voneinander getrennt. Schuk war Sechster hinter dem Schweden Fredrik Samuelsson.
Die Leistungen im Hochsprung standen auf einem hohen Niveau. Bester Zehnkämpfer war hier Duckworth, der 2,17 m übersprang und damit viele wertvolle Punkte sammelte. Mit 2,08 m folgten der Deutsche Niklas Kaul und Samuelsson. Zum ersten Mal zeigte auch Van der Plaetsen, der bis dahin sein Potential nicht hatte abrufen können, mit 2,05 m sein Leistungsvermögen. Insgesamt meisterten vierzehn Zehnkämpfer 2,02 m oder mehr, darunter auch Schkurenjow. Abele dagegen überquerte nur 1,93 m – eine allerdings für ihn normale Leistung. Er hatte als Vierter in der Zwischenwertung damit 183 Punkte Rückstand auf den nun wieder führenden Duckworth. Auch Roe und Samuelsson lagen mehr als 100 Punkte hinter Duckworth zurück.
Nach dem 400-Meter-Lauf rückte das Feld wieder enger zusammen. Gado, der wie Brugger nach seinen drei ungültigen Versuchen im Weitsprung weitergemacht hatte, erzielte hier mit 47,65 s die beste Zeit. Dann folgten Brugger – 47,86 s, Abele – 48,01 s, Saluri – 48,26 s – und Schuk – 48,41 s. Roe – 49,42 s – und Duckworth – 49,87 s – lagen hier deutlich zurück. Der Brite behielt dennoch seine Führung. Mit 4380 Punkten hatte er noch immer 95 Punkte Vorsprung vor dem jetzt zweitplatzierten Abele, der seine Stärken vor allem am zweiten Tag hatte. Dahinter folgte Roe mit nur drei weiteren Punkten Rückstand. Auf den nächsten Plätzen lagen Samuelsson – 149 P hinter Duckworth, Saluri – 167 P – und Cairoli – 164 P.
Schnellster Hürdensprinter war Abele, der mit 13,94 s als einziger Zehnkämpfer unter 14 Sekunden blieb. Der Spanier Jorge Ureña erzielte als Zweiter 14,39 s, Schkurenjow als Dritter 14,44 s und Duckworth als Vierter 14,55 s. Viel Boden verlor Roe mit 15,31 s. Duckworth blieb an der Spitze der Gesamtwertung. Er hatte allerdings jetzt nur noch achtzehn Punkte Vorsprung vor Abele. Es folgten Samuelsson mit 168 Punkten Rückstand auf Duckworth, Cairoli, Ureña und Roe. Die Abstände nach Samuelsson waren sehr knapp. Zwischen dem drittplatzierten Schweden und Saluri auf Rang zehn lagen nur 79 Punkte.
Der schon im Hochsprung starke Kaul erzielte im Diskuswurf mit 46,30 m die größte Weite. Die Abstände dahinter waren sehr eng. Der Tscheche Jan Doležal, der Pole Paweł Wiesiołek, Schkurenjow, Schuk, Abele und der Este Maicel Uibo übertrafen die 45-Meter-Marke. Roe mit 42,22 m und Duckworth mit 41,94 m verloren hier viele Punkte. Abele übernahm nun die Führung, Mit 6042 Punkten hatte er als einziger der Teilnehmer bis dahin mehr als 6000 Punkte auf seinem Konto. Duckworth lag als Zweiter nun 53 Punkte zurück. Samuelsson blieb Dritter, er hatte bereits 180 P Rückstand auf Abele. Knapp hinter ihm folgten Schkurenjow, Schuk, der Niederländer Pieter Braun und Roe. Zwischen Samuelsson und Roe lagen gerade einmal 58 Punkte.
Die achte Übung, der Stabhochsprung, brachte noch einmal deutliche Veränderungen mit sich. Als Bester mit 5,30 m überzeugte Schkurenjow. Hinter Gado, der 5,20 m übersprang, zeigte auch Duckworth mit 5,10 m, dass mit ihm noch zu rechnen war. Auch Uibo und der Franzose Romain Martin meisterten 5,10 m. Abele blieb mit 4,60 m deutlich zurück und verlor damit auch seine Führung. Duckworth lag jetzt wieder vorn. Schkurenjow hatte siebzig Punkte dahinter Rang zwei erobert. Abele war 98 Punkte hinter Duckworth Dritter. Den vierten Platz hatte nun Schuk inne, sein Abstand auf Abele betrug 112 Punkte. Dann folgten Uibo, Roe und Samuelsson.
Mit 68,10 m, dem besten Resultat im Speerwurf, machte Abele seine Schwäche vom Stabhochsprung wieder wett. Kaul lag mit 67,72 m nicht weit zurück. Dann folgten Schuk mit 66,19 m und Roe mit 64,53 m. Schkurenjow – 59,13 m – und vor allem Duckworth – 54,78 m – verloren hier wertvolle Punkte, sodass Abele die Führung wieder übernahm. 7692 P konnte er verbuchen und hatte damit 102 P Vorsprung vor dem zweitplatzierten Duckworth. Schkurenjow hatte als Dritter nur fünf Punkte Rückstand auf Duckworth. Auch Schuk lag nur 39 Punkte hinter dem Briten. Die weiteren Abstände waren schon deutlich größer. Mit den weitaus besten Aussichten ging Abele in den letzten Wettbewerb. Aber der Kampf um Silber und Bronze war noch völlig offen.
Bester 1500-Meter-Läufer war der in der Gesamtwertung chancenlose Gado mit 4:21,46 min. Kaul erzielte als zweitbester Zehnkämpfer 4:23,67 min. Arthur Abele lief mit 4:30,84 min die achtschnellste Zeit und sicherte sich damit den Europameistertitel. Den Wettstreit um Silber entschied Ilja Schkurenjow mit 4:31,38 min für sich. Wital Schuk war zwar unwesentlich schneller und sicherte sich damit die Bronzemedaille, aber der Weißrusse blieb in der Gesamtwertung hinter Schkurenjow zurück. Tim Duckworth dagegen, der im Verlauf des Zehnkampfs außer im Kugelstoßen immer einen der ersten drei Plätze eingenommen hatte, war mit 4:58,28 min deutlich zu langsam, sodass er schließlich Fünfter wurde. Den vierten Rang hatte Niklas Kaul am Ende erobert. Martin Roe folgte als Sechster vor Pieter Braun und Jan Doležal.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: PB Persönliche Bestleistung SB Persönliche Jahresbestleistung e egalisiert NM keine Höhe bzw. keine Weite (no mark) DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) DNS nicht mehr angetreten (did not start) – bei den Sprüngen: verzichtet / ansonsten: keine Wertung o übersprungen x ungültig R Wettkampf nicht fortgesetzt (retired)
Endstand