mini|Schloss Ebergassing Das Schloss Ebergassing steht als ehemalige Wasserburg im Osten der Gemeinde Ebergassing im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich. Das Schloss steht unter Denkmalschutz ().
Geschichte Urkundlich wurde 1120 eine Burg genannt. Um 1136 scheint ein Hezilo von Ebergozzingen auf. 1334 gehörte die Burg einem Zweig der Stuchsen von Trautmannsdorf, während die Herren von Ebergassing inzwischen bei Wilhelmsburg ansässig waren. 1430/1455 gehörte die Burg den Herren von Wald, welche die Kapelle neu erbauten. Eine Grabtafel der Herren von Wald ist in der Schlosskapelle zu finden. 1486 gelang es den Ungarn mit Hilfe von Wiener Söldnern Ebergassing nach einer längeren Belagerung einzunehmen. Etwas später befand sich die Burg im Besitz der Herren von Grafenwörth. Urkundlich gehörte das Schloss 1540/1620 den Thanrädl (Thonradl), die einen Umbau durchführten. Aus der Umbau wurde der alte Wehrbau zum Renaissance-Wasserschloss entwickelt. Die Freiherren Thanrädl zählten zu den Rädelsführer Niederösterreichs. In den Anfängen des Dreißigjährigen Krieges 1619/1620 kam es zu einem Protestantenaufstand gegen den Kaiser Ferdinand II., Andreas II. war ihr Anführer der Rebellen. Laut Walter Cech habe Tanrädl/Thanrädl bei der Unterredung nicht nur im Ton gegenüber dem Kaiser vergriffen, sondern ihn am Gewand gepackt, was einer Majestätsbeleidigung gleichkommt. Es kam zu einer staatlichen Konfiskation an das Schloss "Obergässing". Die Gnadenfrist des Kaisers an Andreas II. ließ er ungenützt verstreichen, so wurde das Schlossgut Ebergassing 7. Oktober 1620 einbezogen. Der Rebellenführer flüchtete ins Ausland, um einen eventuellen Todesurteil zu entgehen. Nach der Enteignung der protestantischen Familie Thonradl kam Ebergassing zuerst an den Hofkammerrat Hieronymus von Bonacina. Dann ging das Schloss an den Fürsten Liechtenstein mit zwei barocken Ausbauphasen um 1720 und 1760. Der weitläufige Park wurde auch umgestaltet. Die veranstalteten im Schloss Theatervorstellungen, die auch von der Kaiserin Maria Theresia gerne besucht wurden, wenn sie sich in Laxenburg aufhielt. Von 1788 bis 1811 war das Schloss im Besitz der Edlen von Trattner (Thomas von Trattner), die in Ebergassing zwei Papierfabriken betrieben hatten. Kaiserin Maria Theresia ernannte den Edlen Trattner zu ihrem Hofbuchdrucker. Carl Thomas Mozart, Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart, war Trattner sein Taufpate. Auch Amadeus Mozart wohnte 9 Monate lange im Trattnerhof in ihren Besitzungen von Ebergassing und Wienerherberg. Ab 1810 begann die häufigen Besitzerwechsel. Johann Baptist Thomas Edler von Trattner verkaufte das Schloss und ihr Gut an den Grafen Elias von Almasy. Nach der Befreiung von der Herrschaft Napoleons I. veranstaltete der Graf Elias Almasy und seiner Frau Sidonia, geborene Gräfin von Festetitz, für den Friedenskonferenz Wiener Kongress eine Jagdunterhaltung in Ebergassing. Zu den einladenden Gästen im Schloss Ebergassing zählten unter anderem: Zar Alexander I. von Russland, der preußische König Friedrich Wilhelm III., Großherzog Carl Ludwig Friedrich von Baden, der Sieger bei der Völkerschlacht bei Leipzig Fürst Karl I. Philipp zu Schwarzenberg, der bayerische Generalfeldmarschall Fürst Carl von Wrede, und neben mehrere Generälen, Ministern und Cavalieren. Nach Almasys Tod um 1817 ging der Besitz an seine Frau Sidonia. Hermann Josef von Diller erwarb 1817 das Schlossgut. Einer nichtgenannten Grund verkaufte Diller an Vinzenz Neuling. Anders als ihre Vorgänger traditionsgemäß wollte Neuling nicht mit den eingebundenen Schlosskauf in den Adel aufgenommen werden. 1822 verkaufte Neuling an den Ritter von Gyra. Von Gyra ging das Schloss und ihr Gut im Jahr 1825 an die Freiherren Schloissnigg, die bis 1998 an ihren Nachkommen fortsetzte. Der k. k. Kämmerer Franz III. Seraphin von Schloissnigg ließ zwischen 1863 und 1865 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen. Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte, wie in Niederösterreich besonders häufig, schwere Schäden für den Bau und sein Inventar. Sie wurde Opfer russischer Besatzung und Plünderung einheimischer Bewohner. Das Schloss wurde unbewohnbar. Die Familie Marenzi, die mittlerweile die Schloissniggs beerbt hatte, musste in das Verwaltergebäude umziehen. Das Hauptgebäude stand jahrelang leer und war bereits stark verfallen, als es 1998 von vier Familien erworben wurde. Das Gut wurde vom Schloss Ebergassing getrennt, und der dazugehörige Wassergraben ging weiter in den Besitz der Familie Marenzi über, die ihn später in eine Privatstiftung einbrachte.
Die im Kern mittelalterliche Burg wurde im Ende des 16. Jahrhunderts umgebaut und im 18. Jahrhundert ausgebaut. Eine Restaurierung erfolgte im 19. Jahrhundert und von 1998 bis 2001. Nunmehr erstrahlt es bereits in neuem Glanz. Lediglich die Schlosskapelle harrt noch ihrer Renovierung. Teile des Haupt- und Nebengebäudes wurden in Wohnungen aufgeteilt. Zu diesem Zweck wurde auch das Dachgeschoß ausgebaut. Bei den Umbauarbeiten wurden in einem Wirtschaftsgebäude barocke Deckenmalereien aufgedeckt, die auf ein ehemaliges Gartenhaus hinweisen.
Das Schlossgelände ist privat genutzt und nicht öffentlich zugänglich.Das Schloss Ebergassing. Das Gelände ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Besichtigungen sind nicht möglich. Die Aufnahme des Fotos wurde durch einen Bewohner freundlicherweise gestattet.
Architektur Das ehemalige Wasserschloss mit einer ehemaligen Parkanlage und einem ehemaligen Fasangarten war mit einem Wassergraben umgeben, welcher von der Fischa gespeist wurde. Die Zufahrt erfolgt über eine gemauerte Brücke flankiert von barocken Postamenten.
Das unregelmäßige vierseitige Schlossgebäude mit dreigeschoßigen Trakten bilden eine trapezförmigen Hof. Die Hauptfront richtet sich nach Südosten mit einem Rücksprung, darin nach Nordosten vortretend der Chor der Schlosskapelle. Die Kapelle ist kirchenrechtlich seit 23. November 2023 unter dem Patrozinium des Hl. Ulrich von Augsburg errichtet.Wiener Diözesanblatt Jahrgang 161, Nr. 12, Dezember 2023, S. 103. (abgerufen am 19. Dezember 2023).
Literatur Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. Ebergassing, Schloss Ebergassing, Ober-Gassling, S. 364–365.
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Einzelnachweise
Ebergassing Ebergassing Kategorie:Baudenkmal (Niederösterreich) Kategorie:Ebergassing Ebergassing