Antisemitismusbeauftragte (auch Beauftragte gegen Antisemitismus, sowie special envoy for combating antisemitism oder coordinator on combating antisemitism) sind von zumeist staatlichen Institutionen Beauftragte, die die Bekämpfung von Antisemitismus organisieren.

Deutschland

Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung Auf Beschluss des Deutschen Bundestags vom 18. Januar 2018 wurde das Amt des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung eingerichtet.

Aufgabe des Beauftragten ist die Koordination der Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Antisemitismus. Er soll auch eine ständige Bund-Länder-Kommission mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Stellen koordinieren und zur Sensibilisierung der Gesellschaft für aktuelle und historische Formen des Antisemitismus durch Öffentlichkeitsarbeit sowie politische und kulturelle Bildung beitragen.

Von Mai 2018 bis August 2026 bekleidete Felix Klein den Posten.Antisemitismus-Beauftragter begrüßt Koalitionsvertrag, evangelisch.de, 26. November 2021. Abgerufen am 24. Dezember 2021. Bislang war der Beauftragte dem Bundesministerium des Innern zugeordnet.

Antisemitismusbeauftragte in den Bundesländern In 15 Bundesländern, somit allen außer Bremen, wurden Antisemitismus-Beauftragte der jeweiligen Landesregierungen berufen.

Die Gemeinsame Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens (BLK) hat am 18. September 2019 ihre Arbeit aufgenommen. In der Kommission werden die Länder durch ihre Antisemitismusbeauftragten vertreten. Das Gremium steht unter dem gemeinsamen Vorsitz des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung und einer oder einem jeweils wechselnden Co-Vorsitzenden des Bundeslandes, das den Vorsitz in der Ministerpräsidentenkonferenz führt. Die Gründung des Gremiums greift den Bundestagsbeschluss 19/444 vom 18. Januar 2018 „Antisemitismus entschlossen bekämpfen“ auf. Die Einsetzung der Kommission war am 6. Juni 2019 durch die Bundeskanzlerin gemeinsam mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder einstimmig beschlossen worden.Bund-Länder-Kommission. Abgerufen am 24. Dezember 2021.

Baden-Württemberg: Michael Blume. Zusätzlich wurden zwei Personen als Polizeirabbiner ernannt. Seit 2021 ist Rabbiner Shneur Trebnik von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) für Württemberg, Rabbiner Moshe Flomenmann für Baden Polizeirabbiner.Baden-Württemberg ernennt bundesweit zum ersten Mal Polizeirabbiner, Jüdische Allgemeine, 30. Dezember 2020. Abgerufen am 30. Dezember 2020.

Bayern: Ludwig Spaenle. Seit 2018 im Amt. Die Stadt Bamberg hat als erste Stadt Patrick Nitzsche als eigenen Antisemitismusbeauftragten berufen.Er kämpft gegen Bambergs Antisemitismus-Problem Fränkischer Tag, 11. Februar 2022. Abgerufen am 7. April 2022.

Berlin: Samuel Salzborn, der am 20. August 2020 das Amt von dem bisherigen kommissarischen Beauftragten Lorenz Korgel übernahm. Korgel war zuvor die „Ansprechperson für Antisemitismus“, bei der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.ist Ansprechpartner für Antisemitismus berlin.de Pressemitteilung vom 29. Mai 2019Lorenz Korgel wird Berlins Beauftragter gegen Antisemitismus, Tagesspiegel, 29. Mai 2019. Abgerufen am 4. Juni 2019., Rbb24 29. Mai 2019Lorenz Korgel Berlin ernennt Antisemitismusbeauftragten von Annika Leister Berliner Zeitung 29. Mai 2019Interview mit Lorenz Korgel Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin Jüdische Gemeinde zu Berlin 1. September 2019

Brandenburg: 2024 wurde Andreas Büttner zum Antisemitismusbeauftragten berufen. Er war zuvor Landtagsabgeordneter der Linken und zuvor in der FDP aktiv. Die Stelle ist beim Landtag angesiedelt.Brandenburg soll einen Antisemitismusbeauftragten bekommen, epd, Evangelische Zeitung, 21. November 2023. Abgerufen am 24. November 2023.Linken-Politiker Büttner wird Beauftragter gegen Antisemitismus, Jüdische Allgemeine, 19. Juni 2024. Abgerufen am 19. Juni 2024.Einigung im Landtag „Mit großer Demut“: Wer ist Andreas Büttner, Brandenburgs erster Antisemitismusbeauftragter?, Märkische Allgemeine 19. Juni 2024Brandenburgs erster Antisemitismusbeauftragter: Linken-Abgeordneter Andreas Büttner gewählt, Märkische Allgemeine 19. Juni 2024 Überschattet wurde die Vereidigung vom Verhalten der AfD. Es verließen fast alle AfD-Abgeordneten den Saal. Auf ihren Plätzen hinterließen sie Plakate mit der Aufschrift „Versorgungsposten“, die vor der Vereidigung vom Saaldienst eingesammelt wurden. Die AfD-Abgeordnete Sabine Barthel blieb während der Vereidigung sitzen und erhielt dafür einen Ordnungsruf. Parlamentsvizepräsidentin Barbara Richstein erklärte, sie behalte sich weitere Ordnungsmaßnahmen vor.AfD boykottiert Vereidigung von Beauftragtem gegen Antisemitismus, Jüdische Allgemeine, 20. Juni 2024. Abgerufen am 22. Juni 2024. Das private Grundstück des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner in Templin ist am 4. Januar 2026 Ziel eines mutmaßlichen Brandanschlags geworden. Bereits 2024 war sein Auto in Templin in der Nähe seines früheren Wahlkreisbüros mit Hakenkreuzen beschmiert worden.Brandanschlag auf Grundstück von Beauftragten gegen Judenhass, Jüdische Allgemeine, 4. Januar 2026. Abgerufen am 4. Januar 2026.

Hamburg: seit 2026 Anna von Villiez; zuvor von 2021 bis 2025 Stefan Hensel.

Hessen: Uwe Becker,, Hessenschau 9. April 2019Uwe Becker Hessen hat einen neuen Beauftragten gegen Antisemitismus, FAZ 9. April 2019Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker ist neuer Antisemitismusbeauftragter in Hessen, von Georg Leppert Frankfurter Rundschau 10. April 2019 zuvor Felix Semmelroth

Mecklenburg-Vorpommern: Nikolaus Voss übernahm im Februar 2022 das Amt des Antisemitismus-Beauftragten von Hansjörg Schmutzler, der seit dem 1. November 2019 eine ehrenamtliche Tätigkeit als Landesbeauftragter für jüdisches Leben innehatte. Er ist dem Justizministerium zugeordnet.Mecklenburg-Vorpommern bekommt Beauftragten gegen Antisemitismus. Der Jurist Hansjörg Schmutzler wird erster Landesbeauftragter für jüdisches Leben. In: juedische-allgemeine.de 29. Oktober 2019.Nikolaus Voss ist der neue Antisemitismus-Beauftragte in MV, NDR, 23. März 2022. Abgerufen am 7. April 2022.

Niedersachsen: Franz Rainer Enste nahm am 1. November 2019 seine Tätigkeit auf. Das Amt des Antisemitismus-Beauftragten ist im Justizministerium angesiedelt., SAT1 Regional, 15. Oktober 2019. Abgerufen am 20. Oktober 2019. Die Einführung eines Antisemitismusbeauftragten wurde seit April 2018 geprüft.Zustimmung und Ablehnung – In welchen Bundesländern ist ein Antisemitismusbeauftragter geplant? Eine Umfrage, 30. Mai 2018. Abgerufen am 27. November 2018. Zum 1. Februar 2023 übernahm der Theologe Gerhard Wegner das Amt. Er war Leiter des Sozialwissenschaftlichen Institutes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).Theologe Wegner wird neuer Antisemitismus-Beauftragter, Jüdische Allgemeine, 18. Januar 2023. Abgerufen am 19. Januar 2023.

Nordrhein-Westfalen: Sylvia Löhrmann ist seit dem 1. November 2024 Antisemitismusbeauftragte. Sie folgte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nach.

Rheinland-Pfalz: Monika Fuhr folgte zum 1. April 2022 Dieter Burgard als Antisemitismusbeauftragte nach vier Jahren Tätigkeit Burghards nach.Monika Fuhr wird neue Landesbeauftragte für jüdisches Leben, Stern, 31. März 2022. Abgerufen am 7. April 2022.

Saarland: Roland Rixecker, Präsident des saarländischen Verfassungsgerichtshofs

Sachsen: Thomas Feist wurde vom sächsischen Kabinett am 5. März 2019 zum ehrenamtlichen „Beauftragten für das jüdische Leben in Sachsen“ berufen. Das Amt ist im Kultusministerium angesiedelt. Er soll auch die Antisemitismusbekämpfung und die Prävention in den Blick nehmen.Beauftragter für jüdisches Leben in Sachsen berufen, Medienservice, 7. März 2019. Abgerufen am 21. Oktober 2019

Sachsen-Anhalt: Wolfgang Schneiß, 13. November 2018. Abgerufen am 21. November 2018.

Schleswig-Holstein: Zum 1. März 2020 wurde der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) zum ersten Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus berufen. Die neue Stelle ist im Bildungsministerium angesiedelt, das von der CDU-Politikerin Karin Prien geführt wird.Carstensen wird Antisemitismus-Beauftragter, Jüdische Allgemeine, 25. Februar 2020. Abgerufen am 25. Februar 2020 Sein Nachfolger ist seit dem 25. Oktober 2022 der ehemalige Landesbischof der Nordkirche Gerhard Ulrich.

Thüringen: Michael Panse

Nach einer Abfrage in den Bundesländern vom Mai 2018 wollten zum damaligen Zeitpunkt die sechs Bundesländer Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein keinen Antisemitismusbeauftragten berufen:Vgl. In welchem Bundesland ist ein Antisemitismusbeauftragter geplant?, unsere Kirche, 30. Mai 2018. Abgerufen am 27. November 2018.

In Brandenburg sollte die Stelle eines Antisemitismus-Beauftragten im Jahre 2019 beim Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam angesiedelt werden, teilte Staatskanzlei-Chef Martin Gorholt im Oktober 2018 mit., Rbb24 7 Antenne Brandenburg 18. Oktober 2018 | 08:42 Der Jurist und langjährige Potsdamer Kommunalpolitiker Peter Schüler übernahm ab 1. Mai 2019 diese Aufgabe. Die Landesregierung von Brandenburg selbst hatte keine eigene Stelle eines Antisemitismus-Beauftragten eingerichtet, sondern unterstützt lediglich die Fachstelle am Moses-Mendelssohn-Zentrum., 14. Mai 2019. Abgerufen am 11. März 2020 Am 18. Oktober 2018, als die Absicht des Land Brandenburg, die Stelle eines Antisemitismus-Beauftragten einzurichten, bekannt wurde, berichtete Domradio, dass sich der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, Amtskollegen in sämtlichen Bundesländern wünsche. Denn ein Großteil der Themen, die im Kampf gegen Judenhass relevant sei, falle in den Verantwortungsbereich der Länder.Klein fordert Antisemitismusbeauftragte in allen Bundesländern, Domradio, 18. Oktober 2018. Abgerufen am 16. Dezember 2018.

In Bremen forderte der Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff nach dem Anschlag in Halle (Saale) 2019 die Einrichtung eines Antisemitismusbeauftragten für Bremen,Rede vor jüdischer Gemeinde Bremen Bürgerschaftspräsident fordert Antisemitismusbeauftragten, von Nico Schnurr, Weser Kurier 17. Oktober 2019 Buten un binnen 17. Oktober 2019 wofür jedoch sowohl die jüdische Gemeinde im Land Bremen als auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) keine Notwendigkeit sehen., guten und binnen, 18. Oktober 2019.Bundesweite Ausnahme Warum Bremen keinen Antisemitismus-Beauftragten hat, von Carolin Henkenberens, Weser Kurier 9. März 2020 Sara Witt, aus der Senatskanzlei, Referatsleiterin 22 für Inneres, Justiz und Verfassung nimmt die Aufgabe nebenbei wahr.

Antisemitismusbeauftragte von Generalstaatsanwaltschaften Baden-Württemberg Antisemitismusbeauftragter bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe: Reinhard Kollmar., Badische Neueste Nachrichten, 27. Juli 2019. Abgerufen am 7. August 2019 Antisemitismusbeauftragter bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart: Florian Steinberg.Erster Staatsanwalt Florian Steinberg zum Antisemitismus- beauftragten der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bestellt, Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart. 1. Juli 2019. Abgerufen am 7. August 2019 Bayern: Antisemitismusbeauftragter bei der Generalstaatsanwaltschaft München: Andreas FranckNull-Toleranz gegen Judenhasser, 26. September 2018. Abgerufen am 14. November 2018.Bayerns Justizminister Eisenreich besucht Staatsanwaltschaft München I und trifft Antisemitismusbeauftragten der Generalstaatsanwaltschaft München - Eisenreich: "Kampf gegen Antisemitismus ist wichtig und dringlich / Judenhass auch im Internet mit Konsequenz begegnen" 8. Februar 2019 Antisemitismusbeauftragter bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg: Thomas Goger, Bayerischer Rundfunk, 8. Oktober 2018. Abgerufen am 16. Dezember 2018. Berlin: