Gründberg ist ein Ort im Steyrtal im Traunviertel von Oberösterreich, wie auch Gemeindeteil und Katastralgemeinde der Gemeinde Sierning im Bezirk Steyr-Land, und – auch als Gründbergsiedlung – Stadtteil der Statutarstadt Steyr.
Geographie Der Ort befindet sich zwischen der Stadt Steyr und dem Ort Sierning. Die Ortslagen erstrecken sich über etwa 7 Kilometer linksufrig nördlich des Steyrflusses, an der Südkante der Traun-Enns-Platte. Die Ortslage umfasst Ober- und Untergründberg in Sierning, dazu kommt die Gründbergsiedlung flussabwärts, die schon zu Steyr gehört.
Gründberg im eigentlichen Sinne als Sierninger Gemeindeteil (Ortschaft im Sinne der gemeindeeigenen Gliederung)Information von Sierning. sierning.at > Gemeinde & Politik > Wissenswertes, abgerufen am 10. Juli 2018. umfasst die beiden Orte Obergründberg auf der Hochfläche oberhalb von Sierning, und Untergründberg direkt im Talboden am Fluss, östlich von Sierninghofen. Dabei ist Untergründberg mit über 300 Häusern und über 900 Einwohnern größer, Obergündberg umfasst an die 200 Adressen.
mini|Blick von der Voralpen Straße B 122 auf den westlichen Rand der Steyrer Gründbergsiedlung Die Steyrer Gründbergsiedlung liegt in der Katastralgemeinde Föhrenschacherl. Sie bildet dort mit der Rotte Damm, sowie einigen Streulagen und Gewerbegebiet einen eigenständigen Stadtteil (Gründberg beziehungsweise Gründbergsiedlung).Stadtteil Gründberg in der Österreichischen Karte und im Ortsverzeichnis; ehemaliger VIII. Bezirk Gründberg heute als Statistischer Bezirk Gründbergsiedlung; die Statistik Austria gibt seit den 2000ern für die Zählbezirke von Steyr keine Namen mehr; siehe Statistische Bezirke. Statistische Zonen. Statistische Zählsprengel. Magistrat Steyr, Planungdatum 2008 (alle pdf, abgerufen am 8. Juli 2018). Dieser erstreckt sich zwischen Steyrufer und Wolfernstraße (L564), und hat gut 250 Adressen mit über 900 Einwohnern.
Zur Sierninger Katastralgemeinde Gründberg mit 775,5 Hektar gehört auch der Gemeindeteil Pachschallern mit Loibersdorf und die Ortslage Enzengarn, nicht aber Untergründberg, das in der Katastralgemeinde Sierninghofen liegt.
Geschichte Obergründberg und Pachschallern sind zwei Althöfe des frühen 9. Jahrhunderts.Hans Krawarik: Frühmittelalterliche Erschliessung im unteren Traungau. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 147/1, Linz 2002, S. 88, ganzer Artikel S. 75–125 (, dort S. 14).;dslb.: Siedlungsgeschichte Österreichs: Siedlungsanfänge, Siedlungstypen, Siedlungsgenese. Reihe LIT Geographie, Band 19, Verlag Lit, Wien/Berlin 2006, ISBN 3-8258-9040-6, S. 136. Der Ortsname erscheint circa 1325 als dasz grindveria im Sinne eines Flurnamens und lautete neben Grin[d]berg bis in das 18. Jahrhundert amtlich Grünberg (der Name bezogen auf das heutige Dorf Obergründberg).Die Josephinische Landesaufnahme (um 1780) gibt Grünberg, Franziszäischer Kataster (um 1830) und Franzisco-Josephinische Landesaufnahme (um 1880) geben Gründberg (alle Landesaufnahmen DORIS: Erste Landesaufnahmen oder online auf Arcanum/Österreichisches Staatsarchiv: mapire.eu). Die Gegend der Hochterrasse über dem Steyrfluss ist bis heute landwirtschaftlich geprägt.
Die Flur von Untergründberg war noch bis in das frühe 20. Jahrhundert nur spärlich besiedelt und wurde auch In der Au genannt. 1891 wurde hier die Flügelstrecke Pergern–Bad Hall der Steyrtalbahn erbaut, einer Schmalspurstrecke, die die Rudolfsbahn im Ennstal und die Kremstalbahn verband. Die Haltestelle war in Sierninghofen.
Auch das Terrassen-Gebiet zur Stadt hin war lange reine landwirtschaftliche Streubesiedlung. Die Gründbergsiedlung entstand 1933–1935, mit der Entwicklung der Steyrer Eisenindustrie. Nach dem Anschluss kam dieses ArealWilhelm Rausch, Hermann Rafetseder: Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 2 von Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Ludwig Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung: Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs. 1989, ISBN 3-900387-22-2, S. 261 (). per 15. Oktober 1938 zur Stadt Steyr, VOBl. Nr. 61/1938 14. Stück, S. 44 f (in Kraft getreten 15. Oktober d. J. lt. § 7 und § 2 VOBl. Nr. 63/1938; EReader, ALEX Online). und wurde dort hauptsächlich der VIII. Stadtbezirk Gründberg und die Katastralgemeinde Gründberg (ab den 1950ern Föhrenschacherl genannt).Siehe Gebietsentwicklung der Stadt Steyr. Magistrat Steyr, Planungdatum 2008 (pdf, abgerufen am 8. Juli 2018).
Nach Kriegsende verblieb dieser Teil bei Steyr,§ 1 Abs. 2 LGBl. Nr. 41/1948 20. Stück (pdf, ris.bka; rückwirkend mit 1. Jänner 1946 in Kraft). Sierning erhielt als Ausgleich dafür Brunnern von Thanstetten (Schiedlberg).
In der Nachkriegszeit wurden dann Untergründberg und die Gründbergsiedlung zu den Hauptsiedlungsräumen der alten Ortslage.
Seit dem neuen Stadtstatut 1992 wird Gründberg in der Stadt Steyr nicht mehr als VIII. Bezirk geführt, LGBl. Nr. 9/1992 6. Stück (i.d.g.F. online, ris.bka). firmiert aber weiterhin als statistischer Bezirk Gründbergsiedlung (14, statistische Zone gleichen Namens Nr. 13). Seit 2010 wird der Sierninger Teil von der Statistik Austria nicht mehr als eigenständige Ortschaft geführt,Ortsverzeichnis 2001; Änderung per Ortsliste Statistik Austria, 4. November 2010. aber noch von der Gemeinde.
Persönlichkeiten Johann Schmirl (1882–1923), Arbeiter, Gewerkschaftsfunktionär und sozialistischer Politiker
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindeteil von Steyr Kategorie:Ort im Bezirk Steyr-Land Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Steyr-Land Kategorie:Traun-Enns-Riedelland Kategorie:Unteres Enns- und Steyrtal Kategorie:Ort an der Steyr Kategorie:Ersterwähnung 1325