Jacqueline Otchere (* 5. Mai 1996 in Heidelberg) ist eine deutsche Leichtathletin, die sich auf den Stabhochsprung spezialisiert hat.

Berufsweg Otchere ist Studentin der Biowissenschaften an der Universität Heidelberg.Ergebnisse. (PDF; 223 kB) In: seltec-sports.de. Abgerufen am 2. August 2018.

Im Jahr 2023 schloss sie ihr Bachelor-Studium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg erfolgreich ab.

Sportliche Karriere Im Alter von acht Jahren hatte Otchere mit der Leichtathletik gemeinsam mit ihren Brüdern Julian und Colin beim ASV Eppelheim bei Heidelberg begonnen. Später wechselten die Geschwister zur MTG Mannheim, wo Jacqueline im Sprint und Sprung als Schülerin in den Altersklassen W14 und W15 jeweils obere Platzierungen der Deutschen Blockmeisterschaften erreichten.Jan-Henner Reitze: In: leichtathletik.de. 24. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018. In der Folge stagnierten ihre Leistungen.

Als sie 2015 Probleme am Schienbein hatte und nicht mit der Sprintgruppe der MTG Mannheim ins Trainingslager fahren konnte, sich aber sportlich fit halten wollte, nahm ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Julian sie mit zum Stabhochsprungtraining.Thorsten Eisenhofer: In: leichtathletik.de. 19. Juli 2018, abgerufen am 2. August 2018.

Bis Ende 2016 steigerte sie sich, schaffte jedoch nie die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Ende des Jahres lag Otchere in der DLV-Bestenliste nicht unter den Top 40.

2017 kam Otchere bei den Deutschen Hallenhochschulmeisterschaften in Frankfurt-Kalbach auf den 8. Platz. Im Freien verbesserte sie sich im Laufe des Jahres um 70 Zentimeter auf 4,30 m. Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften U23 in Leverkusen belegte sie den 5. Rang und bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt den 6. Platz. In der deutschen Rangliste verbesserte sie sich auf Platz zwölf.

2018 belegte Otchere bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund den 5. Platz. In Heilbronn wurde sie Deutsche U23-Meisterin mit persönlicher Bestleistung von 4,45 m und war mit dieser Höhe auch die Norm für die Europameisterschaften in Berlin gesprungen. Beim Athletics World Cup in London steigerte sie sich auf 4,60 m. In Nürnberg wurde Otchere Deutsche Meisterin und sicherte sich die Nominierung für die Heimeuropameisterschaften, wo sie in der Qualifikation ausschied. Am Jahresende war sie mit 4,60 m die beste deutsche Stabhochspringerin. Ebenso deutlich war ihr Aufstieg in der Weltbestenliste (2016: Rang 778; 2017: Rang 108; 2018: Rang 23).

2019 bestritt Otchere keine Hallensaison, da ein Start bei den Halleneuropameisterschaften in Glasgow nicht im Fokus stand, stattdessen aber langfristige Pläne mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio. In der Freiluftsaison holte sie Bronze bei den Deutschen Meisterschaften. Den Sommer war sie jedoch durch kleinere Verletzungen und ihr Studium gebremst.Georg Falter: In: leichtathletik.de. 28. November 2019, abgerufen am 19. Februar 2020.

2020 bestritt Otchere keine Wettkämpfe. In ihrer Comeback-Saison 2021 verpasste sie eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio nur knapp. In zwei Wettkämpfen kam sie mit übersprungenen 4,55 m ihrer persönlichen Bestleistung nahe und beendete die Saison als deutsche Jahresbeste.

2022 wurde sie in Leipzig zum ersten Mal deutsche Hallenmeisterin. Im Sommer gewann sie in Berlin die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften. Bei den Weltmeisterschaften in Eugene gewann sie die Qualifikation ohne Fehlversuch und qualifizierte sich mit 4,50 m für das Finale. Dort schaffte sie es bei ihren ersten Weltmeisterschaften auf den 10. Platz. Bei den Heimeuropameisterschaften in München überstand die Qualifikation nicht.

2023 bestritt Jacqueline studienbedingt am Ende der Freiluft-Saison nur zwei Wettkämpfe aus verkürztem Anlauf von nur zehn Anlaufschritten. Sie beendete die Saison mit einer Höhe von 4,50 m zum dritten Mal ihrer Karriere auf Platz eins der deutschen Jahresbestenliste des DLV. Diese Höhe war gleichbedeutend mit der internationalen Norm für die Europameisterschaften in Rom (Italien) 2024. Ihr Platz am Ende der Saison in der Weltbestenliste war Rang 40.

Otchere war zu Beginn der Leistungssportreform 2017/18 Nachwuchskader (NK1 U23) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und ist nun im Perspektivkader.

Vereinszugehörigkeiten und Trainer Jacqueline Otchere startet für die MTG Mannheim, zuvor war sie als Schülerin mit ihren Brüdern beim ASV Eppelheim. Ihre erste Trainerin war Michaela Günther. (PDF; 21,3 MB), Team-Broschüre des DLV, S. 50.

Familie Otchere ist die Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen. In: vegan-fuer-mich.de. 1. August 2018, abgerufen am 7. August 2018. Ihre beiden Brüder waren ebenfalls Leichtathleten, Colin sprintete und Julian († 2020) war Stabhochspringer.

Bestleistungen Leistungsentwicklung Jahr Halle Freiluft 2014 – 3,21 m 2015 – 3,61 m 2016 – 3,60 m 2017 3,50 m 4,30 m 2018 4,30 m 4,60 m 2019 – 4,46 m 2020 20214,55 m20224,30 m4,50 m20234,50 m20244,50202520264,60 m

Bestleistungen

(Stand: 19. Februar 2020) Halle: 4,60 m (Sparkassen Indoor Meeting, Dortmund, 8. Februar 2026) Freiluft: 4,60 m (Athletics World Cup, London, 14. Juli 2018)

Erfolge mini|Jacqueline Otchere (2022) National 2017: 8. Platz Deutsche Hallenhochschulmeisterschaft 2017: 5. Platz Deutsche Juniorenmeisterschaften U23 2017: 6. Platz Deutsche Meisterschaften 2018: 5. Platz Deutsche Hallenmeisterschaften 2018: Deutsche U23-Meisterin 2018: Deutsche Meisterin 2019: 3. Platz Deutsche Meisterschaften 2021: Deutsche Meisterin 2022: 3. Platz Deutsche Meisterschaften 2022: Deutsche Hallenmeisterin 2026: Deutsche Hallenmeisterin

International 2018: 4. Platz Athletics World Cup 2018: 17. Platz Europameisterschaften 2022: 10. Platz Weltmeisterschaften

Weblinks

Athletenportrait auf leichtathletik.de

Einzelnachweise

Kategorie:Stabhochspringer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Meister (Leichtathletik) Kategorie:Leichtathlet (MTG Mannheim) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1996 Kategorie:Frau