Leibnitz ist eine Stadt im österreichischen Bundesland Steiermark mit Einwohnern (Stand ), was sie zur fünftgrößten Stadt des Bundeslandes macht, und Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirkes. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie seit 2015 mit den ehemaligen Gemeinden Kaindorf an der Sulm und Seggauberg zusammengeschlossen,Steiermärkische Gemeindestrukturreform. und führt den Namen Leibnitz weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 5 Z 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. . S. 3.
Geographie Leibnitz liegt in der Südsteiermark, etwa 33 km südlich von Graz zwischen den Flüssen Mur und Sulm im Leibnitzer Feld. Höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist der hohe Kreuzkogel über dem Sulmtal.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeindefläche gliedert sich in neun Katastralgemeinden (Fläche Stand ):
Nachbargemeinden
Klima
Geschichte Das Gebiet um Leibnitz befand sich ab 860 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg. Das früheste Schriftzeugnis ist von 970 und lautet „civitas Lipnizza“. Der Name geht auf altslawisch Lipъnica (Lindensiedlung) zurück.
1532 zerstörten die Türken den Markt (→ Erster Österreichischer Türkenkrieg). Bis 1595 bestand das Salzburger Vizedomamt Leibnitz, das in diesem Jahr dem steirischen Bischof und Gegenreformator Martin Brenner verkauft wurde.Friederike Zaisberger: Geschichte Salzburgs, 1998, ISBN 978-3-486-56351-1, S. 127 (). Das Schloss Seggau war bis ins 20. Jahrhundert Sommerresidenz der Bischöfe von Graz-Seckau.
Leibnitz gehörte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Marburger Kreis. Mit dem Bau der österreichischen Südbahn von Wien nach Triest erhielt Leibnitz 1846 einen überregionalen Verkehrsanschluss. Nach dem Revolutionsjahr 1848 begann der wirtschaftliche Aufstieg durch die Erhebung zum Bezirksvorort des Bezirkes Leibnitz.
Kaiser Franz Joseph I. erhob am 27. April 1913 Leibnitz zur Stadt. Zum 1. Jänner 2015 wurden im Rahmen der Gemeindestrukturreform die Stadt Leibnitz, die Marktgemeinde Kaindorf an der Sulm und die Gemeinde Seggauberg inklusive aller Katastralgemeinden zur „neuen“ Stadt Leibnitz fusioniert.
Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten sogar schon 13441 Menschen in Leibnitz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Seggau auf dem Seggauberg mini|Wallfahrtskirche Frauenberg
Katholische Stadtpfarrkirche Leibnitz hl. Jakobus der Ältere Kloster Leibnitz Kunstprojekt Crash am Leibnitzer Hauptplatz: 2013 wurde im Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Stadt Leibnitz ein temporäres Kunstobjekt installiert. Der Künstler Werner Reiterer ließ einen Pkw scheinbar in die Mariensäule krachen. Die Aktion kostete 30.000 Euro und wurde vorzeitig beendet, nachdem das Auto am 17. November einem Brandanschlag zum Opfer fiel. Schloss Seggau mit eingemauerten „Römersteinen“, auch als Tagungszentrum genutzt Der 381 m hohe Frauenberg mit Frauenbergkirche und dem Tempelmuseum ist von archäologischer Bedeutung, da aufgrund von Funden eine Besiedelung bereits seit der Jungsteinzeit nachgewiesen werden konnte. Der Tempelbezirk wird als eines der prominentesten Zeugnisse der römischen Kultur in Österreich geschildert und ist wissenschaftlich untersucht.Bernhard Schrettle, Jörg Fürnholzer, Stephan Karl, Stella Tsironi: Der römische Tempelbezirk auf dem Frauenberg bei Leibnitz. In der Reihe: Fundberichte aus Österreich. . Materialheft A 21. Herausgeber: Bundesdenkmalamt. Schriftleitung: Nikolaus Hofer. Verlag Berger, Wien 2014. ISBN 978-3-85028-673-2. Naturparkzentrum Grottenhof (Regioneum), Kaindorf an der Sulm Freizeitpark Sulmsee Weinbauschule SilberbergWeinbauschule Silberberg silberberg.at mit Weinlehrpfad Am Kreuzkogel befindet sich neben dem 1849 errichteten Aussichtsturm auf dem Gipfel die Silberbergwarte, ein wenige Meter hoher 1871 massiv gemauerter Aussichtspunkt, der nördlich der Weinbauschule am Weinlehrpfad liegt.Aussichtswarten und Aussichtstürme auf G'sund.net Städtisches Bad Leibnitz
In der Umgebung und den Nachbargemeinden Die römische Stadt und das Römermuseum Flavia Solva in der Marktgemeinde Wagna Schloss Retzhof bietet Kongresse, Workshops und Kulturveranstaltungen in der Marktgemeinde Wagna Römerhöhle und Wächterhaus bei der Höhle in Aflenz, Wagna 17 Genussplätze der Region „Die besten Lagen.Südsteiermark“, Leibnitz – Wagna Sausaler Weinstraße Klapotetz-Weinstraße Südsteirische Weinstraße Kitzeck im Sausal, höchstgelegener Weinbauort Europas
Wirtschaft und Infrastruktur Leibnitz gilt vor allem als Wein-, Kultur-, Schul- und Einkaufsstadt. In Hauptplatznähe befinden sich Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe. Das Leibnitzer Feld wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Traditionell überwiegen hier der Anbau von Kukuruz (Mais, ugs. auch (der) „Woaz“) und Speisekürbis, aus dem das steirische Kürbiskernöl hergestellt wird. Mit Schließung der Hermann-Kaserne im Jahre 2007 im Rahmen der Bundesheerreform ging für Leibnitz die 46-jährige militärische Tradition als Garnisonsstadt zu Ende.
Die Hügel im Umland werden als Weinanbaugebiete genutzt. Auf ihnen befinden sich Buschenschankbetriebe, die meisten in den nahegelegenen Gemeinden Kitzeck und Gamlitz.
Öffentliche Verkehrsmittel und Erreichbarkeit mini|Bahnhof Leibnitz mit dem Busbahnhof im Vordergrund (vor dem Umbau) mini|Bahnhof Leibnitz nach dem Umbau
Leibnitz ist an das steirische Schnellbahnnetz mit stündlichen Verbindungen nach Graz Hauptbahnhof und Spielfeld-Straß angeschlossen, in Spitzenzeiten mit dichterem Intervall. Zwei Eurocity-Zugpaare verkehren nach Wien und Ljubljana bzw. Zagreb über Maribor. Der Bahnhof Leibnitz wurde bis 2012 zu einer modernen Verkehrsstation umgebaut. Die Pyhrn Autobahn A 9 führt direkt an Leibnitz vorbei und hat hier die Autobahnstationen Gralla.
Freizeitgestaltung Zur Wintersaison gibt es einen Eislaufplatz, im Sommer ist das städtische Freibad (am/um 5. August 2023 von Hochwasser überschwemmtRobert Lenjard: Freibad droht vorzeitiger Saisonschluss. In: Kleine Zeitung. Print, 19. August 2023, S. 15.) mit Campingplatz und Sportanlage, Tennisplätzen und Minigolfanlage geöffnet. Leibnitz besitzt außerdem eine Stadtbücherei und ein Kino. Ein Dienstleistungs- und Einkaufszentrum wurde ab 2007 an der Wasserwerkstraße verwirklicht. Im „Kulturzentrum Leibnitz“ finden regelmäßig Konzerte, Gospels und Filmvorführungen statt. Das „Marenzihaus“ hat sich als Einrichtung für Kabaretts, Jazz und Lesungen etabliert. Die größten Veranstaltungen sind das Herbstfest mit Umzug am Sonntag, die Leibnitzer Weinwoche mit dem Hobbykünstlermarkt und der Tag des steirischen Sektes.
Der Hauptplatz wurde im Rahmen der Landesausstellung 2004 mit dem Thema „Die Römer in der Steiermark“ umgestaltet.
Die Südsteiermark im Umkreis von Leibnitz wird von Radwegen durchzogen, wobei Leibnitz von Graz aus über eine wahlweise Abzweigung an den Murradweg (R2) angeschlossen ist. Der Sulmtalradweg (R1), der teilweise auf der Trasse der historischen Sulmtalbahn verläuft, führt Radfahrende nach Westen, beispielsweise nach Gleinstätten. Der Römerradweg (R6) beginnt und endet am Murradweg vor bzw. nach Leibnitz und führt in einem größeren Bogen westlich um die Stadt herum.
Schulen und Bildung Seit den 1960er Jahren hat sich die Stadt Leibnitz zu einem Schulzentrum entwickelt. Zwei Kindergärten betreuen die Kleinsten. Zwei Volksschulen, zwei Neue Mittelschulen, eine auslaufende Realschule und eine Polytechnische Schule bilden das Spektrum der Pflichtschulen. An weiterführenden Schulen gibt es die Handelsschule und die Handelsakademie Leibnitz sowie das BG und BRG Leibnitz. Für die musikalische Ausbildung ist die Franz-Koringer-Musikschule zuständig. Die Höhere Technische Lehranstalt in Kaindorf deckt außerdem den berufsbildenden Schulbereich ab.
Tourismusverband Tourismusverband Südsteiermark mit den Gemeinden Leibnitz, Gleinstätten, Grossklein, Heimschuh, Kitzeck i.S., St.Andrä i.S., St. Johann i.S., St. Nikolai/Dr., St. Nikolai/S., St. Veit i. d. S. und Wagna. Sitz ist in Leibnitz.Grazer Zeitung. Amtsblatt für die Steiermark. 27/2019 vom , 5. Juli 2019.
Politik Bürgermeister Der Angestellte Helmut Leitenberger (SPÖ) wurde in der konstituierenden Sitzung mit den Stimmen aller 31 Gemeinderäte am 20. April 2015 zum Bürgermeister der vergrößerten Stadtgemeinde Leibnitz gewählt.Unser Leibnitz, Ausgabe Mai/Juni 2015: (PDF-Dokument, 4,05 MB; abgerufen am 11. Juni 2015) Leitenberger, der 2005 erstmals sein Amt antrat, war bereits bis 31. Dezember 2014 Bürgermeister der früher kleineren Stadt. Aufgrund der Gemeindestrukturreform verlor er ab 1. Jänner 2015 diesen Status, führte jedoch die Geschäfte der Gemeinde als Regierungskommissär weiter und wurde durch die Wahl im April 2015 in seinem Amt bestätigt.
Wegen zehn unklaren Stimmen musste die Gemeinderatswahl 2020 in Leibnitz wiederholt werden.
Bei der Wahl 2020 wurde Leitenberger abermals in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt. Der Stadtrat setzt sich seitdem aus der 1. Vizebürgermeisterin Helga Sams (SPÖ), dem 2. Vizebürgermeister Gerhard Pürstner (ÖVP), dem Finanzreferent Alfred Pauli (SPÖ) sowie den Stadträten Michael Leitgeb (SPÖ), Bernd Hofer (SPÖ) und Walter Lesky (Grüne) zusammen.
Liste der Bürgermeister von Leibnitz Seit der Stadterhebung gab es in Leibnitz 15 Bürgermeister und drei Regierungskommissäre. Vor der Stadterhebung hatten dieses Amt zehn Personen inne, wobei Ignatz Forster dreimal mit Unterbrechungen und Leo Klein zweimal mit Unterbrechung der Gemeinde vorstanden.
+ Bürgermeister seit der Stadterhebung Amtszeit Name Beruf 1901–1913 Franz Holzer Distriktsarzt 1913 – 15. Feb. 1917 Emmerich Assmann Fabrikant 28. Feb. 1917 – 7. Jän. 1932 Theodor Jäger Rechtsanwalt 24. April 1932 – 25. Juli 1933 Alfred Obsieger Bundesbahnbeamter 1933 – Juni 1934 Arnold Mader Oberregierungsrat Juli 1934 – März 1938 Ignaz Forstner Hotelier 1938–1945 Alfred Obsieger Bundesbahnbeamter i. R., hauptamtlicher Bürgermeister 11. Juni 1945 – April 1946 Walter Zach Stadtamtsvorstand April 1946 – 23. April 1950 Josef Vollmann Stadtmaurermeister 13. Mai 1950 – 21. April 1965 Anton Fettinger Oberamtsrat im Ruhestand April 1965 – 31. Dez. 1977 Franz Augustin Gerichtsvorsteher 1. Jän. 1978 – 31. Aug. 1983 Hans Stoisser Möbelfabrikant und Landtagsabgeordneter 31. Aug. 1983–1991 Wolfried Filek-Wittinghausen Landesbeamter 1991–1995 Franz Vollmann Stadtbaumeister 2. Mai 1995–2005 Hans Kindermann Unternehmer 2005 – 31. Dez. 2014 Helmut Leitenberger (SPÖ) Angestellter 1. Jän. – 19. April 2015 Helmut Leitenberger 20. April 2015 – 6. Juli 2022 Helmut Leitenberger 7. Juli 2022 – 23. März 2025 Michael Schumacher (SPÖ) Landesbediensteter 24. April 2025 – Daniel Kos (FPÖ) + Bürgermeister vor der Stadterhebung Amtszeit Name Beruf 1801–1822 Valentin Kaspar 1822–1829 Joseph Stigler 1829–1832 Max Krätzig 1832–1836 Ignatz Forstner Färbermeister 1836–1840 Joseph Stigler 1840–1861 Ignatz Forstner Färbermeister 1861–1873 Leo Klein Rechtsanwalt 1873–1874 Ignatz Forstner Färbermeister 1874–1875 Alfons Seredinsky Fabrikant 1875–1879 Franz Gruber Lederermeister 1879–1882 Leopold Stramitzer Rechtsanwalt 1882–1886 Leo Klein Rechtsanwalt 1886–1889 Otmar Rußheim Apotheker 1889–1895 Ludwig Herrmann Spenglermeister (Eichmeister) 1895–1901 Leopold Stramitzer Rechtsanwalt
Gemeinderat
Der Gemeinderat umfasst 31 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl 2015 war die Zusammensetzung wie folgend: 16 Mandate SPÖ 8 Mandate ÖVP 4 Mandate FPÖ 2 Mandate Die Grünen 1 Mandat Bürgerforum Leibnitz
Seit der Gemeinderatswahl 2020 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen: 18 Mandate SPÖ 6 Mandate ÖVP 3 Mandate Die Grünen 2 Mandate FPÖ 2 Mandate Bürgerforum Leibnitz