mini|Arsenios Kardamakis, griechisch-orthodoxer Metropolit von Austria (Bild Mitte) mit Philipp Harnoncourt, römisch-katholischer Priester und Mitglied des Vorstands von Pro Oriente (im Bild rechts) und dem griechisch-orthodoxen Theologen Grigorios Larentzakis (im Bild links), 2012

Pro Oriente ist eine kirchliche Stiftung mit Rechtspersönlichkeit für den staatlichen Bereich mit Sitz in Wien. Stiftungszweck sind die Konfliktlösung und die Förderung des Dialoges zwischen Kirchen östlicher und westlicher Tradition.

Tätigkeit Die Stiftung arbeitet auf der Ebene des inoffiziellen Dialoges zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Ostkirchen. Sie versucht, geschützte Räume des Austausches zu bieten und dadurch gegenseitiges Verstehen zu ermöglichen. Ihre Tätigkeit besteht aus Austauschprogrammen, Forschungsprojekten, Tagungen, Symposien und öffentlichen Vorträgen sowie der Herausgabe wissenschaftlicher Publikationen. Die Stiftung finanziert sich von Spenden und privaten wie öffentlichen Subventionen.

Präsident der Stiftung ist seit 2025 Botschafter Clemens Koja.

Geschichte Die Stiftung wurde 1964 von Franz Kardinal König ins Leben gerufen. Anstoß zur Gründung war das Zweite Vatikanische Konzil, das mit seinem Ökumenismus-Dekret „Unitatis redintegratio“ zur Intensivierung des Dialogs zwischen den Kirchen und Konfessionen aufrief.

Zu den wichtigsten Resultaten des Wirkens der Stiftung zählt die „Wiener Christologische Formel“. Sie war 1971 in Wien auf der Grundlage eines Vorschlags des damaligen Allgemeinen Bischofs der Koptischen Kirche, Schenuda (der kurz darauf zum Papst Schenuda III. gewählt wurde), beschlossen worden.„Kardinal König-Preis“ im Zeichen der Solidarität mit den Kopten, abgerufen am 3. November 2014. Die Formel lautet:

Als gemeinsame Neuinterpretation der Christologie des Konzils von Chalzedon war diese Formel im September 1971 bei der ersten der von Pro Oriente veranstalteten „Lainzer Konsultationen“ zwischen römisch-katholischen und altorientalischen Theologen gefunden worden.40 Jahre Papst Schenuda III., abgerufen am 3. November 2014. Nach dem Tagungsort im Wiener Stadtteil Lainz wird sie gelegentlich auch als „Lainzer Formel“ bezeichnet.Pro Oriente: , abgerufen am 3. November 2014.

Am 23. Oktober 2025 wurde Kardinal Christoph Schönborn zum Protektor von „Pro Oriente“ ernannt.https://www.pro-oriente.at/news/kardinal-schoenborn-zum-protektor-von-pro-oriente-proklamiert

Weblinks Offizielle Website

Fußnoten

Kategorie:Orthodoxes Christentum Kategorie:Stiftung in Wien Kategorie:Ökumenische Organisation Kategorie:Stiftungsgründung 1964 Kategorie:Römisch-katholische Organisation (Österreich) Kategorie:Christliche Organisation (Wien)