Kleinseebach (fränkisch: SeewaD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 271. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „sēwa“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Möhrendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Kleinseebach hat eine Fläche von 5,165 km². Sie ist in 1247 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4142,14 m² haben.
Lage Das Dorf bildet mit dem südlich gelegenen Möhrendorf eine geschlossene Siedlung. Es wird unmittelbar östlich vom Main-Donau-Kanal tangiert. Die Kreisstraße ERH 32 verläuft zur Kreisstraße ERH 5 (1 km nördlich) bzw. nach Möhrendorf (1,3 km südlich). Im Westen liegt das Waldgebiet Baiersdorfer Mark.
Geschichte mini|hochkant=1.22| Der Ort wurde 1007 als „Seuuaha“ in der Stiftungsurkunde des Bistums Bamberg erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab.D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 268ff. Der Ort gehörte ursprünglich zum Königsgut Forchheim und wurde durch Kaiser Heinrich II. dem Bistum geschenkt. 1040 fiel es an das Reich wieder heim, 1072 wurde es dem Bistum endgültig zurückgegeben. Das Bamberger Lehen umfasste 1778 insgesamt 17 Anwesen. Brandenburg-Bayreuth unterstanden zu dieser Zeit 18 Anwesen. Außerdem gab es 2 nürnbergische Anwesen, das eine war in den Händen der Pömer, das andere in denen der Pfinzing.
Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches unterstand Kleinseebach dem Markgraftum Brandenburg-Bayreuth. Es gehörte dabei zum Oberamt Baiersdorf, das die Dorf- und Gemeindeherrschaft über den Ort ausübte.
Von 1797 bis 1810 gehörte Kleinseebach zum Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kleinseebach 1811 dem Steuerdistrikt Möhrendorf zugeordnet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Kleinseebach, zu der die Kleinseebacher Mühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). In der Freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 5 Anwesen dem Patrimonialgericht Oberndorf.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 148. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde dem Landgericht Erlangen überwiesen.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 140. Ab 1862 gehörte Kleinseebach zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,119 km².
Am 1. Juli 1971 wurde Kleinseebach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Möhrendorf eingegliedert.
Baudenkmäler mini|Gasthaus mini|Bauernhaus In Kleinseebach gibt es 14 Baudenkmäler: Am Anger 7: Wohnhaus Baiersdorfer Straße 1: Bauernhaus Baiersdorfer Straße 2: Kleinbauernhaus Baiersdorfer Straße 5: Wohnstallhaus mit Fachwerkstadel Dorfstraße 1: Gasthaus Dorfstraße 4: Wohnhaus mit Einfriedung Dorfstraße 5: Wohngebäude und Scheune eines Bauernhofes Dorfstraße 6: Gasthaus Kleinseebacher Straße 57: Bauernhaus mit Scheune Kleinseebacher Straße 60: Wohnhaus Kleinseebacher Straße 61: Wohnstallhaus mit Einfriedung Röttenbacher Straße 2: Kleinbauernhaus Mühlentheaterstraße 2: Kleinseebacher Mühle Kelleranlagen
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 Einwohner 329 467 516 493 513 499 484 470 450 425 359 379 401 440 410 374 391 380 364 516 542 480 448 626 1134HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 53 61 71 73 76 77 79 83 89 318 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 470 Einwohner.
Religion Kleinseebach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Oswald und Martin (Möhrendorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Herz Jesu (Erlangen) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Möhrendorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1007 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort am Seebach (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt