Thierberg (fränkisch: DäbärchW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld. S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dəbęrχ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Thierberg hat eine Fläche von 2,152 km². Sie ist in 192 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11206,49 m² haben.

Geografische Lage Das Dorf liegt auf einer Anhöhe des Steigerwaldes. Die Staatsstraße 2259 führt nach Lachheim (2,6 km östlich) bzw. zur Staatsstraße 2261 (0,8 km nordwestlich). Die Kreisstraße NEA 30 führt nach Ruthmannsweiler (2,9 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg von 1362 als „Tierberg“ erstmals erwähnt. Er bestand damals aus fünfzehneinhalb Lehen. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ‚tier‘ bezeichnete ursprünglich Reh- oder Damwild.W. D. Ortmann: Scheinfeld. S. 201 f.

Im Jahre 1806 kam Thierberg zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Thierberg gebildet. Zu diesem gehörten Birkach und Frankfurt. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Thierberg. mit den Orten Fischhaus, Klosterdorf und Schwarzenberg. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Schwarzenberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Vor 1837 entstand die Ruralgemeinde Schwarzenberg mit Fischhaus und Klosterdorf (links), während Lerchenhöchstadt eingemeindet wurde. 1852 kam Thierberg an das Landgericht Scheinfeld. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Scheinfeld, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Vor 1877 wurde Klosterdorf nach Scheinfeld und Lerchenhöchstadt nach Obersteinbach umgemeindet. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,131 km². Am 1. Januar 1972 wurde Thierberg im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheinfeld eingemeindet.

Baudenkmäler In Thierberg gibt es vier Baudenkmäler: Zwei Bildstöcke Brunnen Haus Nr. 32: Wohnstallhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Thierberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 335 273 318 301 332 311 161 181 182 188 169 163 145 156 155 159 145 142 136 191 182 166 152 147HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 75 45 34 31 32 32 29 29 29 Quelle Für die Gemeinde Thierberg zuzüglich Fischhaus (S. 26), Klosterdorf (S. 49) und Schwarzenberg (S. 84). Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 285 Einwohner für die Gemeinde angegeben.

Ort Thierberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 140 147 196 161 188 145 145 182 152 147 129Häuser 36 29 34 31 32 29 29 29 35Quelle

Religion Thierberg ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Mariä Himmelfahrt (Scheinfeld) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Scheinfeld) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1362 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim