Diese Liste nennt die Bürgermeister von Korbach.

Seit der Stadtgründung Mit der Verleihung des Soester Stadtrechtes an Korbach durch den Paderborner Bischof Bernhard von Ibbenbüren im Jahr 1188 begann eine Selbstverwaltung der Stadt. Die lokalen Adelsfamilien bildeten den Rat und stellten die Bürgermeister. Aus der Anfangszeit der Stadt sind die Namen der Bürgermeister nur unvollständig überliefert. Für die Altstadt waren dies:

1255–1265: Waltherus Comes (Graf) 1267: Gyso 1279–1281: Hermannus Bullo (Bullen, Bullenbir?) 1281–1283: Conradus de Rekerinchhusen 1289: Herbordus de Epehe (von Eppe) 1306: Hermannus Dreyssler 1312: Conradus de Svenenesbule (von Schweinsbühl) 1332: Johannes de Vlechtorp 1336: Henricus de Berndorp 1345 (Jan.): Johannes Colonus 1345 (Febr.): Johannes Prover 1370: Johannes Prover 1373: Heinrich Meiger

Im 13. Jahrhundert entstand die Neustadt von Korbach. Seit 1265 sind Namen von Ratsherren oder Bürgermeistern der Neustadt überliefert.

1265–1267: Henricius 1305: Bertholdus de Langele 1332: Thidericus de Ryen (von Rhene) 1345: Bertoldus de Langele 1370: Conradus de Othmarinchusen 1377: Ditmar Santberg

Seit der Vereinigung von Alt- und Neustadt Im Jahr 1377 wurden die Altstadt und die Neustadt miteinander vereinigt. Die Vereinbarung vom 6. Oktober 1377 enthielt die Regeln, wie Rat und Bürgermeister künftig bestimmt werden sollten. Jährlich am St.-Matthias-Tag (23. Februar) sollten ein zwölfköpfiger Rat und der Bürgermeister gewählt werden. Hierzu bestimmten die sechs Gilden je einen Wahlmann. Aus den Bauern der Alt- und der Neustadt wurde je ein Wahlmann bestimmt, der vom alten Rat gewählt wurde. Ebenfalls vom alten Rat gewählt wurden zwei weitere Wahlmänner. Diese zehn Wahlmänner bestimmten den neuen Rat und aus dessen Reihen den Bürgermeister und dessen Stellvertreter (sowie weitere Beamte, darunter den Pfennigmeister (Kämmerer)).

Die folgende Liste ist ab 1511 vollständig.

Jahr Bürgermeister 1394 1406 1413 1414 1415 1417 1426 (Jan.) 1426 (Sept.) 1428 1436 1438 1439 1440 1441 1443 1445 1450 Segener 1452 1454 1456 1457 1460 1461 1462 1463 1464 1465 1467 1468 1469 1470 1471 1472 1473 1474 1475 1476 1478 1479 1480 1482 1483 1485 1486 1486 1487 1488 1489 1489 1490 1492 1493 1495 1496 1497 1498 1499 1502 1505 1506 1507 1508 1511 1512 1513 1514 1515 1516 1517 1518 1519 1520 1521 1522 1523 1524 1525 1526 1527 1528 1529 1530 1531 1532 1533 1534 1535 1536 1537 1538 1539 1540 1541 1542 1543

Ab der Reformation Die Reformation in Korbach hatte keinen Einfluss auf die Wahl von Rat und Bürgermeister. In den folgenden Jahrzehnten wuchsen die Spannungen zwischen der Landesherrschaft der Waldecker Grafen und der Stadt. Die Statuten der Stadt Korbach von 1589, die ohne Mitwirkung der Landesherrschaft zustande gekommen waren, standen im Konflikt mit der waldeckischen Gerichtsordnung von 1855. Nach vielen Gerichtsverfahren zwischen Stadt und Graf kulminierte dieser Konflikt in einer militärischen Auseinandersetzung. Am Ende war die Stadt gezwungen, am 14. Februar 1824 einem Rezess zuzustimmen, der die Selbstverwaltung der Stadt erheblich einschränkte. Ein gräflicher Kommissar wurde künftig ernannt, der an allen Ratssitzungen teilnahm und weitgehende Rechte hatte.

Ab 1800 ging man dazu über, den Bürgermeister für mehrere Jahre zu wählen.

Jahr Bürgermeister 1544 1545 1546 1547 1548 1549 1550 1551 1552 1553 1554 1555 1556 1557 1558 1559 1560 1561 1562 1563 1564 1565 1566 1567 1568 1569 1570 1571 1572 1573 1574 1575 1576 1577 1578 1579 1580 1581 1582 1583 1584 1585 1586 1587 1588 1589 1590 1591 1592 1593 1594 1595 1596 1597 1598 1599 (†) 1599 1600 1601 1602 1603 1604 1605 1606 1607 1608 1609 1610 1611 1612 1613 1614 1615 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1622 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1629 1630 1631 1632 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1640 1641 1642 1643 1644 1645 1646 1647 1648 1649 1650 1651 1652 1653 1654 1655 1656 1657 1658 1659 1660 1661 1662 1663 1664 1665 1666 1667 1668 1669 1670 1671 1672 1673 1674 1675 1676 1677 1678 1679 1680 1681 1682 1683 1684 1685 1686 1687 1688 1689 1690 1691 1692 1693 1694 1695 1696 1697 1698 1699 1700 1701 1702–1704 1705 1706 1707–1708 1709–1710 1711–1712 1713–1715 1716–1718 1719 1720 1721 1722–1723 1724 1725–1730 1731–1734 1734 1735–1737 1738–1739 1740–1741 1741 (†) 1742–1744 1745–1746 1747–1750 (†) 1751 1752 1753 1754–1757 1758–1759 1760–1761 1762 1763–1764 1765–1768 1769–1771 1772–1780 1781 1782–1786 1787–1790 1791–1795 1796–1799

Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Am 3. Februar 1811 erließ Fürst Friedrich zu Waldeck eine neue Stadtordnung. Danach sollte der Bürgermeister vom Fürsten auf Lebenszeit ernannt werden. Er musste Korbacher Bürger und Volljurist sein. Die Aufgaben des bisherigen Pfennigmeisters sollten von einem Ökonomie-Bürgermeister übernommen werden. Der letzte regierende Bürgermeister Friedrich Ludwig Buhl wurde zum Ökonomie-Bürgermeister Wilhelm Waldeck zum Bürgermeister ernannt. Diese Regelung traf auf heftigen Widerstand der Stadt und wurde 1823 durch eine jährliche Wahl des Bürgermeisters durch die Zünfte abgelöst.

Nach der Märzrevolution wurde am 27. April 1850 eine neue Gemeindeordnung für das Fürstentum Waldeck-Pyrmont beschlossen. Danach wurde ein Gemeinderat in freier gleicher Wahl gewählt, der den Bürgermeister und die Beigeordneten auf jeweils sechs Jahre wählte. Mit der Gemeindeordnung vom 1. August 1855 (Reg.-Bl. 239) wurde das Dreiklassenwahlrecht eingeführt; es blieb aber bei der Wahl des Bürgermeisters durch den Gemeinderat. Nach der Novemberrevolution wurde der Gemeinderat ab 1919 wieder in freier und gleicher Wahl bestimmt. Neu eingeführt wurde das Frauenwahlrecht.

Jahr Bürgermeister 1800–1810 1811–1813 1814–1815 1816–1822 1823–1825 1826–1827 1828–1832 1832–1839 1840–1842 1842–1848 1848–1849 1849–1851 1851–1853 1854–1863 1864–1884 1885–1888 1888–1892 1892–1897 1898–1903 1904–1915 1. April – 1. September 1916 1917–1922 1922–1927 1927–1945 1945–1946 1946–1948 1948–1967 (CDU) 1967–1976 (SPD) 1977–2001 (SPD) 2001 bis heute (parteilos/CDU)

Anmerkungen Die mit † gekennzeichneten Bürgermeister sind im Amt verstorben.

Literatur Wolfgang Medding: Korbach – Die Geschichte einer deutschen Stadt. 1955, S. 410–414.

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