La Boissière-d’Ans (, ) ist ein Ort und ehemalige französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Nontron. Die Bewohner werden Boissièriens und Boissièriennes genannt.
Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von La Boissière-d’Ans als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Cubjac und Saint-Pantaly-d’Ans zur Commune nouvelle Cubjac-Auvézère-Val d’Ans fest.
Geografie
La Boissière-d’Ans liegt etwa 42 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 42 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 22 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Ortsgebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Auvézère, die es von Ost nach West durchquert, und vom Flüsschen Blâme, das beim Weiler Forge d’Ans kaskadenartig in die Auvézère mündet.
Das Ortszentrum bilden einzelne Häuser, die sich um die Kirche gruppieren. Das ehemalige Bürgermeisteramt befindet sich etwa 700 Meter südöstlich im Weiler La Guillaumette. Der Ort umfasst neben der Hauptsiedlung auch die Dörfer und Weiler Le Barge, Barsac, Bos de Mayac, Les Bouyges, Les Bouyjou, Les Brouillets, La Cerise, Le Coderc, Courouyas, La Croix de l’Oratoire, La Crouzille, La Forge d’Ans, La Graule, Grattelouve, La Guillaumette, Lac Blanc, Laussinotte, Le Peyvra, La Peysonnie, Le Pied du Coq, Pigerou, Pompougnac, Puy Harnier und Les Rebières.
Das Relief des Gebiets von La Boissière-d’Ans zeigt beiderseits der Auvézère eine hügelige, bewaldete Landschaft, die sich markant von den Flusstälern abhebt. Der höchste topografische Punkt mit befindet sich im Nordteil des Ortsgebiets, der tiefste Punkt mit Höhe im äußersten Südwesten beim Austritt der Auvézère aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt etwa zehn Höhenmeter über der Auvézère auf einer Höhe von etwa .
Umgeben wird La Boissière-d’Ans von zwei Nachbargemeinden und zwei Communes déléguées von Cubjac-Auvézère-Val d’Ans:
Etymologie und Geschichte Das Gebiet des Dorfes war bereits in der Urgeschichte bewohnt und permanent in der gallorömischen Zeit besiedelt. Die erstmalige Erwähnung im Jahre 1120 in der Form Sanctus Martinus de Boseira ist nicht gesichert. Immerhin hat das Dorf den heiligen Martin von Tours als Schutzpatron behalten. 1382 erschien der Ort in der Form Buxeria, im 16. Jahrhundert als La Buxière in den Schriften. Boissière stammt vom okzitanischen boissièra, was einen Ort bezeichnet, der mit Buchsbäumen bedeckt ist. Dieses Wort kommt aus dem lateinischen buxaria, abgeleitet von buxus ().
Der Namenszusatz Ans erschien erstmals im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Capella d’Ans (1243). Ans ist der Name einer Kastellanei, die sich noch im 14. Jahrhundert über 18 Pfarrgemeinden erstreckte und die die bedeutendste der Vizegrafschaft Limoges war.
Der Name stammt wahrscheinlich von einem gallorömischen Namen einer Person Antius, der ursprünglich eine Person aus Anzio, (), einer Stadt in der italienischen Region Latium, bezeichnete.Tanet, Hordé, Seiten 31, 62
Die Kastellanei Ans war im 15. Jahrhundert eine Justizherrschaft, deren Burg sich in La Boissière befand. Es war der Sitz der politischen und militärischen Autorität und die Residenz des Kastellans.
mini|Nachbildung einer Schiffskanone von 1778, die in Forge d’Ans gegossen wurde Am 2. November 1603 verkaufte der verschuldete König Heinrich IV. die Burg Ans, das Dorf und die Pfarrei La Boissière für 17.500 Livres an Jean de Marquessac. 1618 heiratete Jeanne de Marquessac René de Hautefort und brachte Ans in den Besitz der Familie Hautefort. Francois de Hautefort baute die Mühle in La Boissière d’Ans unweit der Ruine der ehemaligen Burg in eine Schmiede um. Von 1691 bis 1830 wurden Kanonen für die königliche Marine bei Forge d’Ans gegossen. Nach der Herstellung wurden sie auf dem Landweg über 34 Kilometer zum Hafen von Moustier an der Vézère transportiert, von wo aus sie über den Fluss und dann über das Meer zum Arsenal von Rochefort transportiert wurden. Die treibende Wasserkraft der Schmiede lieferte der Blâme, auf dem ein Damm errichtet worden war.
Die Schmiede ging in den Besitz der Familie Bertin über, dann 1791 in den Besitz von Jean Festugière. Es erreichte seinen Höhepunkt während der Revolutions- und Napoleonischen Kriege und spezialisierte sich auf die Herstellung von Artillerie. Sie galt damals als eine der wichtigsten Schmieden im Périgord und verdankte dies Jean Festugière, dessen Tod im Jahr 1829 den Beginn des Niedergangs der Schmiede markierte, der mit einem allgemeinen Niedergang der Metallurgie im Périgord einherging, deren Betrieb, noch immer sehr handwerklich und archaisch, sich angesichts der Konkurrenz durch die industrielle Revolution und das englische Modell kaum in der Lage zeigte, Neuerungen einzuführen. Wie die meisten der letzten Schmieden des Landes wurde sie 1860 durch die Freihandelsabkommen mit England schwer getroffen und schloss trotz des Versuchs eines neuen Eigentümers, ihre Tätigkeit 1862 neu auszurichten, 1870.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Forge d’Ans, Haus der früheren Meister und Überreste der Hochöfen Schloss Les Brouillets aus dem 15. Jahrhundert Wasserfall des Blâme bei seiner Mündung in die Auvézère Romanisch-gotische Kirche Saint-Martin
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Commune déléguée im Département Dordogne Kategorie:Cubjac-Auvézère-Val d’Ans Kategorie:Gemeindeauflösung 2016 Kategorie:Ersterwähnung 1120