Die Herschelschule in der Tellkampfstraße von Hannover,Dieter Brosius: 1894. In: Hannover Chronik, S. 141; zunächst Städtische Realschule II zu Hannover genannt,Vergleiche die Angaben der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf ab 1925 auch Städtische Oberschule für Jungen Hannover und ab 1927 Städtische Herschelschule zu Hannover sowie mit Namensvarianten benannt,Vergleiche die Angaben nebst Querverweisen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek war eine im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, in der späten Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs errichtete Bildungseinrichtung. Standort der späteren Oberrealschule in dem schlicht als Herschelschule bezeichnetenErnst Bohlius, Wolfgang Leonhardt (Hrsg.): „Die List.“ 700 Jahre Umschau aus der Dorf- und Stadtgeschichte, 1. Auflage, Norderstedt: Books on Demand, 2003, ISBN 3-8334-0276-8; Vorschau über Google-Bücher Schulgebäude war die Tellkampfstraße 7Statistisches Jahrbuch der höheren Schulen Deutschlands, Luxemburgs und der Schweiz und der höheren deutschen Schulen im Ausland. Nach amtlichen Quellen. 1. Abteilung, das Königreich Preußen enthaltend, Leipzig: B. G. Teubner, 1914, S. 111; im hannoverschen Stadtteil Oststadt.Helmut Zimmermann: Verschwundene Straßenamen in Hannover [...] Tellkampfstraße. In: Hannoversche Geschichtsblätter, S. 355–378; hier: S. 375

Geschichte Die aus der Realschule III, der späteren LutherschuleHans Kammel: Lutherschule. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 418. hervorgegangene, anfangs dann Städtische lutherische Realschule II genannte Schule wurde am 17. April 1890 gegründet und stand nur männlichen Schülern offen.

1894 bezogen die Schüler einen Neubau in der Tellkampfstraße 7. Über das von Paul Rowald errichtete Schulgebäude berichtete bald darauf die Zeitschrift des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hannover.o. V.: Zeitschrift für Schulgesundheitspflege Organ des Deutschen Vereins für Schulgesundheitspflege, Leipzig; Hamburg: Voss, 1896, S. 367;

1914 besuchten 391 Schüler die seinerzeitige Realschule, die auf 12 Klassen aufgeteilt waren. Zusätzlich waren 252 Schüler zudem auf sechs Vorschulklassen verteilt. Im Jahr 1914 musste für einheimische Schüler ein Schulgeld von 140 Mark (umgerechnet heute etwa Euro) aufgebracht werden; für außerhalb Hannovers wohnende Kinder mussten die Eltern sogar bis zu 220 Mark entrichten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde am 5. Dezember 1920 im Obergeschoss der Schule ein „Gedächtnisfenster“ zu Ehren der Gefallenen eingeweiht.Gerhard Schneider: „-- nicht umsonst gefallen“? Kriegerdenkmäler und Kriegstotenkult in Hannover, Sonderheft der Hannoverschen Geschichtsblätter, Hannover, Hahnsche Buchhandlung und Verlag, 1991, S. 331;

Zur Zeit der Weimarer Republik gaben Schüler der Herschel-Schule in den Jahren von 1928 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten eine Schülerzeitschrift heraus unter dem Titel Das Teleskop.

Im Zweiten Weltkrieg verzeichnete das Auswärtige Amt von Großbritannien die in der „Tellkampfstr. 7“ gelegene Herschel-Schule noch 1944 in ihrer Schrift Germany Zone Handbook.Germany Zone Handbook (in englischer Sprache), Vol. 3–4, 1944, p. 212; Das Schulgebäude in der Tellkampfstraße 7 wurde im Zweiten Weltkrieg so stark zerstört, dass es aufgegeben wurde.Michael Sauer: Die Entwicklung des höheren Schulwesens in Hannover vom 19. Jahrhundert bis nach dem 2. Weltkrieg. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 43 (1989), S. 1–30; hier: S. 28

Nach dem Einmarsch der Alliierten wurde die Herschelschule im Herbst 1945 mit der damaligen Leibnizschule zur Vereinigten Leibniz- und Herschelschule vereinigt. Der Unterricht wurde zunächst im Gebäude der Sophienschule im Zooviertel wieder aufgenommen. Im Herbst 1947 wurde der Schulname zu Leibnizschule verkürzt.

Den Namen Herschelschule Hannover trägt seit 1960 ein neues Gymnasium in Hannover-Vahrenheide.

Personen Lehrer Ernst Karl Smalian (1860–1940), Lehrer 1902–1907Wolf-Dieter Ostermann: Ascherslebener Biographisches Lexikon Halle (Saale) 2008, S. 156–157; laut den Angaben der Deutschen Nationalbibliothek, Zoologe, Biologe und Pädagoge, Lehrbuch-Autor

Schüler William Willführ (1881–1964), Politiker (CDU), Abgeordneter im niedersächsischen Landtag

Schriften (Auswahl) Städtische Realschule II zu Hannover. Inhalt: Schulnachrichten über das Schuljahr 1892/93 vom Direktor Dr. Rosenthal (= Progr.-Nr. 345), Hannover: Druck von Wilhelm Riemschneider, 1893; Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf Das Telescop. Schüler-Zeitung der Herschel-Schule Hannover, Jahrgänge 1928 bis 1933

Literatur Die städtische Realschule III an der Tellkampfstraße zu Hannover. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hannover, 1894, S. 317

Archivalien Archivalien von und über die Herschelschule in der Tellkampfstraße finden sich beispielsweise in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) unter dem Eintrag Herschel-Schule (Hannover) in der Archivdatenbank (ADB) der BBF als Urheber-Akte unter dem Titel Gutachterstelle des BIL – Personalberichte höherer Schulen – Hannover, Archivsignatur GUT PERS 824 in der ADB als biographische Notizen zum Lehrer Hubert Wösler in der ADB

Einzelnachweise

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