Das Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Ruhr-Universität Bochum, die Religionen und religiöse Formationen in Geschichte und Gegenwart untersucht. Es wurde 2004 gegründet und ist seit 2015 fakultätsunabhängig. Das CERES ist eines der größten deutschsprachigen Einrichtungen des Faches Religionswissenschaft. Ihm sind sieben Professuren zugeordnet. Im Rahmen der Lehre werden BA- und MA-Studiengänge angeboten. Neben der Forschung und Lehre bilden der Wissenstransfer sowie die Nachwuchsförderung weitere Schwerpunkte.
Forschungsschwerpunkte und -projekte Die religionswissenschaftliche Lehre und Forschung am CERES grenzt sich von der religionsimmanenten Perspektive, wie sie unter anderem die Theologie vertritt, ab und nimmt somit einen systematischen Zugang der wissenschaftlichen Außenperspektive ein. In geographischer Hinsicht liegt der Forschungsschwerpunkt auf der Religionsgeschichte Asiens und Europas. Das CERES ist interdisziplinär in seinem Selbstverständnis und zeichnet sich im systematischen Bereich durch eine sozialwissenschaftliche Herangehensweise an Religionen aus. Der methodologische Zugang gründet sich aus historisch-philologischen, kulturwissenschaftlichen und soziologischen Ansätzen. Dies ermöglicht ein multiperspektivisches Studium von Religionen, das von hermeneutischer Textarbeit über religionsästhetische Methoden bis hin zu den Verfahren der quantitativen Soziologie reicht.
Durch ein am CERES beschäftigtes Redaktionskollektiv, welches durch das Käte Hamburger Kolleg gefördert wird, wird die interdisziplinäre, englischsprachige Zeitschrift Entangled Religions herausgegeben.
Abgeschlossene Forschungsprojekte: Forschungsprojekt „Modellierung von Themen und Strukturen religiöser Online-Kommunikation“ (relNet), von 2006 bis 2012, gefördert durch das Mercator Research Center Ruhr „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“, finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, von 2008 bis 2022 Forschungskolleg „Religiöse Pluralität und ihre Regulierung in der Region“ (RePliR), zusammen mit dem Centrum für Religion und Moderne der Universität Münster, von 2016 bis 2020, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Forschungskolleg „Regionale Regulierung religiöser Pluralität im Vergleich“ (RePliV), von 2020 bis 2024, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Laufende Forschungsprojekte: Forschungsprojekt „Jews and Christians in the East: Strategies of Interaction between the Mediterranean and the Indian Ocean“ (JewsEast), seit 2016, gefördert vom Europäischen Forschungsrat Forschungsprojekt „Dynamics in Buddhist Networks in Eastern Central Asia 6th to 14th Centuries“ (BuddhistRoad), seit 2017, gefördert vom Europäischen Forschungsrat Reinhart-Koselleck-Projekt Theorie und Empirie religiöser Evolution (THERE), seit 2018, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Personen Alexandra Cuffel – Judaistin und Mediävistin Frederik Elwert Volkhard Krech – Religionswissenschaftler und Gründungsdirektor des CERES Carmen Meinert – Tibetologin und Sinologin Martin Radermacher – Religionswissenschaftler Kianoosh Rezania – Professor für westasiatische Religionsgeschichte Jens Schlamelcher
Publikationen Frederik Elwert, Martin Radermacher, Jens Schlamelcher (Hrsg.): Handbuch Evangelikalismus. Transcript Verlag, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-8376-3201-9.
Weblinks Website Zeitschrift Entangled Religions
Einzelnachweise
Kategorie:Ruhr-Universität Bochum Kategorie:Forschungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Religionswissenschaftliches Institut Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 2004